Schneekind – Ein Schwarzwaldkrimi ist ein zweiteiliger deutscher Fernsehfilm von Marcus O. Rosenmüller aus dem Jahr 2023. Der erste Teil mit dem Titel Niemand wurde am 2. Januar 2024 im ZDF erstmals ausgestrahlt; der zweite Teil mit dem Titel Eisheilige am Folgetag. Der Mystery-Thriller entstand nach einem Drehbuch von Anna Tebbe und ist die dritte Produktion aus der Filmreihe Ein Schwarzwaldkrimi mit Jessica Schwarz als Maris Bächle und Max von Thun als Konrad Diener in den Hauptrollen.
Handlung Ein Wanderer wird im Mai tot in einem Waldstück gefunden, das der Volksmund Mörderloch nennt – ihm gegenüber befindet sich ein Schneemann, dem ein Auge fehlt. Finderin des Toten ist die Jägerin Henriette Rösch. Der Tote Werner Bojarski aus Hückeswagen, der an einen Baum angelehnt sitzt, war trotz der sommerlichen Temperaturen gefroren. Er war mit einer Wandergruppe aus Nordrhein-Westfalen im Schwarzwald unterwegs, war aber offensichtlich schon in den 80er Jahren als Verschickungskind in Freudenstadt. Die Ermittler Maris Bächle und Konrad Diener vom Kriminalkommissariat Freudenstadt erfahren von Rechtsmediziner Dr. Stefan Zabel, dass der Tote schockgefrostet wurde. Bald darauf findet Maris ein weiteres Opfer Ingrid Angers bei einem Spielplatz, der auf einer Karte des ersten Opfers eingezeichnet war. Der Spielplatz gehörte zu einem ehemaligen Kinderheim, das von dem Makler Karl Melchert verkauft werden soll. Ingrid Angers war eine Interessentin für die Immobilie. Das Opfer war ebenfalls schockgefrostet; wiederum stand ein Schneemann gegenüber.
Durch die Art der Morde gerät Florentin Sneelin ins Visier der Ermittler. Er ist ein Reproduktionsmediziner, der in dem Ort Glatt ein romantisches Wasserschloss bewohnt. Der Verdächtige kannte beide Opfer aus einem viele Jahre zurückliegenden Aufenthalt in dem Kinderheim. Die Erzieherinnen, die dort die Kinder beaufsichtigten, setzten Zucht und Ordnung mit zum Teil sadistischen Methoden durch. Die Kinder taten es ihnen gleich. Unter ihnen herrschte ein strenges Kastensystem. Sneelin gehörte zur untersten Kaste. Er war ein „Schneekind“, ein Kind, das die Mutter dem Vater „unterschieben“ wollte.
Über ein analytisches Verfahren lässt Claudia, die Frau von Konrad Diener, durch eine Bekannte ermitteln, dass das Eis des Schneemanns beim ersten Toten aus Wasser des Kübelbachs, eines der Entstehungsgewässer der Glatt, gefroren wurde. Sneelin wird deshalb von den Ermittlern mit auf das Kriminalkommissariat genommen und festgehalten. Die Mutter von Florentin Sneelin ist Grazia Friedli, die in den 80er Jahren ihren Ehemann Rudolf Friedli ermordet hatte und nach ihrer Verurteilung 18 Jahre im Gefängnis saß. Sie wohnt in Dornstetten.
Der Stadtarchivar Andreas Zollner, der mit Maris – frisch verliebt – einen Wochenendausflug nach Luzern machen wollte, trennt sich unvermittelt von Maris, angeblich, weil sie sich zu sehr auf ihre Ermittlungen konzentriert. Bald darauf stellt sich für die Zuschauer heraus, dass auch Andreas Zollner, der Makler Melchert und die Jägerin Rösch genauso wie Sneelin als Verschickungskinder im Kinderheim waren.
