Martha Root ist das Pseudonym einer anonym auftretenden Hackerin, Sicherheitsforscherin und Aktivistin. Bekannt wurde sie Ende 2025, als sie beim 39. Chaos Communication Congress drei von weißen Suprematisten genutzte Webpräsenzen löschte.

Leben Root hält ihre bürgerliche Identität geheim und begründet dies mit den Gefahren, welche von den von ihr untersuchten neonazistischen und rassistischen Netzwerken ausgingen. In der Öffentlichkeit verbirgt sie ihr Gesicht mit einem pinkfarbenen Kostüm der Power Rangers, das zugleich Schutz bieten und den ernsten Gegenstand ihrer Arbeit mit Humor kontrastieren soll.

Wirken WhiteDate Root untersuchte über mehrere Monate WhiteDate, WhiteChild und WhiteDeal, drei miteinander verknüpfte Plattformen aus dem Umfeld weißer Suprematisten. Dabei setzte sie KI-gestützte Personas, automatisierte Gesprächsanalyse, Web Scraping und Methoden der Open Source Intelligence ein, um Strukturen und Beteiligte des Netzwerks zu ermitteln. Root arbeitete dabei mit den Journalisten Christian Fuchs und Eva Hoffmann zusammen, deren Recherche WhiteDate als international genutzte Datingplattform mit rassistischen und antisemitischen Inhalten beschrieb. Über die Partnersuche hinaus diente das Portal in thematischen Untergruppen auch der rechtsextremen Vernetzung. Am 29. Dezember 2025 stellte Root die Recherche gemeinsam mit Hoffmann und Fuchs beim 39C3 in Hamburg unter dem Titel The Heartbreak Machine: Nazis in the Echo Chamber vor. Am Ende des Vortrags löschte sie live die Serverinhalte von WhiteDate, WhiteChild und WhiteDeal; die Seiten waren anschließend zunächst nicht mehr erreichbar. Eine Auswahl zuvor kopierter Profildaten machte sie öffentlich, während ein vollständiger Datensatz dem Transparenzkollektiv Distributed Denial of Secrets für den kontrollierten Zugang durch Journalisten und Forschende übergeben wurde. Auswertungen des Materials legten Verbindungen zu britischen Rechtsextremen offen; eine konservative Kommunalpolitikerin wurde nach Bekanntwerden ihres Profils suspendiert. Die Aktion fand breite Zustimmung, löste aber auch eine Debatte über die ethischen Grenzen digitalen Aktivismus aus.

Kopfpilz Im Juni 2026 machte Root Wolfram Weimers vergriffenen Gedichtband Kopfpilz öffentlich zugänglich, indem sie ein Exemplar der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig übergab und eine Digitalisierung im Internet bereitstellte. Sie verstand die Aktion als archivierenden Eingriff in eine öffentliche kulturpolitische Debatte und kritisierte sowohl Weimers Umgang mit seinem Frühwerk als auch die darin enthaltenen Darstellungen sexualisierter Gewalt. Ein physisches Exemplar sollte zugunsten der Initiative Lesen hilft! versteigert werden.

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