mini|hochkant|Enrique Fuentes Enrique Fuentes Avila (* 19. August 1980 in Mexiko-Stadt) ist ein österreichischer Maler. Er lebt und arbeitet in Wien und Berlin.
Leben Enrique Fuentes wuchs in Mexiko auf, bevor er 1998 mit 17 Jahren nach Europa reiste und sich in Paris niederließ. Von 1999 bis 2000 besuchte er die École nationale supérieure d’arts in Paris Cergy. 2001 wurde er an der Pariser École nationale supérieure des beaux-arts angenommen und studierte bis 2007 in der Meisterklasse von Jean-Michel Alberola. Er unterbrach sein Studium in Frankreich für einen künstlerischen Aufenthalt in Tokio zwischen 2004 und 2005, während dem er sich mit Kalligrafie und grafischen Arbeiten auseinandersetzte. 2006 besuchte er bei Guillaume Bijl die Salzburger Summer Academy of Fine Arts. Zwischen 2008 und 2009 absolvierte er ein „Post-Diplôme“ an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris. Von 2005 bis 2011 war er persönlicher Assistent des österreichischen Malers Arnulf Rainer in dessen Atelier auf Teneriffa.
2009 ehelichte Fuentes Clara Rainer, die Tochter von Arnulf Rainer, und war bis 2011 mit ihr verheiratet. In den darauffolgenden Jahren kam es zur Zusammenarbeit mit dem österreichischen Aktionskünstler Günter Brus. Es entstanden Gemeinschaftswerke, die in zahlreichen Ausstellungen präsentiert wurden. Seit 2010 lebt Enrique Fuentes in Wien und Berlin und erhielt 2022 die österreichische Staatsbürgerschaft. Seine Werke werden in Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien und Mexiko in Galerien und Museen präsentiert. Zu seinem 40. Geburtstag, der mit seinem 20. Künstlerjubiläum zusammenfiel, widmeten ihm 2019 und 2020 drei Museen in San Luis Potosí (Mexiko) eine umfassende Retrospektive unter dem Titel „40° 20‘ Enrique Fuentes“.
Werk mini|hochkant|Enrique Fuentes, Via Crucis – Die Auferstehung, 2022, 900 × 400 cm, Öl, Pigment und Dispersionsfarbe auf Leinwand, Stephansdom, Wien Fuentes beschäftigt sich intensiv mit Literatur, Poesie, Geschichte und Musik und lässt diese Auseinandersetzung in sein Schaffen einfließen. Seine Werke erscheinen abstrakt, doch er selbst beschreibt sie als Erzählungen, in denen er sich mit unterschiedlichen Themen auseinandersetzt. Er arbeitet vorzugsweise auf großen Formaten, malt mit Pinsel oder bloßer Hand oder schüttet die Farbe direkt auf den Bildträger, wodurch expressive Bildwelten entstehen.
Zu Beginn seiner künstlerischen Karriere war er vom abstrakten Expressionismus der USA und während seiner Studienzeit von der französischen Kunst beeinflusst. Später wurde das Aufeinandertreffen mit den zwei österreichischen Künstlern Arnulf Rainer und Günter Brus für Fuentes künstlerisch prägend. Gemeinsam mit Brus, einem Vertreter des Wiener Aktionismus, schuf Fuentes unter anderem grafische Werkzyklen wie „Catrina die Große“ oder „Goya“.
2020 entwarf Fuentes das Symbol für die Kampagne „Kunst und Sport gegen Rassismus“ der Antidiskriminierungsstelle Steiermark. Der von ihm gestaltete Flügel wurde als Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung auf Sporttrikots gedruckt und insbesondere von Kinder- und Jugendfußballmannschaften, aber auch von prominenten Österreichern und Österreicherinnen getragen.
2022 schuf Fuentes den Werkzyklus „Via Crucis“, einen Kreuzweg, dessen letzte Station das neun mal vier Meter große Ölgemälde „Die Auferstehung“ war. Die sechsteilige, monumentale Arbeit wurde im Wiener Stephansdom angebracht und verdeckte dort in der Adventzeit 2022 den Hauptaltar.
