Hans-Dieter „Hansi“ Flick (* 24. Februar 1965 in Heidelberg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer.

Als Spieler absolvierte er für den FC Bayern München und den 1. FC Köln 148 Spiele in der Bundesliga. Die größten Erfolge seiner Spielerkarriere waren die Gewinne der deutschen Meisterschaft 1986, 1987, 1989 und 1990 sowie der Gewinn des DFB-Pokals 1986 jeweils mit dem FC Bayern.

Anschließend startete Flick eine Trainerlaufbahn. Nach Anfängen beim FC Victoria Bammental, der TSG 1899 Hoffenheim und beim FC Red Bull Salzburg arbeitete er über acht Jahre als Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, mit dem er bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien Weltmeister wurde. Es folgten Stationen als Funktionär beim DFB und der TSG 1899 Hoffenheim, ehe Flick im Sommer 2019 beim FC Bayern München als Co-Trainer von Niko Kovač in den Trainerberuf zurückkehrte. Anfang November 2019 wurde Flick Cheftrainer des FC Bayern, mit dem er in der Folge als zweiter Trainer der Fußballgeschichte (nach Pep Guardiola 2009 mit dem FC Barcelona) das Sextuple aus Meisterschaft, dem nationalen Pokal, der Champions League, dem nationalen Supercup, dem UEFA Super Cup und der Klub-Weltmeisterschaft gewann, ehe 2021 eine weitere Meisterschaft folgte. Von August 2021 bis September 2023 war Flick Bundestrainer. Er betreute die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2022, bei der man zum zweiten Mal in Folge in der Vorrunde ausschied, und war der erste DFB-Bundestrainer, dessen Amtszeit durch Entlassung vorzeitig beendet wurde. Seit Juli 2024 ist er Cheftrainer des FC Barcelona und gewann in seiner ersten Saison das nationale Triple aus Meisterschaft, Pokal- und Supercupsieg.

Karriere als Spieler Nach Durchlauf der Jugendvereine BSC Mückenloch, SpVgg Neckargemünd und SV Sandhausen zählte Flick ab der Saison 1982/83 zum Oberliga-Kader des SV Sandhausen.Kaderübersicht SV Sandhausen von 1978 bis 2005 auf der Website des Fanclubs Carpe Diem Sandhausen, abgerufen am 18. Juni 2017.

Nach drei Spielzeiten erhielt er als 20-Jähriger einen Lizenzspielervertrag beim FC Bayern München, für den er in fünf Jahren über 100 Bundesligaspiele absolvierte und mit dem er viermal deutscher Meister wurde und einmal den DFB-Pokal gewann. Udo Latteks Assistent Egon Coordes hatte den Mittelfeldspieler damals bei einer Partie Sandhausens gegen Ludwigsburg beobachtet, woraufhin Flick bereits einen Tag später den Kontrakt in München unterzeichnete.Hansi Flick: Privatleben und Karriere – alle Infos zum Bayern-Trainer, heidelberg24.de, abgerufen am 20. April 2021. Mit dem FC Bayern stand der Kurpfälzer neben Spielern wie Jean-Marie Pfaff, Lothar Matthäus, Michael Rummenigge oder „Wiggerl“ Kögl im Frühjahr 1987 im Endspiel um den Europapokal der Landesmeister. Man verlor mit 1:2 gegen den FC Porto, Flick war der einzige Bayern-Spieler, der ausgewechselt wurde.

Von 1990 bis 1993 stand Flick beim 1. FC Köln unter Vertrag, für den er 44-mal zum Einsatz kam und dabei einen Treffer erzielte. Diverse und langwierige Verletzungen zwangen den Kurpfälzer in die Sportinvalidität. Im September 1992 bestritt er sein letztes Bundesligaspiel; im Jahr darauf beendete Flick mit 28 Jahren seine aktive Profikarriere.

Flick spielte 1983 zweimal für die U18-Nationalmannschaft: am 15. und 17. Mai in Bolton bzw. Liverpool in den Vorrundenspielen der Europameisterschaft beim 1:0-Sieg gegen Schweden und beim 3:1-Sieg gegen Bulgarien.

