Neovim (Eigenschreibweise auch Nvim) ist ein im Terminal laufender Texteditor, der als Fork von Vim entstand. Ziel des Projekts ist es, den ursprünglichen Quelltext von Vim zu refaktorisieren und dessen Wartbarkeit zu verbessern sowie die Erweiterbarkeit von Vim durch die Unterstützung von Lua-Skripten zu erhöhen. Zu den Merkmalen des Forks gehören eine integrierte Unterstützung des Language Server Protocols (LSP), die Unterstützung asynchroner Ein-/Ausgabe mithilfe der C-Bibliothek libuv, ein eingebauter Terminalemulator sowie die Unterstützung von Lua-Skripten über den LuaJIT-Interpreter, was sowohl das Skripting von Plug-ins als auch das Ausführen von Skripten im Headless- bzw. Batch-Modus ermöglicht. Neovim bereinigt zudem den veralteten Vim-Quelltext, beschleunigt den Programmstart und erlaubt eine asynchrone Codeausführung. Das Projekt ist quelloffen und steht unter der Apache-Lizenz 2.0. Der Quelltext ist auf GitHub verfügbar.
Geschichte Das Neovim-Projekt wurde 2014 von Thiago de Arruda gestartet, um den veralteten Vim-Quelltext vollständig als „Vims Wiedergeburt im 21. Jahrhundert“ zu überarbeiten, nachdem ein Patch, der Vim um Unterstützung für Multithreading erweitern sollte, abgelehnt worden war. Im März 2014 verlief eine Spendenkampagne erfolgreich, durch die mindestens ein Vollzeitentwickler finanziert werden konnte.
Neovim ist als Nachfolger, nicht als Ersatz von Vim gedacht. Das Projekt baut daher auf den Funktionen und dem Quelltext von Vim auf und bewahrt zugleich dessen „Charakter“ sowie nahezu alle seine Funktionen.
Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche technische Verbesserungen am Quelltext vorgenommen, etwa die Verschlankung und Optimierung des Codes, die Beschleunigung von Funktionen wie der Suche sowie die Erweiterbarkeit durch die Unterstützung von Lua-Skripten.
Neovim hat in der Entwicklerszene an Beliebtheit gewonnen; Stand Januar 2026 erreichte Neovim auf GitHub fast 96.000 Sterne gegenüber fast 40.000 bei Vim. 2025 wurde Neovim in einer Entwicklerumfrage der Internetplattform Stack Overflow zum fünften Mal in Folge zur am meisten bewunderten Entwicklungsumgebung gewählt.
Funktionen und Versionen Mit der Veröffentlichung von Neovim 0.5 am 2. Juli 2021 erhielt das Programm integrierte Unterstützung für das Language Server Protocol, Tree-sitter und eine vollständigere Lua-Unterstützung, um leistungsfähige Konfigurationsskripte in Lua anstatt im veralteten VimScript schreiben zu können. Solche Skripte erweitern die Funktionalität von Neovim um Merkmale wie Textvervollständigung, Syntaxhervorhebung, Mausunterstützung und weitere Funktionen, wie man sie aus modernen integrierten Entwicklungsumgebungen (IDEs) und Texteditoren kennt.
Die Unterstützung für Vimscript-Versionen vor Vim9script besteht weiterhin und gewährleistet die Rückwärtskompatibilität mit älteren Konfigurationsdateien für Vim. Unterstützung für Vim9script wird hingegen nicht ergänzt, da sich die Entwickler auf Verbesserungen bei Lua konzentrieren und Vimscript als schwer lesbar und wenig intuitiv gilt.
Neovim ist nach einer Client-Server-Architektur aufgebaut, wodurch sich die Kernfunktionalität auch über alternative Oberflächen nutzen lässt. Obwohl Neovim üblicherweise über einen Terminalemulator verwendet wird, wurden mehrere grafische Benutzeroberflächen als Frontends entwickelt.
Seit Version 0.9 unterstützt Neovim EditorConfig.
Version 0.11 von Neovim verbesserte die Handhabung der Textvervollständigung und vereinfachte die Konfiguration von LSP-Servern.
Galerie
Siehe auch Liste von Texteditoren
Weblinks
Offizielle Website (englisch) Quelltext auf GitHub
Einzelnachweise
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