mini|Giordano Riccati Giordano Riccati (* 25. Februar 1709 in Castelfranco Veneto; † 20. Juli 1790 in Treviso) war ein italienischer Physiker, Mathematiker, Musiktheoretiker und Architekt.

Leben Er wurde als Sohn des Mathematikers Jacopo Riccati und der Adeligen Elisabetta dei Conti d’Onigo geboren. Ab 1720 besuchte er eine Internatsschule der Jesuiten in Bologna. 1727 kehrte er nach Castelfranco Veneto zurück, wo er vom seinem Vater in Mathematik unterrichtet wurde. 1729 ging er nach Padua, um sein Studium abzuschließen. Er nutzte die Anwesenheit seines 1707 geborenen Bruders Vincenzo, der seit 1730 als Lehrer für Rhetorik am dortigen Jesuitenkolleg tätig war, um seine Kenntnisse in verschiedenen Disziplinen, insbesondere in Mathematik und Physik, zu vertiefen.

Nachdem die Familie 1747 nach Treviso gezogen war, war er dort als Lehrer tätig. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1754 sammelte, ordnete und kommentierte er dessen Werke und gab sie unter dem Titel Opere del Conte Jacopo Riccati nobile trevigiano in einer vierbändigen Ausgabe heraus.

Für Riccati spielte die Mathematik eine grundlegende Rolle, nicht nur aus theoretischer Sicht, sondern auch hinsichtlich ihrer zahlreichen praktischen Anwendungen, insbesondere in der Mechanik, Akustik und der Architektur. Er beschäftigte sich mit Fragen der Algebra, der Analysis, der Variationsrechnung und der mathematischen Physik. Bereits in seinen jungen Jahren interessierten ihn neben Fragen der Akustik speziell die Musiktheorie. Ab 1735 stand er im Briefwechsel mit Francesco Antonio Vallotti, dem er wichtige Erkenntnisse auf dem Gebiet der Musiktheorie mitteilte. Er vertiefte seine Theorie mit Hilfe der Mathematik und durch Experimente und untersuchte dabei verschiedene Arten von Schwingungen und Saiten. Jedoch begann er erst in den 1760er Jahren mit der Veröffentlichung seiner Arbeiten. Zu seinen musiktheoretischen Schriften gehören die Abhandlungen Saggio sopra le leggi del contrappunto und Trattato delle corde, ovvero delle Fibre Elastiche. Außerdem publizierte er Arbeiten über die Musiktheorien von Jean-Philippe Rameau, Giuseppe Tartini und Vallotti.

1782 gehörte Riccati zu den Gründungsmitgliedern der Accademia Nazionale delle Scienze. Er war Mitglied der Galilei-Akademie der Wissenschaften und Künste in Padua und der Accademia delle Scienze dell’Istituto di Bologna.

Riccati starb am 20. Juli 1790 und wurde im Familiengrab im Dom von Treviso, an dessen Renovierung er beteiligt war, beigesetzt. mini|Giordano Riccati: Entwurf des Doms von Treviso

Literatur

Weblinks

Eintrag zu Giordano Riccati bei Mathematica Italiana (italienisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (18. Jahrhundert) Kategorie:Mathematiker (18. Jahrhundert) Kategorie:Musiktheoretiker Kategorie:Architekt (Italien) Kategorie:Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 1709 Kategorie:Gestorben 1790 Kategorie:Mann