You Can’t Get Away with Murder (frei übersetzt Mord bleibt nicht ungestraft oder auch Mit Mord kommst du nicht durch) ist ein Kriminaldrama von Lewis Seiler aus dem Jahr 1939. Die Hauptrollen des Films sind mit Humphrey Bogart, Gale Page, Billy Halop und John Litel besetzt. Dem Film liegt das Theaterstück Chalked Out des ehemaligen Gefängnisdirektors von Sing Sing, Lewis E. Lawes, zugrunde.
Eines der seinerzeitigen Filmplakate warb wie folgt für den Film: „Jim as tough as they come … but I've found out … : You Can’t get Away with Murder“ (frei übersetzt: Jim ist ein harter Hund … aber ich habe herausgefunden … : Mit Mord kommt man nicht davon). You Can’t Get Away with Murder Abb. Filmplakat
Handlung Der 19-jährige Johnny Stone, der im New Yorker Stadtteil Hell’s Kitchen lebt, lässt sich mit dem Gangster Frank Wilson ein, obwohl ihn seine Schwester Madge ausdrücklich vor Frank gewarnt hat. Johnny ist bei Madge aufgewachsen, die sich ernsthaft Sorgen um ihren Bruder macht. Frank überredet den Jugendlichen, gemeinsam ein Auto zu stehlen und anschließend mit vorgehaltener Waffe eine Tankstelle zu überfallen.
Einige Zeit später kann Frank Johnny dazu bringen, Frank die Waffe von Madges Verlobten Fred Burke, der als Wachmann arbeitet, auszuhändigen, als der Gangster plant, eine Pfandleihe zu überfallen. Johnny hatte Frank gegenüber dummerweise erwähnt, dass Fred eine Waffe besitzt. Der Überfall geht allerdings nicht glatt, da der Inhaber sich zur Wehr setzt. Kaltblütig erschießt Frank den Mann und lässt die Waffe im Laden zurück. Natürlich wird sie am Tatort gefunden und schnell steht fest, dass sie Fred Burke gehört. Fred hat zwar ein Alibi, man glaubt ihm jedoch nicht und er wird verhaftet. Nach seiner Verurteilung bringt man ihn ins Gefängnis Sing Sing. Dorthin hat man inzwischen auch Frank und Johnny gebracht, da man sie des Tankstellenüberfalls überführt und für schuldig befunden hat.
Für Fred sieht die Lage jedoch schlimm aus, da seine Hinrichtung bevorsteht. Johnny ist hin- und hergerissen, dass man Fred für ein Verbrechen hinrichten will, das Frank begangen hat. Frank versteht es jedoch geschickt, ihn unter Druck zu setzen, indem er Johnny beschwört, dass ihnen beiden die Hinrichtung drohe, sollte er die Wahrheit gestehen. Kurz darauf werden die beiden Männer getrennt und Johnny wird der Gefängnisbibliothek zugeteilt. Diese wird von Pop geleitet, einem sanftmütigen, älteren Häftling. Johnny beruhigt sich selbst damit, dass Fred im Berufungsverfahren bestimmt freigesprochen werde. Dass Frank Diebesgut bei Fred versteckt hat, das gefunden worden ist, weiß er zu diesem Zeitpunkt nicht. Freds Berufungsantrag wird abgelehnt, woraufhin Johnnys Gewissensbisse zunehmen. Madge ist überzeugt davon, dass ihr Bruder den wahren Mörder des Pfandleihers kennt und fleht Johnny an, zu sagen, was er weiß. Dass Johnny nicht ganz unschuldig an dem Geschehen ist, ahnt sie nicht. Aber auch Pop wirkt auf Johnny ein, die Wahrheit zu sagen. Freds Anwalt Carey trägt vor Gericht vor, dass wahrscheinlich Johnny Freds Waffe gestohlen habe und somit eine Mitverantwortung für den Mord trage. Da aber entsprechende Beweise nicht vorgelegt werden können, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens rechtfertigen würden, bleibt es bei dem ergangenen Urteil einer baldigen Hinrichtung von Fred.
