Angela Harutyunyan (; [Anschela Harutjunjan]; * 1982 in Gjumri) ist eine armenische Kunsthistorikerin, Hochschullehrerin und Kuratorin. Sie ist Professorin für Kunstwissenschaft, Kunstgeschichte und Kunsttheorie am Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik der Universität der Künste Berlin. Ihre Forschung behandelt postsowjetische Kunst und Kultur, marxistische Ästhetik, historische Temporalität und kuratorische Theorie.

Leben Harutyunyan studierte Kunstgeschichte an der Staatlichen Universität Jerewan, schloss dort ein Bachelor- und ein Masterstudium ab und ging 2004 zunächst nach Europa und später in den Nahen Osten. Sie absolvierte ein weiteres Masterstudium an der International University of Bremen und wurde 2009 an der University of Manchester promoviert. Im Jahr 2010 war sie Gastprofessorin und Leiterin des Kunstprogramms an der American University in Cairo. Von 2011 bis 2023 lehrte sie an der Amerikanischen Universität Beirut, wo sie auch das kunsthistorische Programm leitete. Anschließend wurde sie Professorin an der Universität der Künste Berlin.

Wirken Harutyunyan gehört zu den Gründungsredakteurinnen der bei MIT Press erscheinenden Zeitschrift ARTMargins und ist Gründungsmitglied des Ashot Johannissyan Research Institute in the Humanities in Jerewan sowie des Beirut Institute of Critical Analysis and Research. Ihre Monografie The Political Aesthetics of the Armenian Avant-garde: The Journey of the “Painterly Real”, 1987–2004 erschien 2017 bei Manchester University Press und untersucht spät- und postsowjetische Kunst in Armenien vom Ende der 1980er- bis in die frühen 2000er-Jahre. Darin entwickelt sie eine Kunstgeschichtsschreibung des Postsowjetischen, die Bruch und Kontinuität gegenüber der sowjetischen Vergangenheit zusammen denkt. Gemeinsam mit Nat Muller kuratierte sie die Ausstellung This is the Time. This is the Record of the Time, die 2014 im Stedelijk Museum Bureau Amsterdam und 2015 in den AUB Art Galleries in Beirut gezeigt wurde. Die gleichnamige Veröffentlichung erschien 2016 als von Harutyunyan und Muller herausgegebene Anthologie über Zeit, Temporalität und deren Aufzeichnung. Im Jahr 2025 wurden Harutyunyan und Paula Nascimento als Kuratorinnen der 17. Schardschah-Biennale bekanntgegeben. Die Biennale trägt den Titel What remains, sits restive und soll vom 21. Januar bis 13. Juni 2027 in Schardscha stattfinden.

Veröffentlichungen (Auswahl) Harutyunyan, A., Hörschelmann, K., & Miles, M. (Hrsg.). (2009). Public spheres after socialism. Intellect Books. ISBN 978-1-84150-212-0. Harutyunyan, A., Özgün, A., & Goodfield, E. (2011). Event and counter-event: The political economy of the Istanbul Biennial and its excesses. Rethinking Marxism, 23(4), 478–495. https://doi.org/10.1080/08935696.2011.605280 Harutyunyan, A. (2012). The real and/as representation: TV, video, and contemporary art in Armenia. ARTMargins, 1(1), 88–109. https://doi.org/10.1162/ARTM_a_00002 Harutyunyan, A., & Muller, N. (Hrsg.). (2016). This is the time. This is the record of the time. American University of Beirut Press. ISBN 978-9953-586-20-5. Harutyunyan, A. (2017). The political aesthetics of the Armenian avant-garde: The journey of the “painterly real,” 1987–2004. Manchester University Press. https://doi.org/10.7228/manchester/9780719089534.001.0001 ISBN 978-0-7190-8953-4. Harutyunyan, A. (2021). Landscape and its double: The technological sublime. ARTMargins, 10(1), 66–76. https://doi.org/10.1162/artm_a_00286

Einzelnachweise

Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Amerikanische Universität Beirut) Kategorie:Hochschullehrer (Universität der Künste Berlin) Kategorie:Ausstellungskurator Kategorie:Armenier Kategorie:Geboren 1982 Kategorie:Frau