mini|Claudie Hunzinger, 2024
Claudie Hunzinger (* 9. April 1940 in Turckheim) ist eine französische bildende Künstlerin und Schriftstellerin. Für Un chien à ma table (Ein Hund an meiner Tafel) erhielt sie 2022 den Prix Femina.
Leben Claudie Hunzinger wuchs in Colmar auf. Von 1960 bis 1963 absolvierte sie ein Lehramtsstudium für Kunst am Lycée Claude-Bernard in Paris.
Sie hat zwei Kinder: Chloé Hunzinger, Autorin und Regisseurin, und Robin Hunzinger, Dokumentarfilmer.
1964 schloss sich Claudie ihrem späteren Ehemann Francis Hunzinger an, der sich auf einem Bauernhof in den Vogesen niedergelassen hatte, um Schafe zu züchten. Claudie, die seit 1964 am Lycée Bartholdi in Colmar unterrichtete, reichte 1972 ihre Kündigung beim Bildungsministerium ein.
1973 veröffentlichte Claudie Hunzinger die Erzählung Bambois, la vie verte im Stock-Verlag.
Anfang der 1980er Jahre schlug sie in Zusammenarbeit mit Francis Hunzinger den Weg einer bildenden Künstlerin ein. Sie setzte sich mit dem Konzept des Buches und der Gewalt gegen das Buch auseinander.
1983 nahm sie gemeinsam mit dem Fotografen Pierre Berdoy an der Ausstellung „Images et création“ teil, in der sie verkohlte Schriftrollen neben großformatigen Schwarz-Weiß-Abzügen präsentierte.
1985 begann sie mit der Serie Bibliothèques en cendre, die sie im Hôtel Salomon de Rothschild in Paris, auf der Biennale in Lausanne, im Museum Bellerive in Zürich und im Barbican Centre in London ausstellte. Im selben Jahr nahm Claudie Hunzinger an der Ausstellung Livres d’artistes in der Bibliothek des Centre Pompidou in Paris teil.
François Mathey, der ihr Atelier besuchte, lud sie zu mehreren Ausstellungen im Musée des Arts décoratifs (Paris) ein.
Preise und Auszeichnungen 1988: mit Francis Hunzinger, Prix du Conseil Régional d'Alsace 2011: Prix Edmée de La Rochefoucauld für Elles vivaient d'espoir 2019: Prix Décembre für Les Grands Cerfs 2022: Prix Femina für Un chien à ma table
Werk (Auswahl)
Petit paysage avec la tempête, Stock, Paris, 1979, ISBN 978-2234010581 Les enfants Grimm, Bernard Barrault, 1989, ISBN 978-2386691812
Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) 1994: 49 couleurs trouvées, Musée des arts décoratifs, Lausanne 2003: V’herbe-écrire, Musée d'art et d’histoire, Belfort 2003: V’herbe cueillir, Galerie du Granit, Belfort 2008: Un héritage de couleurs, mit Francis Hunzinger, Grünewald, Musée Unterlinden, Colmar 2017: V’herbe, Pôle Média-Culture Edmond Gerrer, Colmar 2018: Icônes, mit Anne-Marie Klenes, Galerie Chantal Bamberger, Straßburg
Sammelausstellungen (Auswahl) 1983: Papier Objekte, Museum Bellerive, Zürich 1984: Sur invitation, Musée des Arts décoratifs (Paris) 1985: Livres d’artistes, Centre Pompidou, Paris 1988: Soft Art, Barbican Centre, Concourse Gallery, London 1999: Sculptures de parfums, Jardin des Plantes (Paris) 2008: Un héritage de couleurs, Grünewald, Musée Unterlinden, Colmar 2018: Couleurs, Centre d'art contemporain du Luxembourg belge, Montauban-Buzenol, Belgien
Dokumentarfilme Im Jahr 2005 verfasste sie den Off-Text für den Dokumentarfilm Où sont nos amoureuses, bei dem ihr Sohn Robin Hunzinger Regie führte.
Im Jahr 2021 verfasste sie gemeinsam mit ihrem Sohn Robin Hunzinger, der auch Regie führte, das Drehbuch und sprach den Off-Text für den Dokumentarfilm Ultraviolette et le Gang des cracheuses de sang (Ultraviolette und die Bande der Blutspeierinnen). Der Film wurde im selben Jahr beim International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA) ausgewählt.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Träger des Prix Femina Kategorie:Autor Kategorie:Bildender Künstler (Frankreich) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Frau