Ausstellungen
Einzelausstellungen (Auswahl) Quellen: 2026 Enrique Fuentes. Cooperari, galerie art moments, Wien, Österreich 2025 Tide - Gezeiten, Schütz Art Museum, Engelhartszell, Österreich 2024 Enrique Fuentes, Château de Monboucher, Lamonzie-Saint-Martin, Frankreich 2023 The Forest – Monboucher, Galeria HMH, Port d’Andratx, Spanien 2022 Enrique Fuentes: Via Crucis, Stephansdom, Wien, Österreich 2022 Requiem II, galerie art moments, Wien, Österreich 2021 Cosmos, galerie art moments, Graz, Österreich 2019 Enrique Fuentes. 40° 20‘ Latitud, Museo Centenario, San Luis Potosí, Mexiko 2019 Nueva Lotería Mexicana, Museo Francisco Cossío, San Luis Potosí, Mexiko 2019 Enrique Fuentes. Piezas del Mes, Museo de Arte Contemporáneo MAC, San Luis Potosí, Mexiko 2018 Atlas Obscuro, Novomatic Forum in Kooperation mit der galerie art moments, Wien, Österreich 2018 Aaren-Klonrotor, Museum Leonora Carrington, San Luis Potosí, Mexiko, Österreich 2015 Die Blumen des Bösen/Las flores del mal, mexikanisches Kulturinstitut, Wien, Österreich 2015 Nueva Lotería Mexicana, La maestranza, Villa de la paz, San Luis Potosí, Mexiko 2014 Der Tod ist ein Hysteriker – Fuentes/Brus, Galerie Trapp, Salzburg, Österreich 2013 Etwas Unmenschliches, Kunsthaus Weiz, Österreich 2012 Einheit der Zwietracht – Enrique Fuentes/Günter Brus, Galerie Gölles, Fürstenfeld, Österreich 2011 Dunkle Energie – Enrique Fuentes/Günter Brus, Galerie Kunst & Handel, Graz, Österreich 2010 Schlafwandeln, Galerie Ulysses, Wien, Österreich 2009 Variaciones, Museo de Arte, Santiago de Querétaro, Mexiko 2008 Instante cualquiera, Stadtmuseum Aguascalientes, Mexiko 2007 Intervalo, Museo Francisco Cossío, San Luis Potosí
Gruppenausstellungen (Auswahl) Quellen:
2026 Exposición Colectiva de Collage, Museo Vizcaínas, Mexiko-Stadt, Mexiko 2025 Gott und Geld, Museum Stift Klosterneuburg, Österreich 2019 Günter Brus & Enrique Fuentes - „Todschwarze Aufzeichnungen“, Hofgalerie Steiermarkhof, Graz, Österreich 2017 Art on Paper, Künstlerhaus Weiz, Österreich 2015 Compassion, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, Deutschland 2015 Koschatzky Award, MUMOK, Wien, Österreich 2013 Catrina die Große, Galerie Sommer, Graz, Österreich 2012 Zusammenwerken – Zusammenwirken. Gemeinschaftsarbeiten von Günter Brus mit Künstlerfreunden seit 1970, Neue Galerie Graz, Österreich 2009 Jadite Gallery, New York, USA
Werke in Sammlungen und Museen Museo de Arte Contemporáneo, San Luis Potosí, Mexiko Schütz Art Museum, Engelhartszell, Österreich Chateau de Monboucher, Frankreich
Literatur Enrique Fuentes, Marion Fischer: Via Crucis. art moments, Wien 2023, ISBN 978-3-200-09012-5. Antonio García Acosta (Hrsg.): 40° 20‘ Enrique Fuentes. Veinte años de trayectoría, Gobierno del Estado de San Luis Potosí, Secretaría de la Cultura de San Luis Potosí, Centro de las Artes de San Luis Potosí, Museo Leonora Carrington San Luis Potosí, San Luis Potosí: Colección Panoptilon, 2020. Johann Baumgartner (Hrsg.): Todschwarze Aufzeichnungen. Günter Brus - Enrique Fuentes. Steiermarkhof - das Kultur- und Bildungszentrum der Landwirtschaftskammer Steiermark, Graz 2019, ISBN 978-3-9504724-3-1. Enrique Fuentes, Marion Fischer: Atlas obscuro. Novomatic Form, Wien 2018, ISBN 978-3-200-05589-6
Videos Atelierbesuch und Interview mit Enrique Fuentes, Art News Portrait, Skript: Patrick Schuster, Regie: Osama Rasheed Enrique Fuentes „Via Crucis – Der Kreuzweg“, Stephansdom, Wien Interview mit Enrique Fuentes anlässlich der Ausstellungen Latitudes 40° 20‘ in San Luis Potosí, Mexiko, CRM Noticias
Weblinks Literatur über Enrique Fuentes im Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek Artists in Residence: Enrique Fuentes im Schütz Art Museum, Engelhartszell Künstlerporträt, Ausstellungsverzeichnis und Werke von Enrique Fuentes in der galerie art moments, Wien Artikel über die Ausstellung „Nueva lotería mexicana“ (2019) von Enrique Fuentes in San Luis Potosí, Mexiko „Die Auferstehung“ von Enrique Fuentes, Artikel der Dompfarre St. Stephan zum Projekt „Via Crucis“ mit dem Hauptwerk „Die Auferstehung“ im Stephansdom, Wien, November 2022
Einzelnachweise
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