Für den Tag, als Freds Hinrichtung erfolgen soll, ist von Frank und Johnny ein Gefängnisausbruch geplant. Kurz zuvor ist es Johnny gelungen, ein schriftliches Geständnis des wahren Sachverhalts in Pops Zelle zu hinterlassen. Leider hat Frank das mitbekommen und nimmt Pop das Schriftstück ab, bevor es noch gelesen werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt hat Frank schon beschlossen, Johnny nach dem Ausbruch zu töten. Der geplante Ausbruch scheitert jedoch kläglich und Frank und Johnny sehen sich von Wärtern umzingelt. Frank, der bewaffnet ist, erwidert das Feuer der Wärter und schießt auch gezielt auf Johnny, bevor er unschädlich gemacht werden kann. Johnny ist schwer verwundet und gesteht im Angesicht des Todes die Wahrheit. So ebnet er den Weg für Freds Freilassung und macht zugleich Frieden mit dem Verlobten seiner Schwester, indem er ihn um Vergebung bittet. Fred vergibt ihm.
Produktion Produktionsnotizen Produziert wurde der Film von Warner Bros.-First National Picture. Gedreht wurde in den Warner Brothers Burbank Studios in Burbank in Kalifornien in den Monaten September und Oktober 1938.
Broadway-Produzent Brock Pemberton hatte 1936 den ehemaligen Gefängnisdirektor von Sing Sing, Lewis E. Lawes, mit der Bühnenfassung von Chalked Out beauftragt. Billy Halop von den Dead End Kids, der dann auch in der Verfilmung mitspielte, erhielt auch im Bühnenstück die Rolle des Johnny Stone. Halop musste die Bühnenproduktion jedoch nach einer Probenzeit von zwei Wochen verlassen, um in William Wylers Film Dead End mitwirken zu können.
Veröffentlichung Am 23. März 1939 wurde der Film erstmals in London im Vereinigten Königreich gezeigt und am 24./25. März 1939 in der Stadt New York im Morosco Theatre, bevor er dann am 20. Mai 1939 allgemein in den Vereinigten Staaten anlief. Im selben Jahr wurde zudem in Finnland, Dänemark und Schweden veröffentlicht. 1940 erfolgte eine erste Veröffentlichung in Mexiko und Argentinien. In Belgrad in Jugoslawien hatte der Film am 31. März 1941 Premiere. In Portugal lief er erstmals 1944. In den Vereinigten Staaten wurde der Film zudem am 16. Mai 1975 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt, und zwar in Indianapolis in Indiana. In Deutschland war der Film nicht zu sehen, es existiert auch keine deutsche Synchronfassung.
Veröffentlicht wurde der Film des Weiteren in Australien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Griechenland, Indien, Irland, Italien, Japan, Neuseeland, Rumänien, Südafrika, in der Sowjetunion, in Spanien und in Venezuela. Es existieren zwei verschiedene Arbeitstitel für den Film, einmal Chalked Out und zum zweiten Crime Is a Racket.
Kritik In einer zeitgenössischen Rezension für die New York Times bemerkte der Kritiker Bosley Crowther, wenn man einen Film mit einem solch unmissverständlichen Titel wie You Can’t Get Away with Murder, könne man sich die schelmische Frage kaum verkneifen, was mit dem Filmproduzenten sei. Für Warner Bros. sei Mord seit Jahren ein lukratives Geschäft. Man könne sagen, dass es auf dem Warner-Gelände alte Statisten gebe, die kaum die Luft der Freiheit atmen könnten, da sie von einem Gefängnisfilm zum nächsten wechseln würden. Stammdarsteller wie Humphrey Bogart, Billy Halop und John Litel würden nicht so sehr durch Fünfjahresverträge, sondern durch Fünfjahresstrafen festgehalten. Zumindest müsse es ihnen manchmal so vorkommen.Bosley Crowther: You Can’t Get Away with Murder. In: The New York Times (englisch), 25. März 1939. Abgerufen am 21. Juni 2026.Frank S. Nugent: You Can’t Get Away with Murder In: The New York Times (englisch), 25. März 1939. Abgerufen am 21. Juni 2026.
