Herta Jülich (* 26. Juli 1897 in Storkow, Provinz Brandenburg; † 6. Juli 1960 in Berlin-Steglitz) war eine deutsche Naturfilmerin und Kamerafrau.

Leben und Wirken

Herta Jülich arbeitete im Ersten Weltkrieg als medizinisch-technische Assistentin. Danach war sie in der Radiologie tätig und Spezialistin für Blutabnahme.Women behind the scenes in German film Studiotec, 2021, letzter Absatz (A unique film), nach der angegebenen Literatur

1923 holte sie Ulrich K. T. Schulz in die Kulturfilmabteilung der UFA in Berlin im Bereich Biologie.Jeanpaul Goergen, 2002, S. 13, mit biographischen Angaben aus den Unterlagen der Reichsfilmkammer Dort nahm sie ab 1926 mit einer Mikrokamera mikroskopisch kleine Tiere auf, so in ihrem ersten Film Gläserne Wundertiere (1929), dem ersten Tonfilm der UFA, kleinste durchsichtige Meerestiere.Otto Kriegk, Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Ufa-Filmverlag, Berlin 1943, S. 235, erwähnte die ersten Mikrokameraaufnahmen von Herta Jülich von 1926, über den Blutkreislauf und Bakterien in Nährböden, wahrscheinlich nur sehr kurze, diese sind nicht in den allgemeinen Filmografien verzeichnet Maren Möhring et al. (Hrsg.), Tiere im Film, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2009, S. 181, bezeichnete den Film Gläserne Wundertiere als zweifache Sensation

Danach war sie damit in einigen weiteren Filmen beteiligt. Ab 1932 war sie Schnittmeisterin in einigen UFA-Kulturfilmen und konnte in den folgenden Jahren auch als Co-Regisseurin in einigen Filmen mit Ulrich K. T. Schulz mitwirken. Von 1938 bis 1945 war sie wieder als Kamerafrau tätig.

Ab 1955 war sie in der neu gegründeten UFA wieder an einigen Naturfilmen beteiligt.

Herta Jülich war eine von nur wenigen Frauen in ihrer Zeit, die hinter der Kamera in Filmen mitwirken konnten.Jeanpaul Goergen, Im Schatten von Reiniger und Riefenstahl, in Frauen – Film – Frauen, Berlin 2002, S. 9–18, mit weiteren Filmemachern aus dieser Zeit Sie war auch die einzige bekannte Person in dieser Zeit, die regelmäßig mit einer Mikrokamera arbeitete.

Filmografie Regie Herta Jülich war an neun Biologiedokumentarfilmen als Co-Regisseurin beteiligt, zuerst mit Ulrich K. T. Schulz, 1954/1955 mit Nicholas Kaufmann. 1934 Geheimnisse der Natur 1937 Mysterien des Lebens 1938 Die Kleinsten aus dem Golf von Neapel 1939 Im Reiche der Liliputaner 1943 Welt im Kleinsten (auch Kamera) 1954 Von der Lebenskunst im Kleinsten 1954 Kampf ums Dasein im Weiher 1954 Fleißige Hände 1955 Handwerkskunst in Ost- und Mitteldeutschland

Kamera Weitere Filme, meist als Mikrokamerafrau in der Regie von Ulrich K. T. Schulz 1929 Gläserne Wundertiere 1930 L'évolution mysterieuse dans l'oeuf 1930 Examensnöte oder Das Geheimnis der Eischale 1931 Detektiv Mikroskop 1931 Die Vermehrung bei den Pflanzen 1931 Wunderwelt des Teiches 1935 Heiß Flagge! 1938 Der Bienenstaat (auch Schnitt) 1938 Die Schönheit der tierischen Bewegung 1939 Gesundheit und Kraft aus dem Meer 1942 Geheimnisvolle Moorwelt. 1943 Ein vorbildlicher Vater 1943 Fleischfressende Pflanzen 1944 Der Karpfen 1945 Unser täglich Brot 1955 Ein Idyll und seine Kehrseite

Schnitt In einigen weiteren Filmen war sie nur als Schnittmeisterin beteiligt 1934 Von Königsberg bis Berchtesgaden 1937 Ein afrikanisches Tierparadies 1937 Spreehafen Berlin 1937 Weltstadt am Wasser 1938 Natur und Technik 1953 Dämonisches Afrika, auch Aufnahmeleitung

Literatur

Jeanpaul Goergen: Im Schatten von Reiniger und Riefenstahl. Lebenswege von Frauen im deutschen Animations-, Dokumentar- und Kulturfilm bis 1945. In: Frauen – Film – Frauen. Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin 2002. S. 9–18, hier S. 13 (PDF)

Peter Zimmermann, Kay Hoffmann: Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Teil 3. Deutsches Reich 1933–1945. Reclam, Stuttgart 2005. S. 802 (Kurzbiographie), 821 (Index) (PDF) 40 Jahre biologisches Filmschaffen. In: Kino-Technik. 1960. 14/1, mit Erwähnungen über Herta Jülich Ulrich K. T. Schulz: Filmen von Kristallisationsvorgängen. In: Foto-Kino-Technik. 1948. Nr. 2/9. S. 236–237, und weitere Publikationen von U. K. T. Schulz Filmkunst. Zeitschrift für Filmkultur und Filmwissenschaft. Wien, Oktober/November 8/1951 Sonderheft

Weblinks

Herta Jülich Filmportal Herta Jülich Dokumentarfilmgeschichte (Memento)

Einzelnachweise

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