Valérie Carole Gbonon M’Bengue (* 1972) ist eine ivorische Medizinbiologin und Bakteriologin am Institut Pasteur de Côte d’Ivoire in Abidjan. Sie forscht zu bakteriellen Infektionen, Antibiotikaresistenzen und molekulargenetischer Diagnostik.

Leben Gbonon wurde in Frankreich geboren und zog im Alter von 15 Jahren mit ihrer Familie nach Abidjan. Sie stammt aus einer medizinisch geprägten Familie; ihre Mutter war Pharmazeutin, ihr Bruder Infektiologe und ein Onkel Kardiologe. Nach dem Medizinstudium wandte sie sich Ende der 1990er-Jahre während einer Arbeit über das bakterielle Ökosystem in Operationssälen des CHU de Treichville der Forschung zu. Mireille Dosso, die spätere Leiterin des Institut Pasteur de Côte d’Ivoire, ermutigte sie gemeinsam mit Gbonons Mutter, die akademische Arbeit abzuschließen und Ärztin wie Forscherin zu werden. Gbonon arbeitete am Institut Pasteur, während sie weitere Forschungsabschlüsse verfolgte; die Förderung durch L’Oréal-Unesco For Women in Science unterstützte ihre Promotion.

Wirken Im Jahr 2006 wurde Gbonon für Arbeiten zu Streptokokken der Gruppe B im Programm L’Oréal-Unesco For Women in Science ausgezeichnet und absolvierte einen Forschungsaufenthalt am Hôpital Cochin in Paris. Ihre Arbeiten griffen ein in der ivorischen und westafrikanischen Forschung wenig bearbeitetes Thema auf, wobei sie Antibiotikaresistenzen als ihr langfristiges Forschungsthema etablierte. 2006 war sie an der Gründung des Observatoire des résistances des micro-organismes aux anti-infectieux en Côte d’Ivoire beteiligt, das später als nationales Forschungszentrum anerkannt wurde. 2016 stufte der ivorische Staat Antibiotikaresistenzen als Anliegen der öffentlichen Gesundheit ein und Gbonon stieg in diesem Feld zur bedeutenden Wissenschaftlerin auf. Sie zielte sowohl auf Laborforschung als auch auf klinische Anwendung; ihre Ergebnisse mit der Pädiaterin Flore Amon Tanoh-Dick sollten eine nationale Grundlage zur Verringerung neonataler Infektionen schaffen. Sie wurde als Maître de recherche in Bakteriologie-Virologie zur Leiterin der Plattform für Molekulargenetik am Institut Pasteur de Côte d’Ivoire und stellvertretende Verantwortliche der Antibiotikaeinheit des nationalen Referenzzentrums. Unter ihrer Koordination führte die Plattform für Molekulargenetik 2024 eine vom CDC-GHSA-Projekt finanzierte Fortbildung zur genomischen Überwachung von Meningitiden durch. Beim Pilotprojekt zum systematischen Neugeborenen-Screening war Gbonon technische Koordinatorin; es wurde 2022 gestartet und 2025 nach 1.030 untersuchten Neugeborenen abgeschlossen. 2025 wurde sie am Institut Pasteur de Côte d’Ivoire zur Sektionssekretärin der Association des Femmes Chercheurs de Côte d’Ivoire; sie ist Trägerin des L’Oréal-Unesco-Preises.

Einzelnachweise

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