Puertito de los Molinos (kleiner Hafen der Mühlen), auch kurz Los Molinos genannt, ist ein Fischerort in der Gemeinde Puerto del Rosario an der Westküste der kanarischen Atlantikinsel Fuerteventura. Die pittoresk in eine Felsenbucht eingepasste kleine Siedlung ist ein beliebter Ausflugsort von Einheimischen und Feriengästen. Einzige touristische Infrastruktur sind zwei einfache Fischlokale.

Lage Der Ort an Fuerteventuras Westküste liegt an der Mündung des Barranco de los Molinos in den Atlantik. Er gehört zur Gemeinde der 25 Kilometer entfernten Inselhauptstadt Puerto del Rosario. Nächste benachbarte Siedlung ist der sechs Kilometer östlich gelegene Weiler Las Parcelas.

Beschreibung mini|Fischerkapelle Von der kurz vor dem Meer endenden Zufahrtsstraße führt eine Fußgängerbrücke über einen Bachlauf ins Dorf hinein. Entlang der Hauptgasse reihen sich etwa drei Dutzend kubische Fischerkaten eng aneinander. Weniger als 20 Einwohner leben fest in dem Dorf, die meisten Häuser sind ausschließlich am Wochenende bewohnt.Baedeker Reiseführer Fuerteventura. MairDumont. Ostfildern 2024, ISBN 978-3-575-00131-3, S. 146 Manche der überwiegend schlichten Bauten wurden schon vor 200 Jahren von Fischern errichtet. Seit der Verabschiedung des Spanischen Küstenschutzgesetzes von 1988 wird immer wieder über den Abriss des Orts diskutiert, da nach der neuen Gesetzgebung die meisten Häuser zu nahe am Meer stehen.

An dem etwa 200 Meter langen Steinstrand ist ein Badebetrieb wegen der in der Regel starken Brandung und gefährlichen Unterstömung meist nur sehr eingeschränkt möglich; ein heller Sandstreifen zeigt sich lediglich bei Niedrigwasser. Etwas oberhalb des Strandes steht eine winzige Kapelle, sie ist der Schutzheiligen der Fischer (Virgen del Carmen) gewidmet, zu deren Ehren jedes Jahr am 16. Juli ein Patronatsfest gefeiert wird. Ruinen von Kalköfen bezeugen, dass in der Bucht einst in größerem Umfang Kalk gebrannt wurde.

mini|Barranco de los Molinos Von der Fußgängerbrücke führt ein Pfad an einem Bach entlang und an Tümpeln vorbei in den Barranco de los Molinos hinein. Dank natürlicher Quellen kann es dort in der ansonsten sehr trockenen Gegend selbst im Sommer grün sein. Neben einer kleinen Population Warzenenten können in dem Barranco auch andere Vögel beobachtet werden. Während der Brutzeit von Februar bis Ende Juli ist das Betreten des Barrancos nicht gestattet.Infotafel vor Ort

Vom Ende der Zufahrtsstraße wird auf der Südseite der Bucht auf einem Pflasterweg ein Mirador erreicht, ein Aussichtspunkt, von dem sich ein Ausblick auf die steil zum Meer abbrechenden 20 Meter hohen Basaltfelsen am Nordrand der Bucht ergibt.

Verkehr Puertito de los Molinos wird südlich von Tefía auf einer von der FV-207 abzweigenden neun Kilometer langen Stichstraße (FV-221) angefahren. Wie fast überall an der kaum besiedelten mehr als 90 Kilometer langen Westküste Fuerteventuras ist der Ort nicht ans öffentliche Busnetz angeschlossen.

Entgegen dem Namen gibt es in Puertito de los Molinos weder einen Hafen noch einen Bootsanleger.

Küstenwege mini|hochkant=1.3|Playa de Jarubio Puertito de los Molinos ist Ausgangspunkt von zwei Küstenwanderungen.Rolf Goetz: Rother Wanderführer Fuerteventura. Bergverlag Rother. München 2024, ISBN 978-3-7633-4740-7, S. 66–78 Nach Norden erreicht man auf einem am Rand des Küstenplateaus entlang führenden größtenteils bequem begehbaren Weg in knapp 1,5 Stunden die Playa de Jarubio. In südlicher Richtung besteht von Puerto de los Molinos aus die Möglichkeit auf teils schmalen Pfaden und der Querung von mehreren Barrancos bis zur Playa del Valle zu wandern.

In der Nähe mini|Stausee Los Molinos An der Zufahrtsstraße nach Los Molinos liegt Las Parcelas (früher Colonia Rural García Escámez), ein in den 1940er-Jahren gegründeter Ort, der mit dem Wasser aus einem 1946 erbauten und in den 1960er-Jahren vergrößerten Staudamm, der Presa de los Molinos, zu einer landwirtschaftlichen Mustersiedlung ausgebaut werden sollte.Thilo Scheu: Fuerteventura. Michael Müller Verlag. Erlangen 2018, ISBN 978-3-95654-135-3, S. 162 Nach anfänglich erfolgreichem Anbau von Tomaten und Luzerne wurde Anfang der 1970er-Jahre das Projekt aufgegeben.

Von Las Parcelas führt eine drei Kilometer lange unbefestigte Staubpiste zur 40 Meter hohen Staumauer. Der etwa ein Kilometer lange und 200 Meter breite See ist das größte stehende Gewässer der Insel. Er ist Schutzgebiet für zahlreiche Wasservögel, unter anderem können Spießente, Löffler, Stelzenläufer und Schmutzgeier gesichet werden.

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Einzelnachweise

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