Franz Eduard Herbert Griebitzsch (* 1904 in Leipzig; † 1980) war ein deutscher Kunsthistoriker. Er leitete die Städtischen Kunstsammlungen Duisburg, Vorgänger des heutigen Lehmbruck Museums von 1934 bis 1945 und die Städtische Galerie im Schloss Oberhausen zwischen 1958 und 1969.
Leben Herbert Griebitzsch wurde im Jahr 1904 als Franz Eduard Herbert Griebitzsch in Leipzig geboren. Er studierte an den Universitäten Leipzig, Wien und Freiburg Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft. Seine Promotion erfolgte bei Leo Bruhns in Leipzig und thematisierte spätgotische Hallenkirchen. Am 6. Mai 1934 übernahm Griebitzsch die Leitung der Städtischen Kunstsammlungen Duisburg vom Gründungsdirektor August Hoff. Mit seinem Amtsantritt wurden die Werke in der Königstraße im Stadtzentrum präsentiert.
Nach der Kunsthistorikerin Rhea Rebecca Barg waren Griebitzschs Entscheidungen stark vom nationalsozialistischen Kunstgeschmack geprägt. Am 2. Januar 1942 wurde er schließlich zur Wehrmacht eingezogen und überließ die kommissarische Leitung des Kunstmuseums seiner Frau Hanny Griebitzsch-Leyendecker, bis er am 10. März 1943 zurückkehrte. Nach 1945 erhielt Griebitzsch durch die englischen Besatzungsbehörden zunächst ein Betätigungsverbot. Erst 1947 kann er als freier Mitarbeiter der Städtischen Galerie Oberhausen nachgewiesen werden.
Ab 1958 übernahm er die Leitung der Städtischen Galerie Oberhausen und stand dieser bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1969 vor. Hier stand der Wiederaufbau der teilweise zerstörten Museumsgebäude im Vordergrund. In Griebitzschs Ägide kam die Sammlung Glas des 20. Jahrhunderts sowie Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit des Kölner Kunstsammlers Kasimir Hagen nach Oberhausen. Herbert Griebitzsch starb im Jahr 1980.Rhea Rebecca Barg: Das Lehmbruck Museum in Duisburg. Baugeschichte – Architektur – Sammlung. Diss. Münster 2014. S. 69 (Fußnote 249).
Werke (Auswahl) Griebitzsch veröffentlichte eine Vielzahl von Künstlerbiografien. Dabei entstanden die meisten dieser Werke unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als Griebitzsch aufgrund seiner Verstrickungen in die NS-Kulturpolitik nicht im Museum arbeitete. Daneben können mehrere Aufsätze in der Zeitschrift Die Kunst für alle und in den Rheinischen Blättern nachgewiesen werden. Der Bildhauer Hans Stangl. München, Bruckmann 1937. Jean Baptist Hermann Hundt. Merkur-Verlag, Düsseldorf 1946. Kurt Neyers. Merkur-Verlag, Düsseldorf 1947. Die Bildhauerin Maria Fuß. Merkur-Verlag, Düsseldorf 1947
Literatur Rhea Rebecca Barg: Das Lehmbruck Museum in Duisburg. Baugeschichte – Architektur – Sammlung. Diss. Münster 2014.
Einzelnachweise
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