Der Weißkehl-Mistelfresser (Pachyglossa vincens), Syn. Dicaeum vincens, Prionochilus vincens, ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).

Der Vogel ist endemisch im Südwesten Sri Lankas.

Das Verbreitungsgebiet umfasst Regenwald mit hohen Bäumen und Kletterpflanzen bis in Lagen von 1000 m. ü. M., kommt aber auch in trockeneren Wäldern und in höheren Lagen vor, gelegentlich auch in Gärten und Plantagen in Waldnähe.

Der Artzusatz bezieht sich auf einen Namen des Entdeckers (P. Sclater 1872).

Merkmale Der Vogel ist 9–10 cm groß und wiegt etwa 8 g. Das Männchen ist am Kopf und der Oberseite schieferblau, blasser am Bürzel, die schwarze Flügeloberseite hat schmale schieferblaue Ränder, der schwarze Schwanz trägt große weiße Spitzen. Die Kehle und obere Brusthälfte ist weiß mit schieferblauen Flecken seitlich an der Brust, die übrige Unterseite ist hellgelb, die Unterschwanzdecken sind weiß. Die Iris ist braun oder rötlich-braun, der Schnabel schwarz mit bläulich-grauer Basis am Unterschnabel. Die Beine sind schwarz. Weibchen sind matter gefärbt mit grauem Kopf, matt olivfarbenem Rücken, Flügel und Schwanz sind bräunlich-schwarz, die äußeren Steuerfedern tragen große weiße Spitzen. Die Kehle ist weißlich, der Bauch hellgelb, die Flanken sind olivfarben, die Unterschwanzdecken sind weißlich, die Flügelunterdecken sind weiß. Jungvögel sind weibchenartig, aber an der Kehle gelb überhaucht, der Unterschnabel ist heller.

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.

Taxonomie und Systematik In den meisten älteren Werken wird die Art, als Dicaeum vincens, in eine weit gefasste Gattung Dicaeum mit einbezogen. Untersuchungen anhand der mitochondrialen DNA, zuerst durch Jacob Saucier und Kollegen, später auch durch Jon Fjeldså und Kollegen, haben aber ergeben, dass sie, mit einigen anderen vorher in die Gattung Dicaeum und zeitweise auch in Prionochilus eingeordneten Arten eine eigene Klade bildet. Für diese wurde der alte, vorher lange synonymisierte Gattungsname Pachyglossa, als dritte Gattung der Familie der Mistelfresser, wieder eingesetzt. Die Gattung Pachyglossa umfasst demnach, neben dieser Art, sechs weitere Arten. Die Art wird deshalb jetzt als Pachyglossa vincens in die wieder errichtete Gattung Pachyglossa gestellt.

Stimme Die Rufe werden als „tchip, tchip-twee-see-see, tzee, tzee, tzee“ beschrieben, als hochtöniges „tee-too“, schwaches „tze-tze-tze“, auch als „tsit, tsee-tsit(-tsit)“ und als „wheep-wheep-wheep“. Der Gesang besteht aus einer Folge von 2–4 sehr hohen dünnen Tönen wechselnder Tonlage wie „tink-tuk-tink“, einem ansteigendem „keek-keek“, das auf ein „tit-tiri-tit-tiri“ endet, auch scheint es schnelle, unregelmäßig abfallende Triller zu geben.

Lebensweise Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, auch Nektar, Spinnentieren und kleinen Insekten. Gesucht wird meist in oberen Baumetagen, einzeln, paarweise oder in kleinen Familien, auch zusammen mit gemischten Jagdgemeinschaften.

Die Brutzeit liegt zwischen Januar und August. Das Nest wird hoch in einem Zweiflügelfruchtbaum (Dipterocarpus) platziert. Das Gelege besteht aus zwei rosa weißen Eiern mit rosa-braunen Sprenkeln.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als potentiell gefährdet (Near Threatened) aufgrund des kleinen Ausbreitungsgebietes und des hochgradig zerstückelten Lebensraumes.

Literatur P. L. Sclater: Prionochilus vincens. In: Proceedings of the Zoological Society of London, Band 1872, Teil 2, S. 730, 1872, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Pachyglossa vincens auf Briefmarken

Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF R. A. Cheke und C. Mann: Whiskered Flowerpecker (Pachyglossa vincens), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Pachyglossa vincens J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026

J. Saucier, C. M. Milensky, M. A. Caraballo-Ortiz, R. Ragai, N. F. Dahlan und D. P. Edwards: A distinctive new species of flowerpecker (Passeriformes: Dicaeidae) from Borneo. In: Zootaxa, 4686, Heft 4, S. 451–464, 2019, doi:10.11646/zootaxa.4686.4.1. Jon Fjeldså, Les Christidis, Per G. P. Ericson: The Largest Avian Radiation - The Evolution of Perching Birds, or the Order Passeriformes. Lynx Nature Books 2020. ISBN 978-84-16728-33-6.

Kategorie:Mistelfresser Kategorie:Endemisches Tier Sri Lankas