Der Affenmann von Delhi, in Indien auch als Kala Bandar (deutsch:„Schwarzer Affe“) bekannt, ist eine der bekanntesten urbanen Legenden in Indien, die 2001 in der indischen Millionenmetropole Delhi eine Massenhysterie auslöste. Der Affenmann trat ab dem Mai im Jahr 2001 in Delhi und benachbarten Bundesstaaten nachts auf und soll zahlreiche Menschen angegriffen haben. Von Augenzeugen wird der Affenmensch als affenähnliches Wesen mit dichtem schwarzen Fell beschrieben.
Geschichte Ab dem Mai 2001 tauchte in Delhi nachts ein schwarzes affenähnliches Wesen auf, das Menschen angriff. Mehrere Personen berichteten von Kratzern, die sie sich angeblich durch Angriffe des Affenmanns zugezogen hatten. Am 13. Mai 2001 erlitten 15 Menschen Verletzungen, die von Schnittwunden bis zu Kratzern und Bisswunden reichten. Insgesamt gab es rund 400 mutmaßliche Sichtungen, 60 davon mit Verletzungen, die meisten dieser Meldungen kamen aus Ost-Delhi. Es gab sogar 2 Tote, die bei einer Massenpanik vor einem Angriff von Dächern stürzten.
Polizeiliches Eingreifen Die Polizei veröffentlichte nicht nur Skizzen von Augenzeugen, um den Verantwortlichen zu fangen, sondern setzte auch eine Belohnung von 50.000 Rupien für Hinweise aus, die auf den Täter hindeuten könnten. Außerdem wurde ein Sonderkommando eingesetzt, um die Verantwortlichen zu fangen, und es wurden sogar Patrouillen in der Stadt verteilt, die das Ziel hatten, Angriffen vorzubeugen.
Am 18. Juni 2001 veröffentlichte ein Expertenteam eine Studie, die zum Schluss kam, dass die Sichtungen und Verletzungen Ergebnisse von Panik und Massenhysterie waren, von da an nahmen auch die Sichtungen des Affenmanns ab und die Polizei stellte ihre Suche ein.
Wissenschaftliche Einordnung Die Polizei von Delhi brach im Juni 2001 die Suche nach Verantwortlichen für die Angriffe ab, da eine Studie von forensischen Experten und Psychiatern zum Schluss kam, dass der Affenmann lediglich eine Einbildung emotional schwacher Menschen gewesen sei, die in ganz Delhi und angrenzenden Bundesstaaten zu einer Massenhysterie führte. Im Zuge der Studie führte das Expertenteam detaillierte Untersuchungen an Opfern durch und besuchte Tatorte.
Dabei stellte sich heraus, dass die meisten Verletzungen sehr oberflächlich waren und höchstwahrscheinlich in einer Massenpanik selbst zugezogen oder um Aufmerksamkeit zu erregen. Viele der Opfer änderten ihre Aussagen mehrmals und Psychiater fanden heraus, dass die meisten von ihnen hysterisch waren. Ein Grund, dass die Massenhysterie sich so schnell verbreitet hat, seien die reißerischen Berichte in den Medien, welche die Ereignisse übertrieben darstellten und die Panik antrieben.
Außerdem kam bei der Untersuchung heraus, dass die meisten Opfer Männer aus niedrigeren sozioökonomischen Schichten mit geringer Bildung waren.
Soziologen sehen den Affenmann von Delhi als Paradebeispiel für eine Massenhysterie.
Beschreibung Die Augenzeugenberichte waren meist widersprüchlich, die meisten beschrieben ihn als ein affenähnliches Wesen mit dichtem schwarzen Fell, einem Metallhelm, Metallkrallen sowie mit leuchtend roten Augen und einer Größe von circa 1,20 Meter. Andere wiederum beschrieben ihn fuchsartig mit einer Größe von 2,40 Meter. Einige berichteten davon, dass der Affenmann von Dach zu Dach gesprungen sein soll.
Diese Beschreibungen nutzte unter anderem die Polizei, um Zeichnungen anzufertigen, die bei der Suche helfen sollten.
Populärkultur
Film und Fernsehen Im indischen Film Delhi-6 spielt das Auftauchen des Affenmanns (Kala Bandar) in Delhi eine wichtige Rolle und dient als Antagonist.
In der indischen Fernsehserie Mrs. Kaushik Ki Paanch Bahuein wurde im Jahr 2012 das Mysterium um den Affenmann behandelt.
Die Dokumentation Expedition Mungo beschäftigt sich im Jahr 2017 in der zweiten Episode der ersten Staffel mit dem Affenmann von Delhi.
Musik
2011 wurde der Affenmann in Mysterious Man-Monkey, dem zwölften Titel des Albums Great American Gingerbread: Rasputina Rarities & Neglected Items der amerikanischen Cello-Rockband Rasputina erwähnt.
Literatur In der 2011 erschienenen Graphic Novel Munkeeman von Abhishek Sharma wird der Affenmann als missverstandener Superheld interpretiert, der aus einem schiefgegangenen wissenschaftlichen Experiment hervorkam.
Einzelnachweise
Kategorie:Affenmensch (Kryptid) Kategorie:Sozialpsychologie Kategorie:Moderne Sage Kategorie:Indische Geschichte Kategorie:Delhi Kategorie:Ereignis 2001