Philipp Jakob Rämpl (* 1728 in Holzhausen; † 15. April 1809 in München) war ein deutscher Bildhauer und Vertreter des bayerischen Rokoko.
Leben mini|Skulptur des Hl. Nepomuk, im Chorraum der Kirche St. Valentin in Endlhausen; 1773 Philipp Jakob Rämpl wurde im Frühjahr 1728 in Holzhausen am Waginger See als Sohn eines Webmeisters geboren. Sein Vater erkannte früh die Begabung des Jungen und ließ ihn das Bildhauerhandwerk erlernen. Es wird angenommen, wenngleich dies archivalisch nicht belegt ist, dass der junge Rämpl im Salzburger Kunstkreis prägende Eindrücke erhielt, die seine künstlerische Entwicklung nachhaltig beeinflussten.
Am 29. Juni 1754 begann er seine Ausbildung an der kaiserlichen Kunstakademie in Wien. Dort blieb er bis Mai 1756, ehe er für mindestens drei Jahre in die Werkstatt des Bildhauers Johann Baptist Straub in München eintrat. In dieser Zeit wirkte er an zahlreichen Aufträgen seines Lehrmeisters mit. Zu den Orten, an denen er tätig war, gehörten unter anderem Aschau, Andechs, Reisach am Inn, Schäftlarn, Berg am Laim und Ettal.
Während seiner letzten Station als Bildhauergeselle in Wemding schuf Rämpl unter anderem den Hochaltar in Maria Brünnlein. Im Jahr 1762 ließ er sich in Wolfratshausen nieder. Durch die Heirat mit Adelheid Krinner, einer Enkelin des Bildhauers Joseph Krinner, erwarb er die Meistergerechtigkeit und das Bürgerrecht.
Die folgenden beiden Jahrzehnte bildeten die künstlerische Hauptschaffenszeit Rämpls. Die Augustinerchorherren von Dietramszell schätzten ihn außerordentlich und verschafften ihm zahlreiche Aufträge. Arbeiten von ihm entstanden unter anderem für die Stiftskirche Dietramszell sowie für Kirchen in Thankirchen, Linden, Lochen, Ascholding, Siegertshofen und Peretshofen.
Im Jahr 1770 erhielt Rämpl von Propst Franziskus Kamm den Auftrag zur vollständigen Ausstattung der Wallfahrtskirche St. Leonhard in Dietramszell. Dieser Auftrag, den er bis 1774 ausführte, zählt zu den bedeutendsten Werken seines Schaffens.
1784 verkaufte Rämpl sein Haus in Wolfratshausen. Anschließend zog er nach München, wo er in der Au eine Wohnung mietete. Dort beschäftigte er sich vor allem mit kleineren Aufträgen. Er starb am 15. April 1809 im Alter von 81 Jahren in München an „Entkräftung“.
Sein Sohn Joseph Bernhard Rämpl war ebenfalls Bildhauer.
Werke (Auswahl) Wallfahrtskirche St. Leonhard, Dietramszell, Kanzel und Altäre Stiftskirche Mariä Himmelfahrt, Dietramszell, Seitenaltäre Filialkirche St. Nantovinus und Laurentius, Wolfratshausen, Apostelfiguren im Chor Filialkirche Mariä Himmelfahrt, Ergertshausen, Kanzel Pfarrkirche St. Andreas, Wolfratshausen, Kreuzigungsgruppe Filialkirche St. Josef, Starnberg, Kruzifix Filialkirche St. Nikolaus, Warching, Statuen des hl. Johannes Baptist und der hl. Margareta von Antiochia St. Katharina, Thankirchen, Hochaltar Pfarrkirche St. Laurentius, Großdingharting, Altar mit Figuren Wolfratshausen, Kreuzweg und Kalvarienberg
Literatur
Diss. Ludwig-Maximilians-Universität, München 1994.
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Bildhauer des Rokoko Kategorie:Geboren 1728 Kategorie:Gestorben 1809 Kategorie:Mann