mini|hochkant|Triumphus martyrum, 1589, Titel Giulio Roscio, latinisiert Iulius Roscius (* um 1550 in Orte, Latium; † 1591 in Mailand) war ein italienischer, in Rom tätiger Gelehrter. Er pflegte Umgang mit hochgestellten Persönlichkeiten des klerikalen und literarischen Umfelds und veröffentlichte von 1581 bis zu seinem frühen Tod lateinisch verfasste Schriften zumeist religiösen Inhalts.
Leben Roscio entstammte einer angesehenen Familie; sein Vater Fabrizio war Statthalter verschiedener Gebiete des Kirchenstaates und zugleich Gelehrter der Geschichte und Literatur. Der Sohn schloss ein Theologiestudium am Priesterseminar in Rom ab, wo er nach seiner Priesterweihe eine Pfründe in Santa Maria in Trastevere erhielt. Sein verfeinertes Latein, seine Sprachfertigkeit und sein dichterisches Talent verhalfen ihm zu einer Anstellung bei Kardinal Giacomo Savelli. Roscio pflegte Freundschaften mit einflussreichen Personen wie Gian Vittorio Rossi und Aldus Manutius, sowohl in Rom als auch in seiner Heimatstadt.
1590 berief ihn der neu gewählte Papst Gregor XIV. zum Sekretär für lateinische Literatur an die Römische Kurie. In dieser Funktion sollte er den Apostolischen Nuntius als Experte auf einer Reise in die Schweiz begleiten. Bei einem Zwischenaufenthalt in Mailand erlag er jedoch einer plötzlichen Erkrankung. Viele seiner Schriften werden in der Biblioteca Barberiniana der Vatikanischen Bibliothek aufbewahrt.
Werke mini|hochkant|Icones operum misericordiae, 1586, Titel des 1. Bandes Roscio veröffentlichte von 1581 bis zu seinem Tod zahlreiche lateinische Schriften: Reden, Epigramme und Oden, zumeist religiöser Natur. Sein bekanntestes Werk ist die Elogia militaría, eine Sammlung biografischer Kurzporträts von Feldherren, „die in der Neuzeit ruhmreich Krieg geführt haben“. Das Werk wurde 1596 postum von Filippo Decio herausgegeben und mehrfach neu aufgelegt. Zehn Jahre zuvor hatte der Gelehrte zusammen mit Mario Cartaro zwei Bände mit 17 ganzseitigen Tafeln zu den „Werken der Barmherzigkeit“ entwickelt, an deren Bebilderung auch dessen Bruder Cristofano Cartaro beteiligt war.
Icones operum misericordiae (Darstellungen der Werke der Barmherzigkeit), Rom 1586 Vita et miracula divi Bernardi Clarevalensis Abbatis (Leben und Wunder des heiligen Bernhard, Abt von Clairvaux), Rom 1587 Emblemata Sacra (Religiöse Embleme), Rom 1589 Triumphus Martyrum in Templo Domini Stephani Caelii Montis (Triumph der Märtyrer in der Kirche des heiligen Stephanus auf dem Caelius-Hügel), Rom 1589 Elogia militaria (Militärische Elogien), Rom 1596
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1591 Kategorie:Mann