Der Rotnacken-Bandvogel (Melanopareia torquata, Syn.: Synallaxis torquatus) ist eine Vogelart aus der Familie der Bandvögel (Melanopareiidae), die in Bolivien, in Paraguay und in Brasilien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale Der Rotnacken-Bandvogel erreicht eine Körperlänge von ca. 14,5 cm bei einem Gewicht von 16,0 bis 23,0 g. Der Oberkopf und der Nacken sind graubraun. Der Oberkopf wird seitlich von einem schmalen, weißlichen Überaugenstreif begrenzt, der schwarz gesäumt ist. Der Saum beginnt direkt oberhalb der Schnabelbasis und reicht bis zum Nacken. Die Zügel und Kopfseiten sind schwarz. Der vordere Bereich des Rückens und die Halsseiten sind rostrot und bilden einen Kragen. Der Rücken und der Bürzel sind braun und weisen einem verborgenen weißen Fleck in der Rückenmitte auf. Die Schwungfedern und die Steuerfedern sind rötlich braun. Die oberen Flügeldecken haben schmale hell olivfarbene oder weiße Säume. Die Kehle ist gelbbraun und über der Brust verläuft ein schwarzer Halbmond, dessen Oberrand einen sehr schmalen weißen Saum begrenzt. Die Unterseite ist gelbbraun, die Brustseiten blass olivbraun und die Flanken kräftiger gelbbraun mit olivfarbener Tönung. Die Iris ist braun, der Schnabel silbern bis blaugrau mit schwarzer Spitze und die Füße blass fleischfarben. Das Jugendkleid ist bisher nicht beschrieben.Jacob Raoul Drucker (2020)

Lautäußerungen Der Gesang des Rotnacken-Bandvogel wird von beiden Geschlechtern das ganze Jahr über vorgetragen. Meist geschieht dieser von einer exponierten Warte in einem niedrigen Strauch aus und dies sogar während der heißesten Tageszeit. Der Gesang wird als eine Abfolge von drei bis sechs lauten, resonanzreichen tschip-Lauten bei einer Frequenz von 2,3 bis 2,7 kHz beschrieben. Diese werden in einem Tempo von einem Phrase pro Sekunde und mit einem Intervallen zwischen den Phrasen von 2,5 bis 3 Sekunden vorgetragen. Gelegentlich gibt er eine längere Serie, die bis zu einer Minute dauern kann, von sich. Ein schimpfender Ruf klingt wie ein durchdringendes tschurr.

Fortpflanzung Das Nest des Rotnacken-Bandvogels ist kugelförmig, besitzt einen seitlichen Eingang und befindet sich in Bodennähe, so etwa in einem Grasbüschel. Es besteht aus geflochtenem, trockenem Gras, das mit Blättern von Bäumen oder Sträuchern vermischt ist. Der Eingang eines Nestes ist ca. 4,2 Zentimeter breit und 3,7 Zentimeter hoch. Das Nest selbst ist ca. 13,5 Zentimeter hoch, ca. 10,0 Zentimeter breit und ca. 10,5 Zentimeter lang. Ein Gelege besteht aus zwei Eiern. Diese sind eiförmig, grünlich-blau und unbefleckt. Sie messen ca. 19,05 mm × 14,95 mm und wiegen ca. 1,55 g. Die Nestlinge sind 12 bis 14 Tage im Nest bevor sie flügge werden. Beide Geschlechter beteiligen sich an der Bebrütung sowie an der Pflege und Versorgung der Nestlinge. Männliche Rotnacken-Bandvögel halten sich einen Brutplatz. Er ist vermutlich zumindest sozial monogam, d. h. dass Individuen als Paar die Jungtiere aufziehen, aber zusätzliche Sexualkontakte haben können.

