Christian Schreiber (15. Juli 1965 auf Bali – 4. Juli 2016 in München) war ein deutscher Chirurg, der vor allem als stellvertretender Direktor für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutsches Herzzentrums München arbeitete. 2016 verstarb er kurz vor seinem 51. Geburtstag in München an ALS.

Lebenslauf Schreiber wurde am 15. Juli 1965 als Sohn von Franz und Dorit Schreiber in Bali, Indonesien geboren. Seine Eltern stammten aus Kronstadt (heute Brașov in Rumänien) und waren Siebenbürger Sachsen. Er machte sein Abitur in Deutschland und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nachdem er 1991 seine Arztzulassung erhalten hatte, arbeitete er kurzzeitig in Salvador da Bahia in Brasilien und lernte Portugiesisch. Die meiste Zeit seines Lebens arbeitete Schreiber im TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum, wo er von 1992 bis zu seinem Tod ansässig war und anfangs von Fritz Sebening ausgebildet wurde. Außerdem war er Assistenzarzt und Oberarzt, bis er 2011 Assistenzprofessor an der Technischen Universität München und stellvertretender Direktor der Herz- und Gefäßchirurgie wurde, das Amt, das er bis zu seinem Tod beibehielt. Außerdem legte er 2002 seine Facharztprüfung für Chirurgie ab und wurde Doktor der Philosophie 2006. Im letzteren Jahr wurde er vom Anzhen-Universitätskrankenhaus in Peking, China, und 2008 vom Linyi-Volkskrankenhaus in Shenyang, China, für seine herausragenden chirurgischen Leistungen und sein umfangreiches Engagement in der Lehre die Ehrenprofessur verliehen, dieselben Grade erhielt er auch in Chengdu und Hangzhou im Jahr 2012. 1998 arbeitete er außerdem ein Jahr lang am Great Ormond Street Hospital in London. 2009 brachte er mit Rüdiger Lange eine Operationsmethode gegen die seltene Ebstein-Anomalie aus São Paulo nach Deutschland, nachdem er Kontakt mit einem brasilianischen Herzchirurgen dort aufgenommen hatte. Nachdem er mit ALS diagnostiziert wurde, gründete er mit Nina Zacher, die ebenfalls ALS-krank war, die Stiftung faceALS. Am 4. Juli 2016 starb er kurz vor seinem 51. Geburtstag an ALS.

Privates Er hat zwei Brüder und mit seiner Frau Tania, die er bei seiner Zeit in Brasilien kennenlernte, hatte er zwei Töchter, Anja und Ella.

Einzelnachweise

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