Arthur Maurice Hocart (* 26. April 1883 in Etterbeek/Belgien; † 9. März 1939 in Kairo) war ein britischer Ethnologe.Charles D. Laughlin: The Master Ethnographer. Life and Work of Arthur Maurice 'A.M.' Hocart. In: Encyclopédie Bérose des histoires de l'anthropologie (2018) (mit biografischen Daten und zahlreichen weiteren Literaturhinweisen, abgerufen am 20. Juni 2026); Hocart, Arthur Maurice. In: Gérald Gaillard: The Routledge Dictionary of Anthropologists. Routledge, London 2004, S. 47f., ISBN 0-415-22825-5.
Leben und Wirken Nach dem Schulbesuch in Brüssel und auf der Insel Guernsey studierte Arthur Maurice Hocart von 1902 bis 1906 Geschichte und Klassische Philologie an der University of Oxford (Exeter College). Im Anschluss daran widmete er sich bis 1908 dem Studium der Philosophie und Psychologie an der Universität Berlin, kam dort aber auch in Kontakt mit dem Fach Ethnologie. Bis 1909 widmete sich der sprachbegabte Hocart ethnologischen Feldforschungen auf den Salomonen-Inseln im Pazifik und arbeitete anschließend bis 1912 als Schulleiter auf den Fidschi-Inseln. Mit einem Stipendium konnte er sich bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs an der University of Oxford weiter mit der Ethnologie beschäftigen und weitere Feldforschungen auf den Fidschi-Inseln, Samoa, Tonga und den Wallis-Inseln betreiben. Von 1915 bis 1919 leistete er dann Kriegsdienst. Im Anschluss daran arbeitete er in der Kolonialverwaltung und war von 1921 bis 1925 Leiter der Archäologischen Kommission auf Ceylon. Krankheitsbedingt kehrte er nach Großbritannien zurück; nach seiner Genesung und weiteren Aufenthalten auf Ceylon konnte er von 1932 bis 1934 am University College London unterrichten. Von 1934 bis zu seinem Tod arbeitete er als Professor für Soziologie an der Universität Kairo.
Arthur Maurice Hocart hatte sich im Laufe seines Lebens die Kenntnis zahlreicher Sprachen angeeignet und gehörte mit seinen Veröffentlichungen über die Pazifikinseln zu den frühen Wegweisern der britischen Ethnologie. Sein Buch "Kings and councillors" gilt als seine wichtigste Arbeit.
Veröffentlichungen (Auswahl)
The Cult of the Sead in Eddystone of the Solomons. In: Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland, Bd. 52 (1922), S. 71–117 u. S. 259–305. The Origin of Monotheism. In: Folklore, Bd. 33 (1922), H. 3, S. 282–293. (Hrsg.): Memoirs of the Archaeological Survey of Ceylon. Vier Bände. Richards, Colombo 1924–1936. Kingship. Oxford University Press, London 1927 (Reprint 1969). The progress of man. A short survey of his evolution, his customs and his works. Methuen, London 1933. Kings and councillors. An essay in the comparative anatomy of human society. Printing Office Paul Barbey, Cairo 1936 (neue Ausgabe: University of Chicago Press, Chicago 1970, ISBN 0-226-34568-8.) Les castes. Geuthner, Paris 1938 (engl. Ausgabe: Caste. A comparative study. Russel & Russel, New York 1968.) The life-giving myth and other essays. Hrsg. von Lord Raglan. Methuen, London 1952 (Reprint: Routledge, London 2004, ISBN 0-415-33071-8). The northern states of Fiji. Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland, London 1952. Imagination and proof. Selected essays of A. M. Hocart. Hrsg. von Rodney Needham. University of Arizona Press, Tucson, AZ 1987, ISBN 0-8165-1007-5.
Literatur
Rodney Needham: A bibliography of Arthur Maurice Hocart. With a forew. by E. E. Evens-Pritchard. Blackwell, Oxford 1967.
Einzelnachweise
Kategorie:Ethnologe Kategorie:Hochschullehrer (Kairo) Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann