mini|Maboula Soumahoro (2014) Maboula Soumahoro (* 1976 in Paris) ist eine französische Anglistin, Hochschullehrerin und Intellektuelle, deren Arbeit sich mit afrikanischer Diaspora, Antirassismus und der Konstruktion schwarzer Identität in Frankreich befasst. Sie wurde durch ihre Analysen zur „charge raciale“ (= psychosoziale Belastung durch Alltagsrassismus) und durch ihr Buch Le Triangle et l’Hexagone: réflexions sur une identité noire bekannt.

Leben Soumahoro wurde 1976 in Paris als Tochter ivorischer Eltern geboren. Sie studierte und arbeitete längere Zeit in den Vereinigten Staaten, was für ihre Auseinandersetzung mit schwarzer und afropäischer Identität bedeutsam war. Sie ist Maîtresse de conférences an der Universität Tours und lehrte außerdem an Sciences Po sowie am Bennington College in Vermont. Sie gilt als Spezialistin für die afrikanische Diaspora, für afroamerikanische Studien und für die Analyse von Rassismus.

Wirken Soumahoro untersucht die Nachwirkungen von Sklaverei und Kolonialismus in kollektiven und individuellen Identitäten, in Vorstellungen von Staatsbürgerschaft sowie im politischen Selbstverständnis Frankreichs. Ausgehend von autobiografischem Schreiben reflektiert sie in Le Triangle et l’Hexagone: réflexions sur une identité noire (2020) über schwarze französische Identität, die Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels und den französischen Kolonialismus. Das Werk ist zwischen Essay und Autobiografie angesiedelt, in dem Soumahoro ihre eigene Erfahrung als schwarze Frau in Frankreich historisch einordnet. Ein Kernbegriff ihrer Interventionen ist „charge raciale“, mit dem sie die psychische und soziale Last beschreibt, die rassifizierte Menschen durch alltägliche Mikroaggressionen, Hypervigilanz und Anpassungsdruck tragen. Der Begriff wurde 2017 in Libération verbreitet und später in der französischen Debatte über Rassismus und Antirassismus aufgegriffen. Soumahoro war zudem an der Einführung eines französischen Black History Month beteiligt, der Kulturen der afrikanischen Diaspora aufzeigen sollte. Im November 2024 wurde eine für das Europäische Parlament vorgesehene interne Veranstaltung zu Antirassismus, an der Soumahoro teilnehmen sollte, nach Druck französischer Rechtsaußen-Politiker verschoben; der Vorgang wurde als Angriff auf eine antirassistische Wissenschaftlerin wahrgenommen. Die Auseinandersetzung reiht sich in die Angriffe der extremen Rechten auf die Sozialwissenschaften und die Analyse rassistischer Ungleichheiten ein.

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Einzelnachweise

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