mini|alt=Foto mit schlechter Auflösung, nachdenkliche Pose|Gabriel Delaunay Gabriel Delaunay (geboren am 30. April 1907 in BenetEigentlich St. Christine, das damals noch nicht zu Benet gehörte.; gestorben am 5. August 1998 in Paris) war ein französischer Résistant, Schriftsteller und Beamter.

Leben Gabriel Delaunay wurde in eine Kleinbauernfamilie im Marais Poitevin geboren, besuchte die Lehrerschule in La Roche-sur-Yon in der Vendée und anschließend in Rennes (Ille-et-Vilaine) und wurde Grundschullehrer. Während er in La Châtaigneraie und später in Saint-Maurice-des-Noues (beide Vendée) unterrichtete, setzte er sein Studium fort und erwarb 1937 die Lehrbefugnis für Geschichte und Geografie, Fächer, die er am Gymnasium von Bourges und später am Lycée Michel-Montaigne in Bordeaux unterrichtete. Als sozialistischer Aktivist leitete er die SFIO in Bourges.

1934 heiratete er Alice Sinturel, mit der er zwei Kinder hatte: Danièle und Michèle.

Delaunay wurde gleich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs einberufen und nahm an den Kämpfen in den Ardennen (1940) sowie am Rückzug von Bergerac teil, wofür ihm von General Weygand der Orden der Ehrenlegion verliehen wurde. Er kehrte an das Lycée Michel-Montaigne zurück. Gleich zu Beginn der deutschen Besatzung im September 1940 schloss er sich der Résistance an. Er wurde kurzzeitig festgenommen, eher wegen seiner politischen Ansichten als wegen seiner geheimen Aktivitäten. Unter dem Pseudonym Merlin wurde er zum Leiter der Mouvements unis de la Résistance im Département Gironde. Ende 1943 sah er sich gezwungen, Bordeaux zu verlassen, um dem immer enger werdenden Ring zu entkommen. Von 1943 bis zur Landung in der Normandie 1944 hielt er sich zusammen mit seiner Frau Alice in Saint-Sever auf. Während dieser gesamten Zeit nahm er an keiner Widerstandsaktion teil, während das lokale Netzwerk sehr aktiv war. Er soll nach dem 24. August 1944 abgereist sein, da die Deutschen an diesem Tag Saint-Sever verlassen hatten. Am 6. Juni 1944 kehrte er auf Wunsch der Leitung seines Netzwerks zurück und nahm an den Kämpfen zur Befreiung der Stadt (28. August) teil, bevor er sich dem Aufbau des Comité départemental de LibérationEin Comité départemental de libération (so in der frankophonen Wikipédia abrufbar) war eine einem Département zugeteilte Einheit der Résistance. widmete.

Er wurde im September 1944 zum Vorsitzenden dieses Komitees ernannt. Delaunay widersetzte sich vergeblich der Beförderung von Maurice Papon zum Präfekten. Er wollte im Februar 1998 im Papon-Prozess aussagen, wurde jedoch durch Krankheit daran gehindert.

Im weiteren Verlauf seiner Karriere stieg er zum hohen Beamten auf und wurde im Januar 1945 zum Präfekten von Loir-et-Cher und 1946 zum Präfekten von Puy-de-Dôme ernannt. Während der Streiks von 1947 im Michelin-Werk weigerte er sich, die sehr strengen Anweisungen zur Beendigung der Demonstrationen umzusetzen, und während der Bergarbeiterstreiks im Juni 1948 erklärte er sich bereit, die Demonstranten in der Präfektur von Clermont-Ferrand zu empfangen. Dafür erwog Innenminister Jules Moch ihn zu entlassen, versetzte ihn aber schließlich als Präfekt der Basses-Pyrénées (heute Pyrénées-Atlantiques).

Anschließend leitete er von Februar 1957 bis Juli 1958 die Radiodiffusion-télévision française. Nach seinem Rücktritt wurde er zum Präfekten der Gironde und zum Präfekten der Region Aquitaniene ernannt, ein Amt, das er bis 1972 innehatte. Er beendete seine Karriere als Staatsrat.

Schriftstellerisches Werk Delaunay war auch als Journalist tätig; er verfasste Kolumnen für Sud Ouest und Ouest-France. Er war Vorsitzender der Redaktion von La République des Pyrénées, für die er als Leitartikler tätig war.

Er war Verfasser zahlreicher Romane und Erzählungen: Toute honte bue, 1953 La Nuit sans aube, Albin Michel, 1957, ISBN 978-2-40232-834-0 Feuillets du temps volé, essais, Albin Michel, 1962 Le Miroir d’étain, nouveaux feuillets du temps volé, Albin Michel, 1967 L’Herbe et le vent, feuillets du temps volé, éd. Albin Michel, 1970 Nul ne sait le jour, Albin Michel, 1976 À la croque au sel, Grand menu d’histoires politiques, le Cercle d’or, 1982, ISBN 978-2-40204-214-7 Le Piéton des nuages, feuillets du temps volé, Albin Michel, 1973, ISBN 978-2-22604-445-7 Le Mai de l’automne, Albin Michel, 1978, ISBN 978-2-22600-648-6 Les Feuillets de l’imprévu, Albin Michel, 1980 (Erstveröffentlichung in Sud Ouest) 1975–1977, ISBN 978-2-22634-527-1 Le Petit Chouan, ACE, 1984, ISBN 978-2-40203-358-9

Ehrungen Politik Großoffizier der Ehrenlegion Croix de guerre 1939–1945 Médaille de la Résistance Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland Literatur Prix Broquette-Gonin 1963 für Les Feuillets du temps volé 1970 für L'Herbe et le Vent Prix Louis-Marin 1980 für Les feuillets de l'imprévu Orte École maternelle Alice et Gabriel Delaunay in Saint-Maixent-l’École Bibliothèque Gabriel Delaunay in Benet

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:SFIO-Mitglied Kategorie:Résistancekämpfer Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Großoffizier) Kategorie:Literatur (Frankreich) Kategorie:Präfekt (Frankreich) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1907 Kategorie:Gestorben 1998 Kategorie:Mann