Auf der Seite Cinecaps Digest vertrat man die Meinung, dass der Film durchaus anschaubar sei, aber ein mittelmäßiger Krimi, der nichts Neues biete und eher von Halops schräger Theatralik lebe. Am besten fasse der inhaftierte Veteran Travers den Filminhalt zusammen, mit einer Aussage, die allerdings in einem anderen Zusammenhang fiel, nämlich, das sei doch ein alter Hut. Abschließend hieß es, dass sich nur eingefleischte Bogart-Fans diesen Film ansehen sollten.You Can’t Get Away With Murder (1939) cinecapsdigest.wordpress.com 49/100. Abgerufen am 21. Juni 2026.
Jessica Pickens befasste sich auf der Seite Comet Over Hollywood mit dem Film und führte aus, dass man Humphrey Bogart heute als großen Star kenne, der er aber erst in den 1940er-Jahren geworden sei. 1939 habe er sich noch am Anfang seiner Karriere befunden. Pickens lobte Gale Page, die, wie immer, wunderbar sei. Weiter betonte sie, dass Henry Travers für sie die herausragendste Figur in diesem Film gewesen sei. You Can’t Get Away with Murder sei ein ordentlicher Film, unterscheide sich aber nicht wesentlich von anderen Kriminalfilmen, die Warner Bros. zu jener Zeit veröffentlicht habe. Aufgrund seines Themas sei er zwar in mancher Hinsicht spennend, in anderer aber frustrierend. Der Film sei zwar unterhaltsam, aber keine bleibende Erinnerung aus dem Filmjahr 1939.Jessica Pickens: Watching 1939: You Can’t Get Away with Murder (1939) In: Comet over Hollywood (englisch), 15. November 2018. Abgerufen am 21. Juni 2026.
Matthias Merkelbach von der Seite der Film Noir meinte, „schon in den ersten Minuten“ bezeuge dieses Werk „sein Etikett betitelt Warner Bros. – First National Picture in quasi jeder Einstellung“. Das bedeute „erstklassige Standards der Produktion, also Kameraarbeit und Dramaturgie auf einem für die damalige Zeit unmissverständlich hohen Niveau“. Im „Vergleich mit Werken anderer Studios“ fühle „sich ein Film der Warner Bros. aus den späten 30er Jahren oft modern und zeitlos an“. Dass der „damals 39-jährige Humphrey Bogart auf dem Filmplakat an erster Stelle“ gestanden habe, sei „längst keine Selbstverständlichkeit“. Billy Halop, einer der damaligen Dead End Boys, der in diesem Film solo auftrete, liefere „jedoch eine hölzerne und schwache Leistung ab, und auch Gale Page“ sei „in Szenen, die ihr Emotionalität abverlangen“ würden, „klar überfordert“. Das „größte Problem des Films“ sei „aber sein Drehbuch bzw. das von dem ex-Gefängnisdirektor Lewis A. Lawes und Jonathan Finn verfasste Theaterstück Chalked Out,“ worauf der Film basiere. Der Film, der „ab der 22. Minuten“ ein „Gefängnisfilm“ werde setze eine „Mechanik der Crime-Doesn’t Pay-Botschaft“ (frei übersetzt Verbrechen lohnt sich nicht) in Gang, sodass „alles Folgende vorhersehbar und damit langweilig“ werde.Matthias Merkelbach: You Can’t Get Away with Murder In: der Film Noir. Abgerufen am 21. Juni 2026.
Derek Winnert sprach auf seiner Seite von einem B-Movie-Krimidrama, das Humphrey Bogart als Kleinganoven zeige, und davon dass dieses müde, am Fließband produzierte Drama dem damaligen Zeitgeist entsprochen habe, heute aber einfach nur altmodisch und sentimental und überhaupt nicht der richtige Film für Bogart gewesen sei, der hier weder in Bestform noch auf dem Höhepunkt seines Könnens zu sehen sei. You Can’t Get Away with Murder sei ein langweiliger, schleppender, unglaubwürdiger und moralisierender kleiner Film – und zudem sehr statisch gefilmt. Erwartungsgemäß trage die schauspielerische Leistung jedoch viel dazu bei, ihn erträglich, ja mitunter sogar schmackhaft zu machen.Derek Winnert: You Can’t Get Away with Murder ** (1939, Humphrey Bogart, Billy Halop, Gale Page, John Litel, Henry Travers, Harvey Stephens) – Classic Movie Review 6903 derekwinnert (englisch), 8. April 2018. Abgerufen am 21. Juni 2026.