Im Kriminalkommissariat taucht unterdessen Martin Coerde auf, angeblich ein Ermittler aus dem Landeskriminalamt. Bald darauf wird Maris von Coerde, ihrem ehemaligen Kollegen bei der Kriminalpolizei Freudenstadt, im Kinderheim überwältigt und im Keller des Gebäudes eingesperrt. Coerde wurde vom Dienst suspendiert, da bei einem Verhör eine Frau umkam und Maris Bächle ihn bei den Ermittlungen hierzu nicht gedeckt hatte. Coerde spricht Maris immer unter dem Namen „Hauser“ an, der in den ersten beiden Folgen des Schwarzwaldkrimis Und tot bist Du! – Ein Schwarzwaldkrimi erklärt wird. Maris findet im Keller die Leiche von Jonny Mersmann, der als Verschickungskind bei einer Bestrafungsaktion im Kinderheim im Winter ins Eis einbrach und umkam. Coerde war der Sohn des Arztes im Kinderheim Dr. Dietmar Coerde.
Nelson, der Assistent des Stadtarchivars stellt fest, dass von den Mordopfern Traueranzeigen bereits vor den Todesfällen aufgegeben wurden. Diener und Oberkommissarin Bernadette Ramsberger stellen fest, dass sowohl Stadtarchivar Zollner als auch Florentin Sneelin einer Schweizer Stiftung angehören, die die Immobilie des Kinderheims erworben hat.
Maris kann sich unterdessen aus dem Keller des Kinderheims befreien. Gleichzeitig wird Coerde von Andreas Zollner und dem Makler Melchert mit einer Maschine zur Schockfrostung angegriffen. Er gebraucht allerdings Maris’ Schusswaffe und sagt, dass er sie in seiner Gewalt hat. So kann er seinen Tod verhindern und flieht. Maris wurde offenbar von der Gruppe genutzt, um Coerde anzulocken. Sie wird im Kinderheim von der Jägerin Rösch, die sich ebenfalls beim Angriffskommando auf Coerde befand, bewusstlos geschlagen, in einen Transporter verladen und ins Wasserschloss Glatt gebracht. Dort verabreicht man ihr K.-o.-Tropfen, so dass sie sich in der Folge an nichts mehr erinnern kann. Daraufhin lässt man sie frei.
Es stellt sich unterdessen heraus, dass Florentin Sneelin nicht der Sohn von Rudolf Friedli, sondern der Sohn des italienischen Eisverkäufers Silvio Zangrani aus Freudenstadt war, der bei einem Lawinenunglück in Italien umkam, das Florentin als Kind überlebt hatte. Das Unglück war ein arrangiertes Verbrechen durch Rudolf Friedli, was auch das Motiv für den Mord an ihm durch seine Frau Grazia war. Aus den Patientenakten des Kinderheims geht außerdem hervor, dass Dr. Dietmar Coerde Menschenversuche an den Verschickungskindern für die Pharmaindustrie durchgeführt hatte.
Maris und Konrad begeben sich erneut zum Kinderheim. Maris kann sich dann wieder erinnern und führt Konrad zur Leiche von Jonny. Sie finden dort auch die Leiche des Maklers Karl Melchert.
Maris begibt sich am Ende der Folge mit Andreas Zollner zu einem Treffen der Gruppe, die die Morde arrangiert hat. Dort taucht auch Coerde auf, der auf Maris schießt. Andreas wirft sich in die Schusslinie und wird getroffen, Coerde wird von der Polizei erschossen und Sneelin begeht Suizid, indem er sich schockfrostet.
Produktion Die Dreharbeiten zu Schneekind – Ein Schwarzwaldkrimi fanden an unterschiedlichen Drehorten im nördlichen und mittleren Schwarzwald statt, beispielsweise in der Innenstadt von Freudenstadt, der Klosterruine Allerheiligen, und im Wasserschloss Glatt. Die Kamera führte Stefan Spreer. Für den Ton war Thorsten Lenk verantwortlich, für das Szenenbild Stefanie Oberdorfer, für die Kostüme Susanne Roggendorf und für die Maske Sylvia Reusch und Judith Müller. Einschaltquoten Die Premiere des ersten Teils mit dem Titel Niemand wurde am 2. Januar 2024 zur Hauptsendezeit im ZDF mit einer Zuschaueranzahl von 4,55 Millionen (Marktanteil von 16,2 Prozent) ausgestrahlt. Der zweite Teil mit dem Titel Eisheilige wurde am Folgetag gesendet und von 4,51 Millionen Zuschauern angeschaut.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2023 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (ZDF) Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Thriller