Chase XCG-14 war die Bezeichnung für die Ausgangskonstruktion einer Entwicklungsreihe von Lastenseglern des US-amerikanischen Herstellers Chase Aircraft.

Geschichte Der 1921 aus Russland geflüchtete Michael Stroukoff gründete im Februar 1943 die Chase Aircraft Company in New York City. Zwischen 1926 und 1933 hatte er bereits, basierend auf mathematischen Grundlagen, ein dünnes Profil mit großer Streckung entwickelt, das sich später als sehr effizient erweisen sollte. Ende 1942 gaben die United States Army Air Forces (USAAF) eine Ausschreibung für einen Lastensegler heraus, der in der Lage sein sollte einen 1/4-Tonnen-Jeep zusammen mit der Mannschaft bzw. 15 Soldaten oder die Wartungscrew für ein Jagdflugzeug zu transportieren. Weiterhin sollte der Lastensegler mit einer ausreichend hohen Geschwindigkeit von Jagdflugzeugen geschleppt werden können. Jagdgruppen sollten so in die Lage versetzt werden auf vorgeschobenen Einsatzplätzen die Wartung der Einsatzmaschinen autark vornehmen zu können.

XCG-14 (Chase MS-1) Direkt nach der Anfrage der USAAF mit einem Request for Proposals konnte Stroukoff ein vorab ausgearbeitetes Konzept auf Grundlage seiner eigenen Tragflügelentwicklung präsentieren. Kurz nach Gründung von Chase Aircraft erhielt das Unternehmen den Auftrag zur Konstruktion und Bau eines Lastenseglers mit der Bezeichnung XCG-14 (USAAF-Seriennummer 44-90989). Die Werksbezeichnung MS-1 stand für Michael Stroukoff 1. Der freitragende Schulterdecker war eine Holzkonstruktion mit Sperrholzbeplankung; lediglich die Steuerflächen waren mit Stoff bespannt. Der Bau fand 1944 in einer Garage in New York City statt, wonach sich der Erstflug am 4. Januar 1945 anschloss.

XCG-14A mini|XCG-14A (44-90990) Die sehr guten Leistungen und Handlingeigenschaften des Prototyps veranlassten die USAAF einen zweiten Vertrag für ein weiteres Seglerprojekt abzuschließen. Die XCG-14A war sehr ähnlich zum ersten Prototyp. hatte aber eine Rumpfstruktur aus geschweißten Stahlrohren, die mit Sperrholz verkleidet waren. Die Tragflächen waren weiterhin eine Holzkonstruktion. Die Transportkapazität war mit 23 Personen deutlich größer, um die neuen Anforderungen an einen Truppentransporter zu erfüllen. Um die Beladung, die wie beim Vorgänger über das Heck erfolgte, zu erleichtern, wurde nun ein Bugradfahrwerk vorgesehen. Der Erstflug vom Newark Airport fand am 16. Oktober 1945 statt.

XCG-14B (Chase MS-6) Ende 1945 entschieden die Air Force Stäbe, dass zukünftig, wegen den Nachteilen besonders in tropischen Umgebungen, keine Flugzeuge in Holzbauweise mehr verwendet werden sollen. Zusätzlich erweiterte man die Anforderungen für neue Lastensegler, die nun als Kampfzonentransporter vorgesehen waren und hierbei eine 105-mm-Haubitze plus ein Jeep mit Crew, oder einen 1½-Tonnen-Lkw transportieren sollen. Um diesen Anforderungen zu genügen, vergrößerte Chase den XCG-14A-Rumpf und die Tragflächen. Es konnten so in der XCG-14B (46-67) bis zu 32 Personen transportiert werden. Wegen diesen fundamentalen Änderungen gegenüber der ursprünglichen XCG-14, wurde die Variante in XCG-18A umbenannt.

XCG-18A (Chase MS-6A) mini|Dreiseitenriss der YCG-18A Außer der Tatsache, dass die XCG-18A der erste Lastensegler in Metallbauweise war, besaß das Muster in dem hydraulisch betätigten Rampen- und Torsystem noch ein weiteres neuartiges Merkmal. Das Ladesystem war im Rumpfheck integriert und wurde in allen weiteren Chase-Mustern wieder verwendet. Die Rampe reichte über die gesamte Laderaumbreite und diente im abgesenkten Zustand zum Beladen. Wenn der obere Teil des Systems (Tor) nach oben klappte, konnten Motorfahrzeuge direkt in den Rumpf einfahren.

Nach Erteilung des Auftrags für die XCG-18A zog Chase von New York City in neue Produktionsräume am Mercer County Airport West Trenton (New Jersey). Dort flog am 18. Dezember 1947 die XCG-18A zum ersten Mal. Die Erprobung verlief sehr erfolgreich, sodass mit einer YCG-18A und drei CG-18A vier weitere Exemplare gebaut wurden. Die Flugzeuge nahmen an der Army-Übung Swarmer und weiteren Manövern teil.Howard Levy, 1982, S. 359. Nach anderen Quellen wurden zwei XCG-18A (46-67, 46-506), gefolgt von fünf YCG-18A (47-640 bis 644) produziert.John M. Andrade: U.S. Military Aircraft Designations and Serials since 1909, 1979, S. 98. Im Juni 1948 wurden die YCG-18A in YG-18A umbenannt.

Die zweite YG-18A (47-641) diente als Prototyp Chase YC-122 (MS-7) für eine motorisierte Version mit zwei Pratt & Whitney R-2000-11 Sternmotoren. Weniger als fünf Monate nach Auftragserteilung flog am 18. November 1948 die YC-122 zum ersten Mal.

Konstruktion Die XCG-14 war eine Holzkonstruktion mit einer Transportkapazität von 14 + 2 Soldaten. Die nachfolgende XCG-14A war dagegen in Gemischtbauweise konzipiert. Die XCG-18A war in Ganzmetallbauweise ausgeführt.

Technische Daten Kenngröße Daten XCG-14 Daten XCG-14A Daten XCG-18A Besatzung 2 Passagiere 15 24 30 Länge 13,0 m 16,7 m 16,28 m Spannweite 21,8 m 26,2 m 26,31 m Höhe ? m 2,1 m (Rumpf) ? m Laderaum 4,6 m (Länge) × 1,7 m (Breite) × 1,8 m (Höhe)Bill Norton, 2007, S. 187 11,6 m × 1,7 m × 1,8 m 7,36 m × 2,33 m × 1,98 m Flügelfläche 46,8 m² 65,3 m² 65,6 m² Flügelstreckung 10,2 10,5 10,6 Nutzlast ? kg ? kg 3600 kg Leermasse 1465 kg (2333 kg) 3400 kg ? kg max. Startmasse 3445 kg (4047 kg) 6795 kg 7030 kg

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Literatur James E. Mrazek: Kampfsegler im 2. Weltkrieg. Motorbuch, Stuttgart 1981, ISBN 3-87943-829-3, S. 125–128. Howard Levy: Stroukoff’s Cargo Gliders. In: Aeroplane Monthly Juli 1982, S. 358f. William Green, Gordon Swanborough: Transport Gliders – The Rise and Demise of a Weapon, Part 4. In: AIR Enthusiast Juni 1972, S. 318–322. Bill Norton: Elephantine but Silent – U.S. Army Cargo Glider Development, Part 2. In: AAHS Journal Herbst 2007, S. 174–193.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Lastensegler Kategorie:Erstflug 1945