Andreas Felder (* 6. März 1962 in Hall in Tirol) ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer. Er war in den 1980er und frühen 1990er Jahren neben Matti Nykänen und Jens Weißflog einer der erfolgreichsten Sportler seiner Disziplin. Mit insgesamt 25 Siegen im Weltcup war Felder lange Zeit erfolgreichster österreichischer Skispringer, ehe er 2009 von Gregor Schlierenzauer überholt wurde., abgerufen am 19. Dezember 2009. Vom 20. April 2018 bis Mitte März 2020 war er Chefcoach des ÖSV-Skisprungkaders der Herren.

Werdegang Seinen ersten Weltcupauftritt hatte Felder am 4. Jänner 1981 bei der Vierschanzentournee am Innsbrucker Bergisel. Seine erste Medaille bei Weltmeisterschaften gewann er 1982 in Oslo, mit der österreichischen Mannschaft gewann er Silber.

Nach einigen Jahren im sportlichen Mittelfeld gelang ihm in der Saison 1984/85 der Durchbruch. Seinen ersten Weltcupsieg feierte er am 8. Dezember 1984 im kanadischen Thunder Bay. Obwohl er in dieser Saison sechs Springen gewann, blieb ihm in der Weltcupgesamtwertung nur der zweite Platz hinter Nykänen. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1985 im österreichischen Seefeld gewann er auf der Normalschanze und mit der österreichischen Mannschaft jeweils Silber.

In den beiden folgenden Jahren erreichte er jeweils den dritten Rang der Weltcupgesamtwertung. 1986 wurde er auf dem Kulm in Tauplitz/Bad Mitterndorf mit der Weltrekordweite von 191 Metern Skiflugweltmeister. 1987 wurde er bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf Weltmeister auf der Großschanze und gewann zudem Bronze mit der österreichischen Mannschaft. Im selben Jahr wurde er zu Österreichs Sportler des Jahres gewählt.

In den beiden folgenden Jahren kam seine Karriere etwas ins Stocken, doch dann ging es wieder bergauf: In der Saison 1990/91 gewann er zum ersten und einzigen Mal den Gesamtweltcup, im Jahr darauf wurde er Dritter. Bei den Weltmeisterschaften in Val di Fiemme gewann er noch einmal Mannschaftsgold, bei den Olympischen Winterspielen 1992 Mannschaftssilber. Im Herbst seiner Sportlerkarriere bewältigte Felder problemlos den Umstieg vom Parallel- auf den V-Stil. Er erlernte die neue Technik vor der Vierschanzentournee 1991/92 innerhalb von drei Wochen und gewann gleich anschließend das Neujahrsspringen 1992. Wenige Wochen später gewann er die letzte Ausgabe der Schweizer Springertournee. Seine Karriere beendete er am 29. März 1992 mit einem Sieg beim Skifliegen in Planica.

In Summe erzielte Andreas Felder 118 Top-Ten-Platzierungen bei Skisprunggroßveranstaltungen. Im Verein mit Ernst Vettori trug er die großen Erfolge des österreichischen Skisprungwunderteams der 1970er Jahre, das Baldur Preiml ausgeformt hat, bis in die 1990er Jahre hinein.

Karriereschritte Andreas Felder hat die Handelsschule und die staatliche Trainerausbildung Sprunglauf absolviert. Von 1980 bis 1992 war er Angehöriger der Nationalkader im Sprunglauf. Nach seinem Karriereende war er von 1992 bis 1995 Trainer des B-Kader Sprunglauf im ÖSV, anschließend war er von 1995 bis 1997 Cheftrainer im ÖSV-Skisprungteam. Von 1997 bis 2000 war er Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft in der Nordischen Kombination, von 2000 bis 2006 war er Trainer für Nordische Kombination der Trainingsgruppe I im ÖSV. Am 20. April 2018 wurde er erneut als Cheftrainer des ÖSV-Skisprungteams der Herren und damit als Nachfolger von Heinz Kuttin vorgestellt. Nach zweijähriger Arbeit entschloss sich Felder trotz mehrerer Erfolge zum Rücktritt und führte private Gründe für die überraschende Entscheidung an.

Erfolge Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 8. Dezember 1984 Normalschanze 2. 9. Dezember 1984 Großschanze 3. 15. Dezember 1984 Normalschanze 4. 16. Dezember 1984 Großschanze 5. 3. März 1985 Großschanze 6. 8. März 1985 Großschanze 7. 15. Februar 1986 Flugschanze 8. 16. Februar 1986 Flugschanze 9. 23. Februar 1986 Großschanze 10. 14. März 1987 Flugschanze 11. 21. März 1987 Großschanze 12. 4. März 1990 Normalschanze 13. 7. März 1990 Normalschanze 14. 17. März 1990 Normalschanze 15. 1. Dezember 1990 Normalschanze 16. 8. Dezember 1990 Normalschanze 17. 9. Dezember 1990 Großschanze 18. 1. Jänner 1991 Großschanze 19. 6. Jänner 1991 Großschanze 20. 2. März 1991 Normalschanze 21. 3. März 1991 Großschanze 22. 1. Jänner 1992 Großschanze 23. 17. Jänner 1992 Normalschanze 24. 19. Jänner 1992 Großschanze 25. 29. März 1992 Großschanze

Statistik Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 1980/81 13. 60 1981/82 14. 71 1982/83 46. 10 1983/84 15. 75 1984/85 2. 198 1985/86 3. 170 1986/87 3. 177 1987/88 23. 38 1988/89 14. 56 1989/90 3. 236 1990/91 1. 260 1991/92 3. 218

Weltrekorde # Schanze Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis85 Kulm (K185) Bad Mitterndorf/Tauplitz 191,0 m 9. März 1986   14. März 1987  Berührung Velikanka bratov Gorišek (K185) Planica 192,0 m 13. März 1987   Ungültig  De facto Velikanka bratov Gorišek (K185) Planica 191,0 m 14. März 1987   Aufgehoben 1994  

Schanzenrekorde Schanze Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis Falun (K112) Falun 115,5 m 8. März 1985   6. Dezember 1992   Paul-Außerleitner-Schanze (K111) Bischofshofen 115,0 m 6. Jänner 1987   6. Jänner 1992   Heini-Klopfer-Skiflugschanze (K182) Oberstdorf 188,0 m 24. Jänner 1992   23. Februar 1995   Paul-Außerleitner-Schanze (K120) Bischofshofen 122,0 m 22. Februar 1992   6. Jänner 1993  

Weitere Erfolge 31. August 1986: Sieg vor Ernst Vettori und Jens Weißflog beim Mattenspringen in Hinterzarten.„Felder siegte vor Vettori“ in «Tiroler Tageszeitung» Nr. 202 vom 2. September 1986, S. 13; POS.: Spalte 1, zweiter Titel

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