Karl Friedrich Splittegarb (* 27. März 1753 in Mittel-Steinkirch bei Lauban in Schlesien; † 18. November 1802 in Berlin) war ein deutscher Theologe und Pädagoge.
Leben Splittegarb war der Sohn von Johann Bernhard Splittegarb (1715–1765) und dessen erster Frau Christiane Elisabeth Splittegarb geb. Thiemann. Er studierte in Frankfurt a. d. Oder Theologie, wechselte 1776 nach Berlin und gründete dort eine Schule für Knaben vom fünften bis zum zwölften Lebensjahr. Diese Institution bestand bis 1886 und befand sich nacheinander in der Brüderstraße (bis 1820), dann in der Scharrenstraße, ab 1863 in der Neuen Grünstraße. Splittegarbs Privatschule erteilte Unterricht in fremden Sprachen, sowie in Mathematik, Geographie und Geschichte. 1849 hatte sie 241 Schüler. Splittegarb verfasste eine Reihe von bis weit ins 19. Jahrhundert hinein weit verbreiteten Schulbüchern.
Sein heute bekanntestes Werk ist der Text des Weihnachtsliedes Morgen, Kinder, wird’s was geben, der erstmals 1795 unter dem Titel Die Weihnachtsfreude in der 2. Auflage seiner Lieder zur Bildung des Herzens erschien. Der Text geht auf eine ältere Vorlage aus der Kleinen Kinderbibliothek (1782) von Johann Heinrich Campe zurück.
1801 heiratete Splittegarb Friederike Henriette Singer, starb jedoch kurze Zeit später nach schwerem Leiden an Nervenschwäche.
Veröffentlichungen Deutsches Lesebuch für die ersten Anfänger. 1784. Handbuch für Lehrer beim Unterricht im Rechnen. Zwei Theile. 1784. Taschenbuch für Kinder. 1784. Ueber den vortheilhaften Gebrauch des Berlinischen Taschenbuches für Kinder. 1784. Anleitung zum Rechnen. Zwei Theile. 1785. Französisches ABC-Spiel oder Vorschläge, wie man das Französischlernen erleichtern könne. 1785. Fragen über den Inhalt des Berlinischen Taschenbuches für Kinder zur Beförderung einer nützlichen Selbstbeschäftigung, des eigenen Nachdenkens und der ersten Uebungen im Stil. 1786. Lieder der Weisheit und Tugend zur Bildung des Gesanges und des Herzens. Hesse, Berlin 1786.staatsbibliothek-berlin.de 2. Auflage unter dem Titel: Lieder zur Bildung des Herzens. Franke, Berlin 1795. staatsbibliothek-berlin.de Fröliche Lieder bey Tische und Spaziergängen zu singen. Hesse in Commission, Berlin 1787. Deutsches Lesebuch für die Jugend. I, II. 1787–1789. Wie lehrt man Kindern am leichtesten die französische Sprache? 1788. Französisches Lesebuch für Anfänger. 1788. Verbessertes ABC-Spiel oder Bemerkungen für Eltern und Lehrer über das Lesenlehren und den Gebrauch des deutschen Lesebuches. 1788. Neue Bemerkungen über das Lesenlehren, die deutsche Rechtschreibung u. s. w. 1788. Neues Taschenbuch für die Jugend oder Anekdoten aus der Jugendgeschichte berühmter und guter Menschen, herausgegeben von Johann Georg Müchler (1724 bis 1819) und K. F. Splittegarb. 1794. Lateinisches Lesebuch für Anfänger. 1794. ABC- oder erstes Schulbuch. 1799. Deutsche Sprachlehre für Anfänger mit Aufgaben. 1800. Heilige Lieder. Freunden der Andacht geweiht. 1801.
Literatur Johann Heinrich Friedrich Ulrich: Bemerkungen eines Reisenden durch die Kgl. Preußischen Staaten, in Briefen. Altenburg 1779. Neuestes gelehrtes Berlin. II. Teil. Berlin 1795, S. 190–193; MDZ München. Albrecht Weyermann: Historisches Handbuch der merkwürdigsten Personen, welche im neunzehnten Jahrhunderte gestorben sind. Erster Band. Christoph Kranzfelder, Augsburg 1806, S. 182 f. (). Dietrich Rittershausen: Beiträge zur Geschichte des Berliner Elementarschulwesens. Berlin 1865. Heinrich Wohlthat: Die höhere Knabenschule der St. Petriparochie zu Berlin. Festschrift. 1876. August Engelien: Geschichte der neuhochdeutschen Grammatik sowie der Methodik des grammatischen Unterrichts in der Volksschule. 1886.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Pädagoge (18. Jahrhundert) Kategorie:Geboren 1753 Kategorie:Gestorben 1802 Kategorie:Mann Kategorie:Schulleiter (Berlin) Kategorie:Liedtexter