Günter Weis (* 13. August 1945) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er hat bei Hannover 96 und SV Arminia Hannover von 1963 bis 1973 in der damals zweitklassigen Fußball-Regionalliga Nord insgesamt 191 Ligaspiele absolviert und dabei 61 Tore erzielt. Mit 61 Toren ist Weis der Rekordtorschütze von Arminia Hannover in der Regionalliga Nord.Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 538 Der Offensivspieler gehörte den zwei Meistermannschaften von Arminia Hannover in den Runden 1966/67 und 1967/68 an und bestritt in den Aufstiegsrunden zur Fußball-Bundesliga neun Spiele und erzielte drei Tore für die „Blauen“ vom Bischofsholer Damm.
Spielerlaufbahn Jugend und Ligaspieler bei Hannover 96, bis 1964 Der aus der eigenen Jugend gekommene Angreifer Günter Weis wurde von Trainer Helmut Kronsbein im ersten Jahr der zweitklassigen Regionalliga Nord, 1963/64, als Amateur zweimal in der Ligaelf von Hannover 96 zum Einsatz gebracht. Er stürmte in den beiden Spielen gegen TuS Bremerhaven 93 (2:1) und den VfL Oldenburg (2:0) jeweils als Mittelstürmer im damaligen WM-System an der Seite der zwei Neuzugänge Werner Gräber und Walter Rodekamp. Da sich auch noch der dritte Neuzugang, Horst Podlasly, im Tor als Volltreffer erwies, wurden die „Roten“ Vizemeister und zogen in die BL-Aufstiegsrunde ein. Dort setzte sich 96 gegen Hessen Kassel, Alemannia Aachen und den FK Pirmasens durch und stieg in die Bundesliga auf. Günter Weis kam dabei zu keinem Einsatz und wechselte im Sommer zum Lokalrivalen Arminia Hannover.
Arminia Hannover, 1964 bis 1973
Neben dem neuen Trainer Horst Witzler wurden als Neuzugänge neben Weis auch noch die Spieler Marian Foitzik, Klaus Forbrig, Peter Henke und Werner Kitzelmann verpflichtet. Die sportliche Hypothek mit dem Verlust von Lothar Ulsaß zu Eintracht Braunschweig wog aber schwer. Günter Weis, Jahrgang 1945, überzeugte aber als jüngster Spieler im Kader in seinen 26 Ligaeinsätzen mit 13 Toren eindrucksvoll. Bereits am Starttag der Runde, den 9. August 1964, überzeugte er beim 3:0-Heimerfolg gegen Göttingen 05 mit zwei Toren. Die Heimmannschaft war im Angriff mit Meinhardt Messner, Günter Blume, Jürgen Grupe, Weis und Helmut Kafka dabei angetreten. Die Arminen belegten am Rundenende den 4. Rang.
In seiner zweiten Runde bei Arminia, 1965/66, absolvierte der Offensivspieler 20 Ligaeinsätze und erzielte an der Seite des neuen Torjägers Manfred Hufgard sieben Treffer. Arminia belegte den sechsten Tabellenrang. Weis war auch als Aktiver am 16. Januar 1966 bei dem überraschend hohen 8:0-Kantersieg gegen Bremerhaven 93 mit einem Treffer beteiligt, wobei aber Hufgard als sechsfacher Torschütze besonders herausragte.
Unter Trainer Hans Hipp gewann er mit Arminia in der Saison 1966/67 die Meisterschaft in der Regionalliga Nord. Er kam dabei 19 mal als Mittelstürmer zum Einsatz und erzielte fünf Tore. Die Arminen gewannen mit 47:17 Punkten die Meisterschaft und legten mit 29:3 Punkten in den Heimspielen dazu die Grundlage. Den überragenden Torschützen hatte die Meisterelf nicht in ihren Reihen aber mehrere Spieler die zehn (Reinhard Adler), neun (Heinz-Dieter Hansing, Willi Langemann) und acht Tore (Jürgen Grupe) erzielten. In der Bundesligaaufstiegsrunde kam Weis in vier Gruppenspielen zum Einsatz und erzielte zwei Tore. Seine Mannschaft belegte mit 7:9 Punkten den 3. Rang.
Die Titelverteidigung glückte 1967/68 in der Rückrunde nach langer Aufholjagd, wiederum vor dem punktgleichen Göttingen und einen Punkt vor dem VfL Wolfsburg. Den Spielerkader hatte der Titelverteidiger mit Hendrikus van Meteren, Winfried Mittrowski, Edgar Puchmüller und Hans-Peter Lamparth verstärkt. Weis war in der Ligarunde in 23 Pflichtspielen fünfmal als Torschütze erfolgreich gewesen. Intern war es eine sehr unruhige Runde, geprägt mit Turbulenzen zwischen dem Vorsitzenden Paul Georg Berghof, Trainer Hipp und der Mannschaft. Nach der 0:1-Auswärtsniederlage am 24. September 1967 beim späteren Absteiger TuS Haste schienen alle Titelverteidigerträume vorbei zu sein. Mit 25:5 Punkten in der Rückrunde startete Arminia aber doch noch an die Tabellenspitze.Karl-Heinz Huba (Hrsg.): Jahrbuch des Fußballs 1967/68. S. 137–142
In der Bundesligaaufstiegsrunde hatten die Mannen um Angreifer Weis aber gegen Kickers Offenbach, Bayer Leverkusen, TuS Neuendorf und Tennis Borussia Berlin keine Chance. Mit 4:12 Punkten belegten sie den 5. Rang. Weis hatte fünf Aufstiegsrundenspiele (1 Tor) bestritten.Ulrich Merk, Andre Schulin, Maik Großmann: Bundesliga Chronik 1967/68. Agon Sportverlag. Kassel 2006. ISBN 978-3-89784-087-4. S. 193/194
Zum Meisterschaftshattrick reichte es 1968/69 dann aber nicht, die Hipp-Mannschaft belegte mit 38:26 Punkten den 5. Rang und der Höhenflug vom VfL Osnabrück begann. Weis hatte in 18 Ligaspielen neun Treffer an der Seite des 16-fachen Torschützen Hendrikus van Meteren erzielt.
Nach der Saison 1972/73 verabschiedete sich Günter Weis von Arminia Hannover, der Regionalliga Nord und aus dem Kreis der Vertragsligaspieler. Er hatte nochmals 27 Ligaspiele für die Arminia absolviert und dabei acht Tore an der Seite von Mitspielern wie Meinhardt Messner und Dieter Schiller unter Trainer Kurt Krause erzielt. Weis erzielte in zwei Spielen je drei Tore: Am 8. Oktober 1972 bei einem 3:1-Heimerfolg gegen den TuS Celle und am 29. Oktober 1972 bei einem 6:0-Erfolg gegen den Lokalrivalen OSV Hannover. Sein letztes Regionalligaspiel absolvierte der langjährige Arminen-Angreifer am 13. Mai 1973 bei einer 1:4-Auswärtsniederlage gegen den VfL Wolfsburg, als er in der 46. Minute eingewechselt wurde.
Literatur Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 538. Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine Norddeutschland. Agon Sportverlag. Kassel 2004. ISBN 3-89784-223-8. S. 301–305. Harald Igel/Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken (Hrsg.): Regionalliga Nord 1963 – 1974, Band 1: 1963 bis 1969. Sulingen 2024. Karl-Heinz Huba (Hrsg.): Jahrbuch des Fußballs 1967/68. Copress-Verlag. München 1968.
Einzelnachweise
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