1994 wurde er Spieler beim FC Victoria Bammental. Bammental ist der Heimatort von Flicks Ehefrau Silke und seit 1994 sein Wohnort. Im Ort eröffnete Flick ein Sportgeschäft und betrieb es bis 2017.

Karriere als Trainer und Funktionär Anfänge Seine Trainerkarriere begann Flick 1996 als Spielertrainer beim FC Victoria Bammental, der zu dieser Zeit in der Oberliga Baden-Württemberg spielte. Am Ende der Saison 1998/99 stieg der Verein in die Verbandsliga Nordbaden ab, in der Flick noch eine Saison lang tätig war.

Zur Saison 2000/01 übernahm Flick den Trainerposten beim ambitionierten Oberligisten TSG 1899 Hoffenheim und stieg am Saisonende als Staffelmeister in die Regionalliga Süd auf. Seinen Trainerschein erwarb Flick im Jahr 2003 an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Gemeinsam mit Thomas Doll wurde er als Jahrgangsbester ausgezeichnet.

Nach den Platzierungen 13, 5, 5, 7 und somit dem mehrmaligen Scheitern beim Versuch in die 2. Bundesliga aufzusteigen, wurde Flick am 20. November 2005 von seiner Trainertätigkeit entbunden. Anschließend arbeitete er unter Giovanni Trapattoni und mit Lothar Matthäus im Trainerstab des FC Red Bull Salzburg.

Co-Trainer von Bundestrainer Löw mini|Joachim Löw und Flick bei der Bekanntgabe Flicks als Co-Trainer (2006) Am 23. August 2006 wurde er vom Deutschen Fußball-Bund zum Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw zur Betreuung der deutschen A-Nationalmannschaft berufen. In der entsprechenden öffentlichen Verlautbarung wurde Flick, der bis dahin in keinem Arbeitsverhältnis mit dem DFB gestanden hatte, als Wunschkandidat für das Amt des Assistenztrainers vorgestellt. Zusammen bildeten Löw und Flick das erste Trainergespann der Nationalmannschaft, bei dem beide nie in der Nationalmannschaft gespielt hatten.

Neben seiner Arbeit auf dem Platz war Flick an der Erstellung von Datenbanken, die Informationen über die körperliche und technische Entwicklung der Nationalspieler liefern, beteiligt. Auch für den Nachwuchsbereich der deutschen Fußballnationalmannschaft wurden unter Beteiligung von Flick Datenbanken zur Entwicklung der Spieler erstellt.Tobias Schächter: Rund – Das Fußballmagazin, 1. Januar 2014.

Im Viertelfinale der Euro 2008 gegen Portugal war Flick verantwortlicher Trainer der deutschen Mannschaft, da Joachim Löw von der UEFA für dieses Spiel gesperrt worden war; Deutschland gewann das Spiel.

Am 10. November 2010 erhielt er den Bambi in der Kategorie „Ehrenpreis der Jury“, die Laudatio hielt Mesut Özil.

2014 wurde die deutsche Nationalmannschaft mit Flick als Co-Trainer Fußballweltmeister. Da er auf die Gelegenheit, selbst Nationaltrainer zu werden, nicht warten wollte, trat Flick nach dem Titelgewinn als Co-Trainer zurück.

DFB-Sportdirektor Nach der Weltmeisterschaft 2014 gab Flick sein Amt als Co-Trainer auf und wechselte zum 1. September 2014 auf den Posten des Sportdirektors beim DFB. Er erhielt dort einen Fünfjahresvertrag bis zum August 2019.DFB verlängert mit Bundestrainer Löw bis 2016 DFB.de, 18. Oktober 2013. Am 16. Januar 2017 verließ er auf eigenen Wunsch den Deutschen Fußball-Bund.

Geschäftsführer Sport in Hoffenheim Mit dem Beginn der Saison 2017/18 wurde Flick Geschäftsführer Sport der TSG 1899 Hoffenheim und damit dem langjährigen Direktor Profifußball Alexander Rosen vorgesetzt.Hans-Dieter Flick rückt in TSG-Geschäftsführung, tsg-hoffenheim.de, 23. Mai 2017, abgerufen am 18. April 2021. Die Zusammenarbeit, die vertraglich auf fünf Jahre angelegt war, wurde jedoch bereits nach acht Monaten, am 26. Februar 2018, vorzeitig beendet.

Sextuple-Sieger mit dem FC Bayern München Zur Saison 2019/20 wurde Flick Co-Trainer beim FC Bayern München. Er folgte auf Peter Hermann, der den Verein nach Ablauf seines Vertrages verlassen hatte, und wurde neben Robert Kovač Assistent von dessen Bruder Niko. Nachdem sich der Verein von den Kovač-Brüdern getrennt hatte, übernahm Flick ab dem 4. November 2019 die Mannschaft als Interimstrainer.FC Bayern trennt sich von Niko Kovač, fcbayern.com, 3. November 2019, abgerufen am 3. November 2019. Zu diesem Zeitpunkt stand der Rekordmeister nach 10 Spieltagen mit 18 Punkten auf dem 4. Platz. Nach Siegen gegen Olympiakos Piräus (Champions League, 2:0) und Borussia Dortmund (Bundesliga, 4:0) bestätigte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in der Länderspielpause im November, dass Flick mindestens bis zum Ende der Hinrunde Cheftrainer bleiben würde,Hansi Flick bleibt Trainer des FC Bayern, fcbayern.com, 15. November 2019, abgerufen am 15. November 2019. bereits am 22. Dezember 2019 verkündete der Verein, mindestens bis Saisonende an seinem Trainer festzuhalten., spiegel.de, 22. Dezember 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.

Anfang April 2020 verlängerten Flick und der FC Bayern den Vertrag bis Mitte 2023.FC Bayern verlängert mit Cheftrainer Hansi Flick bis 2023, fcbayern.com, 3. April 2020, abgerufen am 3. April 2020. Flick wurde in der Folge zum ersten Bayern-Trainer, der 22 seiner ersten 25 Pflichtspiele gewann (Guardiola gewann 21 der ersten 25). Mit 32 ungeschlagenen Partien in Folge (davon 31 Siege) und 23 Pflichtspielsiegen nacheinander stellte er mit seinem Team jeweils neue Rekorde im deutschen Profifußball auf. Am 32. Spieltag gewann er mit dem FC Bayern München vorzeitig die 30. Deutsche Meisterschaft. Im Juli 2020 folgte der Gewinn des DFB-Pokal-Finals nach einem Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen, im August 2020 das Finalturnier der Champions League in Lissabon. Nach einem 8:2-Sieg gegen den FC Barcelona im Viertelfinale zog die Mannschaft über Olympique Lyon in das Endspiel ein, in dem Paris Saint-Germain mit 1:0 besiegt und damit zum zweiten Mal nach 2013 das Triple gewonnen wurde. Wenige Tage später wurde Flick zum Fußballtrainer des Jahres gewählt.Flick löst Klopp als Trainer des Jahres ab, kicker.de, 30. August 2020, abgerufen am 1. September 2020. Im Anschluss an die Saison hatte der Trainer keinen Einfluss auf die Wechsel des vormaligen Stammspielers Thiago und des Ersatzkeepers Sven Ulreich, was sein Verhältnis zu Salihamidžić negativ beeinflusste.kicker, Ausgabe 32/2021, S. 17–19, abgerufen am 22. April 2021.

Im September 2020 folgten der Gewinn des UEFA Super Cups und des DFL-Supercups. Im Oktober wurde Flick von der UEFA als Europas Trainer des Jahres ausgezeichnet, womit er zum ersten Preisträger der neu geschaffenen Auszeichnung wurde.Hansi Flick ist Europas Trainer des Jahres 2020, kicker.de, 1. Oktober 2020, abgerufen am 1. Oktober 2020. Im Februar 2021 folgte der Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft, die aufgrund der COVID-19-Pandemie vom ursprünglichen Dezember-Termin in den Februar 2021 verschoben worden war. Das Sextuple hatte vorher nur Pep Guardiola mit dem FC Barcelona im Jahr 2009 gewonnen.