Kurt Dietrich Wilhelm Ihnen (* 19. Juni 1902 in Münster; † 23. August 1944 in Houdremont, BelgienStandesamt Berlin Dahlem: Sterberegister für das Jahr 1948, Sterbeurkunde Nr. 1038/1948.) war ein deutscher Geologe.
Leben und Tätigkeit
Ihnen war ein Sohn des Geheimen Oberregierungsrates Garrelt Ihnen (* 3. Oktober 1863). Nach dem Besuch des Gymnasiums in Potsdam, wo er 1921 das Abitur ablegte, arbeitete er drei Jahre als Landwirtschaftslehrling und Volontär in Holstein und der Mark Brandenburg. Anschließend studierte er Landwirtschaft in Berlin, Göttingen und Breslau. Im November 1926 bestand er die Diplomhauptprüfung.
Ab 1927 arbeitete Ihnen im Tierphysiologischen Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin. Am 1. Februar 1928 wurde er an der Universität Breslau zum Dr. phil. promoviert.
1928 trat Ihnen in den Dienst der Geologischen Landesanstalt in Berlin. Dort arbeitete er mit Georg Görz zusammen, der ihn in die Geologisch-Agronomischen Aufnahmearbeiten einführte. In der Folgezeit bearbeitete er landwirtschaftliche Erläuterungen zu den geologisch-bodenkundlichen Karten, die die Landesanstalt herausgab. Eine ganze Reihe von Lieferungen verfasste er dabei selbständig. In der ersten Hälfte der 1930er-Jahre kartierte er bodenkundlich, insbesondere für den bodenkundlichen Atlas von Niedersachen unter Kurt Brüning. Einem Nachruf von 1950 zufolge zeugen seine Arbeiten von „gewissenhafter Genauigkeit und von ausdauerndem Fleiß“.
Von 1936 bis 1939 kartierte Ihnen bodenkundlich, zum Teil mit Stach, in Vorpommern und auf der Insel Rügen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Ihnen zum zwangsweisen Militärdienst eingezogen. Er kam zur Luftnachrichtentruppe und machte den Frankreichfeldzug von 1940 mit. 1944 wurde er in Belgien beim Aussteigen aus seinem Wagen, zu diesem Zeitpunkt im Rang eines Oberleutnants stehend, von einem Partisanen erschossen. Er liegt auf der Kriegsgräberstätte Recogne Bastogne, Block 1, Grab 168 begraben.
Ehe und Familie
Ihnen war zweimal verheiratet. In erster Ehe heiratete er 1928 in Breslau Ursula Gerike (* 15. Juli 1906 in Posen; + 12. Dezember 1900 in Landshut), eine Tochter Regierungsrat a. D. Ulrich Gerike. Die Ehe wurde am 30. Januar 1931 in Berlin geschieden. Am 17. März 1934 heiratete er in zweite Ehe in Potsdam. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor.
Schriften
Beiträge zur Physiologie des Kropfes bei Huhn und Taube, in zwei Mitteilungen, 1928. (Dissertation) Geologische Karte von Preußen etc., Blatt Lesse, 1:25000, Erläuterungen, Berlin 1933. Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen usw., 1:25000, Lfg. 330, Blatt Minden, Nr. 3719, 67 S., 2 Taf., Berlin 1933: Lfg. 330, Bl. Minden, Nr. 3719, 67 S., 2. Taf. Lft. 330, Bl. Bückeburg, Nr. 3720, 69 S., 1. Abb., 2. Taf. Lfg. 330, Bl. Kathrihagen, Nr. 3721, 56 S., 3 Abb., 2 Taf. Die bodenkundliche Übersichtskarte von Mecklenburg. 1 zu 500000, in: Mitteilungen der Mecklenburgischen Geologischen Landesanstalt, Rostock 1936, S. 47–55. Bodenkunde der Umgebung von Lübeck, in: Forschungen der Geographischen Gesellschaft und des Naturhistorischen Museums in Lübeck, 2 Reihe, 1951, Heft 43, S. 117–151. (postum)
Literatur Geologisches Jahrbuch 1950, Bd. 65, 1951, S. IXf. (Nachruf)
Einzelnachweise
Kategorie:Geologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann