Karl Emil Felix Lampe (* 31. Juli 1868 in Berlin; † 24. Januar 1946 in Berlin-Zehlendorf) war ein deutscher Geograph, Gymnasialprofessor und Leiter der Bildstelle des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht in Berlin.
Leben und Wirken Jugend und Lehrertätigkeiten Der Vater Emil Lampe war Mathematiklehrer und wurde später Professor an der Technischen Hochschule und Geheimer Regierungsrat. Felix Lampe besuchte das Luisenstädtische Gymnasium, wo sein Vater vorher unterrichtet hatte, und studierte danach Geschichte, Geographie und Deutsch an den Universitäten in Bonn und Berlin.Franz Kössler, Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts, Gießen 2008, S. 3184, mit biographischen Details bis 1899 1892 wurde er promoviert und legte 1893 seine Oberlehrerprüfung ab. Er absolvierte ein Studienjahr in Landsberg/Warthe und ein Probejahr am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin. 1899 wurde er Oberlehrer an der 10. Realschule in Berlin und 1904 am Andreas-Realgymnasium. Danach wechselte er möglicherweise an weitere Schulen. 1910 wurde er zum Gymnasialprofessor ernannt.
Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht 1916 wurde Felix Lampe zum Leiter der Pädagogischen Abteilung des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht in Berlin ernannt.Michael Annegarn-Gläß, Neue Bildungsmedien revisited, Bad Heilbronn 2020, S. 186, mit einigen Angaben zu seinen Tätigkeiten im Zentralinstitut 1919 wurde er Leiter der neu geschaffenen Bildstelle des Zentralinstituts. Diese prüfte alle neuen deutschen Lehr- und Kulturfilme und bewertete sie.Philipp Osten, Unterhaltung und Belehrung in Kinos und Schulen der Weimarer Republik, in ders. et al. (Hrsg.), Vorprogramm. Lehrfilm/Gebrauchsfilm/Propagandafilm/unveröffentlichter Film in Kinos und Archiven am Oberrhein 1900–1970. Eine französisch-deutsche Vergleichsstudie, A25 Rhinfilm, Heidelberg, Strasbourg 2015, S. 98–120 (PDF), mit einigen Details über seine Tätigkeiten dort, mit Foto (S. 101) Ab 1924 führten gute Prädikate zu Steuererleichterungen. Felix Lampe ernannte die Prüfungskommissionen und war Vorsitzender in einigen. In den folgenden Jahren entwickelte er enge Verbindungen zu Vertretern der Filmindustrie, was zu voreingenommenen Filmbewertungen führte. Ihm wurde auch zunehmendes selbstherrliches Verhalten vorgeworfen, weshalb er 1931 aus dem Amt schied.Ursula von Keitz, Felix Lampe, in Friedrich Zimmermann, Kay Hoffmann (Hrsg.), Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland, 3, 2005, S. 804, mit biographischen Details ab 1910 In den folgenden Jahren war er an der Zusammenstellung von einigen Filmen beteiligt.
Werke Schriften Felix Lampe veröffentlichte einige Schriften zu geographischen und weiteren Themen.Schriften von Felix Lampe WorldCat
Berlin und die Mark Brandenburg, 2., überarbeitete Auflage 1909, 3., erweiterte Auflage 1930. Vom Rhein. Nachdenkliche Plaudereien, Stuttgart 1913. Erdkunde und deutsche Schule, Gotha 1913. Bilder-Atlas zur Länderkunde, 2. Auflage, Halle 1916, 3. Auflage 1922. Der Film in Schule und Leben, Berlin 1924.
Filme Kompilationsfilme Felix Lampe machte einige Filme, die Zusammenstellungen (Kompilationsfilme) aus Dokumentarfilmaufnahmen anderer Kameraleute und Regisseure waren, teilweise ohne dieses besonders zu betonen. 1921 Die Alpen. Geographische Laufbilder zu Lehrzwecken 1921 Die Lüneburger Heide 1921 Aus Syrien und dem Heiligen Lande. Geographische Laufbilder zu LehrzweckenAus Syrien und dem Heiligen Lande European film, mit Film 1921 Bilder aus Griechenland 1921 Berlins Entwicklung. Bilder vom Werdegang einer Weltstadt. Bewegliche Stadtplanskizzen. Aufnahmen aus alter und neuer Zeit 1923 Völker und Kulturen aus Südost-Asien 1931 Völkerschicksal zwischen Großem und Indischem Ozean 1932 Zu den Kopfjägern durch das Inka-Reich 1934 Auf den Spuren der Hanse 1938 Reise nach Batavia
Regie In einigen Filmen gab es einen Drehstab, der zumindest einige Szenen selbst herstellte. Diese wurden wahrscheinlich durch Aufnahmen aus Filmen anderer Regisseure ergänzt, ohne dieses zu kennzeichnen. 1931 Instinkt und Verstand (Naturfilm?) 1931 Wunder der Tierwelt im Wasser 1935 Im Lande Widukinds (mit eigenen inszenierten Spielfilmszenen) 1937 Spreehafen Berlin 1937 Weltstadt am Wasser (über Berlin)
Drehbücher Felix Lampe entwarf außerdem Konzepte für ähnliche Filme anderer Regisseure zu völkerkundlichen und geographischen Themen
Literatur Ursula von Keitz: Felix Lampe. In: Peter Zimmermann, Kay Hoffmann (Hrsg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Teil 3. Drittes Reich 1933–1945. Reclam, Stuttgart 2005, S. 804 (mit biographischen Angaben).
Weblinks
Felix Lampe Filmportal
Einzelnachweise
Kategorie:Geograph (20. Jahrhundert) Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1868 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann