Die Landesgartenschau Grevenbroich 1995 war eine Landesgartenschau in Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss in Nordrhein-Westfalen. Sie stand unter dem Motto „Die Erde heilen“ und wurde am 8. April 1995 eröffnet. Die Nachnutzung des Geländes erfolgt insbesondere als Stadtpark und innerstädtischer Grün- und Erholungsraum.

Konzept und Gelände

Das Kerngebiet der Landesgartenschau nutzte die gewachsenen Grünstrukturen in der Grevenbroicher Innenstadt. Prägend war der Grünzug entlang der Erft und des Erftflutgrabens, der von Süden nach Norden durch den Stadtkern führt. Die Planung wird dem Neusser Landschaftsarchitekten Georg Penker zugeschrieben; als Bauherr wird die Landesgartenschau Grevenbroich 1995 GmbH genannt.

Zu den mit der Gartenschau verbundenen Bereichen gehören unter anderem der Schlosspark am Alten Schloss, die Stadtparkinsel, die Apfelwiese und weitere Grünflächen entlang der Erft. Die Gestaltung zielte darauf, die Innenstadt stärker mit den vorhandenen Wasser- und Grünräumen zu verbinden und sie für Naherholung, Spaziergänge und Radverkehr nutzbar zu machen.

Kunst im öffentlichen Raum

Ein wesentliches Element der Landesgartenschau war die Einbindung von Kunstwerken in den öffentlichen Raum. Als zentrales Symbol der Gartenschau gilt das Schaufelrad des Künstlers Georg Ettl auf der Mäanderinsel. Das über fünf Meter hohe Werk greift die Form eines Baggerrades aus dem Braunkohletagebau auf und setzt sich mit dem Verhältnis von Mensch, Technik, Industrie und Natur auseinander.

Im Rahmen der Landesgartenschau entstand außerdem der heutige Ian-Hamilton-Finlay-Park. Ausgangspunkt war das sogenannte Kamper Wäldchen im Umfeld von Schloss, Erft, historischer Erftmühle, Mühlenteich, Alter Feuerwache und Erftflutgraben. Der Park umfasst neun Arbeiten des schottischen Künstlers, Dichters und Gartenkünstlers Ian Hamilton Finlay, die Natur, Kunst und geistesgeschichtliche Bezüge miteinander verbinden. Die offizielle Benennung als Ian-Hamilton-Finlay-Park erfolgte 2014.

Nachnutzung

Nach der Landesgartenschau blieb ein großer Teil der gestalteten Flächen als öffentlich zugänglicher Grünraum erhalten. Die Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege Nordrhein-Westfalen führt den Stadtpark Grevenbroich als aus der Landesgartenschau 1995 hervorgegangenen Park auf. Die Stadt Grevenbroich beschreibt das ehemalige Gartenschaugelände heute als zentrumsnahen Naherholungsbereich mit Wegen entlang der Erft, Spielmöglichkeiten, Kunstwerken und Anbindungen in Richtung Bend, Wevelinghoven und weiterer Grünräume.

Auch das Umweltzentrum Schneckenhaus und die Idee des Grünen Klassenzimmers gehen auf die Landesgartenschau 1995 zurück. Das Umweltzentrum dient heute als Anlaufstelle für Umweltbildung, insbesondere für Schulen, Kindertagesstätten, Jugendgruppen, Vereine und Arbeitsgemeinschaften.

Besucher

Die Landesgartenschau Grevenbroich 1995 verzeichnete rund eine Million Besucherinnen und Besucher.

Weblinks

Gartenschau-Gelände auf der Website der Stadt Grevenbroich Ian-Hamilton-Finlay-Park auf der Website der Stadt Grevenbroich Landesgartenschauen in Nordrhein-Westfalen bei der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege NRW

Einzelnachweise

Kategorie:Landesgartenschau in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Veranstaltung 1995 Kategorie:Grevenbroich Kategorie:Veranstaltung im Rhein-Kreis Neuss