Verhalten und Ernährung Der Rotnacken-Bandvogel ernährt sich vermutlich von Insekten, doch ist dessen Nahrung bisher nicht weiter untersucht. Wenig ist über sein Verhalten bekannt. Bandvögel sind generell bodenbewohnend oder bewegen sich im unteren Geäst von Sträuchern, wobei sie meist weitgehend verborgen in grasiger Vegetation bleiben. Er bewegt seinen Schwanz bisweilen von einer Seite zur anderen und hält ihn dabei leicht gespreizt. So tritt er gewöhnlich einzeln oder paarweise auf.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Rotnacken-Bandvogels (grün) Der Rotnacken-Bandvogel bevorzugt steinigen, spärlich grasbewachsenen Cerrado mit vereinzelten niedrigen Büschen und knorrigen Bäumen in heißen, trockenen Regionen mit zahlreichen Termitenbauten. Hier scheinen insbesondere die zu den Spindelbaumgewächsen gehörenden Austroplenckia populnea und die zu Clusiaceae gehörende Kielmeyera coriacea eine Rolle zu spielen. So besiedelt er bevorzugt das die offenen Cerrados des Binnenlandes und meidet sowohl geschlossene Lebensräume wie beispielsweise Savannenwald (Cerradão) als auch gestörte Habitate. Zudem nutzt er Gebüschgruppen am Rand von Grasflächen.

Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:. Melanopareia torquata torquata (, 1831)Maximilian zu Wied-Neuwied (1831), S. 697–700 ist in den Cerrados des Binnenlandes im östlichen Brasilien im südlichen Gebiet von Piauí und dem westlichen Bahia verbreitet Melanopareia torquata rufescens , 1924Carl Eduard Hellmayr (1924), S. 167–700 kommt in den Cerrados Zentralbrasiliens und dem nordöstlichsten Gebiet Paraguays vor. Die Unterart ähnelt der Nominatform, unterscheidet aber durch einen rostbraunen statt graubraunen Oberkopf. Melanopareia torquata bitorquata ( & , 1837)Alcide Dessalines d’Orbigny (1837), u. a., S. 24 kommt in den Cerrados von Bolivien im östlichen Gebiet des Departamento Santa Cruz and angrenzenden Brasilien im südwestlichen Mato Grosso vor. Die Subspezies unterscheidet sich sehr deutlich von den beiden anderen Unterarten. Die Oberseite ist olivbraun, die Steuerfedern braun und weniger rötlich. Der vordere Rand des rostfarbenen Nackenbands ist von einem schmalen, weiß gestrichelten schwarzen Halsring eingefasst, und der Farbton des rostfarbenen Nackenbands ist intensiver. Auch die Farbe der Unterseite ist kräftiger und wirkt eher ockerfarben als gelbbraun. In vielen Bereichen ist sie dem Olivscheitel-Bandvogel ähnlicher, hat aber die rostfarbene Nackenfärbung des Rotnacken-Bandvogels.

Die Unterart M. t. bitorquata wird von einigen Autoren als dunkle Variante von M. t. rufescens betrachtet. Aufgrund von Gefiedermerkmalen kamen Leonardo Esteves Lopes und Luiz Pedreira Gonzaga zu dem Schluss, dass es sich hierbei sogar um eine eigenständige Art handelt.Leonardo Esteves Lopes (2016), u. a., S. 138–150 Die Klärung dieser Frage erfordert aber weitere Forschungsergebnisse.

Migration Der Rotnacken-Bandvogel ist vermutlich ein Standvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte mini|links|Melanopareia torquata bitorquata illustriert von Édouard Traviès und gestochen von Christophe Annedouche als Teil der Originalbeschreibung Die Erstbeschreibung des Olivscheitel-Bandvogels erfolgte 1838 durch Maximilian zu Wied-Neuwied unter dem wissenschaftlichen Namen Synallaxis torquatus. Als Verbreitungsgebiet gab er das Binnenland Brasiliens an.Zum Publikationsdatum siehe Edward C. Dickinson und Alain Lebossé (S. 107). 1853 führte Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach die für die Wissenschaft neue Gattung Melanopareia für den Olivscheitel-Bandvogel und den Rotnacken-Bandvogel ein.Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach (1918), S. 146 & 164–165. Dieser Begriff und ab.Melanopareia The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname torquata hat seinen Ursprung in .torquata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Rufescens leitet sich von abrufescens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, bitorquata aus und .bitorquata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Bandvögel