Greenville ist eine Stadt im nordwestlichen South Carolina und Verwaltungssitz des gleichnamigen Countys. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 70.720 ermittelt. Greenville hat eine Fläche von 67,7 km² und liegt auf Höhe auf dem Piedmont Plateau.
Die sogenannte Greenville-Spartanburg-Anderson Combined Statistical Area im Nordwesten South Carolinas, bestehend aus 9 Countys mit insgesamt ca. 1,5 Millionen Einwohnern, ist auch als Upstate bekannt. Der Name spielt an auf die gegenüber dem übrigen Bundesstaat erhöhte Lage der Region an den Ausläufern der Appalachen.
Geschichte Um 1770 gründete hier der von Indianern abstammende Händler Richard Pearis eine große Plantage mit einem Sägewerk auf Land, das er den Cherokees abgekauft hatte. Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte er mit den Cherokees auf Seiten der Engländer. Nach ihrer Niederlage wurde das Land unter den patriotischen Soldaten aufgeteilt, der Ort wurde 1797 Pleasantburg genannt und erhielt 1831 seinen heutigen Namen nach dem General der nordamerikanischen Truppen Nathanael Greene. Nach 1815 wurden die ersten Schulen, Kirchen und Fabriken gegründet. 1853 wurde Greenville ans Bahnnetz angeschlossen. Den amerikanischen Bürgerkrieg überstand Greenville als Rückzugsort der Sezessionisten relativ glimpflich. 1869 wurde der Ort mit damals 2757 Einwohnern zur Stadt ernannt.
Zwischen 1895 und der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erlebte Greenville eine Blütezeit der Textilindustrie durch die Verarbeitung der Baumwolle aus der Umgebung, verbunden mit einem großen Bevölkerungszustrom und einem Bauboom. Mitte der 1920er-Jahre hatte Greenville 50.000 Einwohner. Die Invasion des Baumwollkapselkäfers löste 1926 eine große wirtschaftliche Krise der Baumwollspinnereien aus.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden die Baumwollfabriken geschlossen; ein Dienstleistungs- und Spekulationsboom mit Immobilien setzte ein, der jedoch immer wieder zu Rückschlägen führte.Geschichte Greenvilles
Kultur und Sehenswürdigkeiten Parks Im Stadtgebiet befinden sich der Herdklotz Park und der Falls Park on the Reedy.
Sport Greenville besitzt die Bon Secours Wellness Arena, eine Mehrzweckhalle, die aktuell das Heimstadion der Eishockeymannschaft Greenville Swamp Rabbits ist.
Wirtschaft und Infrastruktur Hauptwirtschaftszweig von Greenville ist heute die Automobilindustrie. Derzeit entsteht in Greenville das International Center for Automotive Research (ICAR). Daran beteiligt sind die nahe gelegene Clemson University, die BMW Group, IBM, Microsoft, Michelin, die Society of Automotive Engineers (SAE), Sun Microsystems und Timken.
Der Automobilhersteller BMW betreibt sein einziges Automobilwerk in Nordamerika etwa auf halber Strecke der Interstate 85 zwischen Greenville und dem etwa 50 Kilometer entfernten Spartanburg. Das BMW-Werk liegt im Spartanburg County.
Mit Ansiedlung der Automobilindustrie und der daraus erhöhten Einnahmen der Stadt wurde auch insbesondere die Innenstadt immer weiter aufgewertet. Ein Park, zahlreiche Bars und Restaurants lassen sie im Gegensatz zu anderen Innenstädten der gleichen Größe außerordentlich europäisch wirken. Daran hat auch das jährlich stattfindende 3-tägige Straßenfest im Herbst („Greenville Fall“) einen großen Anteil.
Verkehr Mit dem Greenville-Spartanburg International Airport verfügt die Region außerdem über einen bedeutenden Regionalflughafen.
Greenville liegt etwa auf halber Strecke zwischen den Städten Atlanta (Georgia) und Charlotte (North Carolina) an der Interstate I-85. Die Stadt ist weiterhin an die I-185 und die I-385 angeschlossen.
Durch Greenville verlaufen die U.S. Highway 25, U.S. Highway 29, U.S. Highway 123 und U.S. Highway 276.
Greenville liegt an Bahnstrecken der Norfolk Southern Railway, CSX Transportation und Carolina Piedmont Railroad, die im Güterverkehr genutzt werden. Auf den Gleisen der Norfolk Southern bietet zudem Amtrak mit dem Crescent eine tägliche Personenzugverbindung zwischen New York City, Washington, D.C. und New Orleans mit Zwischenhalt in Greenville an.
Bildung An der 1826 gegründeten Furman University erhalten knapp 3000 Studenten Unterricht.
1927 wurde durch den methodistischen Evangelisten Bob Jones (1883–1968) das Bob Jones College gegründet, das 1947 in Bob Jones University umgewandelt wurde. Sie bietet Studiengänge in Theologie, Naturwissenschaft und Technik, Kommunikation, Wirtschaft, Erziehung und Gesundheit an.Programs of Study: Undergraduate, Website bju.edu (abgerufen am 19. Februar 2025) Im Jahr 2023 hatte sie 2477 Studenten, der Campus umfasste 225 Acres.Bob Jones University, Website usnews.com (abgerufen am 19. Februar 2025)
Es gibt auch ein traditionsreiches College der Southern Baptist Convention.
Trivia Die Gesellschaft Greenvilles in den 1950er-Jahren bildet den Hintergrund für den semi-autobiographischen Roman von Dorothy Allison, Bastard Out of Carolina,New York 1992. in dem eine junge Ich-Erzählerin von der Verachtung der Mittelschichten für den „White Trash“ berichtet, von der sie stärker betroffen ist als von der Armut.
Greenville war Anfang 2007 einer der Drehorte für den Hollywood-Film Ein verlockendes Spiel (im Original: Leatherheads) mit George Clooney, John Krasinski und Renée Zellweger in den Hauptrollen.
Söhne und Töchter der Stadt Hugh McVay (1766–1851), Politiker Daniel Dunklin (1790–1844), Politiker Jesse Franklin Cleveland (1804–1841), Politiker Robert Bullock (1828–1905), Politiker, Bezirksrichter und Brigadegeneral William Blassingame (1836–1881), Politiker William H. Perry (1839–1902), Politiker William Mauldin (1845–1912), Politiker Joseph H. Earle (1847–1897), Politiker John B. Watson (1878–1958), Psychologe, Gründer der Schule des Behaviorismus William Rose (1887–1985), Chemiker und Ernährungswissenschaftler, Hochschullehrer Earle K. Plyler (1897–1976), Physiker, Pionier der Infrarotspektroskopie und Molekülspektroskopie Roger C. Peace (1899–1968), Politiker Hugh Prince (1906–1960), Filmkomponist und Liedtexter Anna Hill Johnstone (1913–1992), Kostümbildnerin Josh White (1914–1969), schwarzer Folk-, Spiritual- und Bluesgitarrist und Sänger Charles Hard Townes (1915–2015), Physiker und Nobelpreisträger Cat Anderson (1916–1981), Jazz-Trompeter Sarah Cunningham (1918–1986), Schauspielerin James Robert Mann (1920–2010), Politiker Emmett Williams (1925–2007), Dichter, Performance-Künstler und Mitbegründer der Fluxusbewegung Rudolf Anderson (1927–1962), Pilot und Offizier der US Air Force Alma Hayden (1927–1967), Chemikerin Nick Theodore (* 1928), Politiker Grady Chapman (1929–2011), Leadsänger der Doo-Wop-Gruppe The Robins Fred Crane (1930–1985), Jazzmusiker Esquerita (1935–1986), Musiker Bo Hopkins (1938–2022), Schauspieler Carroll Ashmore Campbell junior (1940–2005), Politiker Jesse Jackson (1941–2026), Politiker, Bürgerrechtler und Baptistenpastor John Casper (* 1943), Astronaut John Michael McConnell (* 1943), Vice Admiral und US-Regierungsbeamter Patty Shepard (1945–2013), Schauspielerin Dorothy Allison (1949–2024), Autorin Ann Sexton (1947–2025), Soulsängerin Peabo Bryson (1951–2026), Sänger Judith Chapman (* 1951), Schauspielerin Jim DeMint (* 1951), Politiker Thomas S. James junior (* 1963), Generalleutnant der United States Army Karl Sanders (* 1963), Gitarrist und Sänger, Mitglied der Death-Metal-Band Nile Trey Gowdy (* 1964), Politiker Jesse Jackson junior (* 1965), Politiker Jeff Duncan (* 1966), Politiker Willie Anderson (* 1967), Basketballspieler James Trapp (* 1969), Sprinter und American-Football-Spieler Edwin McCain (* 1970), Musiker Jesse Hughes (* 1972), Musiker und Frontmann der Band Eagles of Death Metal Michael Dickerson (* 1975), Basketballspieler Brad Stevens (* 1976), Basketballtrainer und -funktionär Lucas Glover (* 1979), Profigolfer Jason Hammel (* 1982), Baseballspieler Nikki Lane (* 1983), Singer-Songwriterin und Country-Sängerin Jaimie Alexander (* 1984), Schauspielerin William Timmons (* 1984), Anwalt, Unternehmer und Politiker Gary Owens (* 1986), Baseballspieler Sean Weatherspoon (* 1987), American-Football-Spieler Capers Williamson (* 1992), Speerwerfer D. J. Jones (* 1995), American-Football-Spieler Marcus King (* 1996), Sänger und Gitarrist Nicolas Claxton (* 1999), Basketballspieler Veronika Redder (* 2004), Freestyle-Skierin Mathis Albert (* 2009), Fußballspieler
Namensvarianten Die Stadt besitzt einige Bezeichnungsvarianten: Greenville CityRichardson, James M. History of Greenville County, South Carolina, Narrative and Biographical. Spartanburg, S.C. Reprint Co., 1980. p41 Greenville Court HouseUS Postal Guide, various edition dates. Use code US-T133/YYYY. 1887 Greenville CourthouseHuff, Archie Vernon, Jr. Greenville: The History of the City and County in the South Carolina Piedmont. Colombia, South Carolina: University of South Carolina Press, 1995. p66 PleasantburgNames in South Carolina. vols. 1-28. Columbia, South Carolina: University of South Carolina, 1954-1981. v17/p6 PleasantvilleNames in South Carolina. vols. 1-28. Columbia, South Carolina: University of South Carolina, 1954-1981. v25/p24
Partnerstädte , Italien , Belgien , Volksrepublik China
Weblinks
Webpräsenz der Stadt Greenville The Greenville News - lokale Tageszeitung
Einzelnachweise
Kategorie:County Seat in South Carolina Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in den Vereinigten Staaten Kategorie:Nathanael Greene als Namensgeber Kategorie:Gemeindegründung 1831