Five Compositions (Quartet), 1986 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die 1986 im Barigozzi Studio in Mailand entstandenen Aufnahmen erschienen 1986 auf Black Saint.
Hintergrund Anthony Braxton hat seine Karriere damit verbracht, eine meist inspirierte Mischung aus komplexen Kompositionen und freier Gruppenimprovisation zu kultivieren, wobei er in seinen Werken ausgewählte Plätze für die Schar talentierter Jazzmusiker reservierte, die er engagierte, schrieb Steven Cook. In den 1970er-Jahren, einer mageren Zeit für die Avantgarde-Jazzszene, zwang ihn seine anspruchsvolle Musikform dazu, sich gelegentlich mit Schachpartien im New Yorker Washington Square Park etwas dazuzuverdienen. Glücklicherweise seien diese Zeiten nur von kurzer Dauer gewesen, merkt Stephen Cook an. In den 1980er-Jahren setzte Braxton sein beachtliches Talent als Professor am Musikinstitut der Wesleyan University ein. Zum Zeitpunkt dieser Quartettaufnahme Mitte der 1980er-Jahre begann Braxton gerade, für seine Musik besser bezahlt zu werden, und formalisierte zudem seine Kompositionsformel; dieser Fortschritt wurde erheblich durch sein Quartett unterstützt, zu dem die Pianistin Marilyn Crispell, der Perkussionist Gerry Hemingway und der Bassist Mark Dresser gehörten. Auf Five Compositions ist ein Teil dieser Besetzung zu hören; Crispell wurde durch David Rosenboom ersetzt.
Titelliste Anthony Braxton: Five Compositions (Quartet), 1986 (Black Saint BSR 0106) A1: Composition - No. 131 6:45 A2: Composition - No. 88 (+108C) 5:50 A3: Composition - No. 124 (+108D+96) 9:05 B1: Composition - No. 122 (+108+96) 9:20 B2: Composition - No. 101 (+31+86+30) 11:25
Die Kompositionen stammen von Anthony Braxton.
Rezeption Stephen Cook verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, den Auftakt würde der relativ geradlinige, im Braxton-Stil gehaltene Bebop-Titel „Composition No. 131“ bilden, der sich durch eine komplexe Melodieführung auszeichne, auf die einige swingende Passagen folgen – wenn auch mit reichlich rauem Bläserspiel des Bandleaders. Es folge bewusst gemächlicher und launischer, an Kammermusik erinnernder Jazz mit „Composition No. 88“ sowie die lebhaftere „Composition No. 122“, was Hemingways unglaublich intuitives und raffiniertes Schlagzeugspiel in den Vordergrund rücke. Braxton würde sich bei den eher frei gestalteten Stücken „Composition No. 124“ und „Composition No. 101“ etwas auflockern; und diese beiden letzten Stücke würden sich durch Braxtons fesselndes Spiel auf dem Sopransaxophon und ein verzerrtes, mit dem Bogen gespieltes Basssolo von Dresser auszeichnen. Zweifellos sei dies knifflige Musik, aber zu den lohnendsten Werken Braxtons zählend.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 1986 Kategorie:Anthony-Braxton-Album