José Antonio de Barros Garcia (geboren am 19. Dezember 1955 in São Paulo; gestorben am 22. Dezember 2005 in Rio de Janeiro) war ein brasilianischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent.
Leben und Werk Garcia gehörte der Paulistaner Kinogeneration der 1980er Jahre an, die von Filmkritikern als „Néon Noir“ bezeichnet wurde. Von 1973 bis 1976 besuchte er Kurse für Drehbuch und Regie an der Escola de Comunicação e Artes der Universidade de São Paulo (ECA-USP), wo er erste experimentelle Kurzfilme drehte, darunter Hoje tem futebol (1976), Marilyn Tupi (1977) und Tem bola na escola (1979).
Seinen Einstieg ins Langfilmformat fand Garcia in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ícaro Martins. Ihr gemeinsamer Debütfilm O Olho Mágico do Amor (1981) war sowohl beim Publikum als auch bei Kritikern erfolgreich. Der Film markierte den Beginn einer Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Carla Camurati, die auch in den folgenden gemeinsamen Produktionen die Hauptrolle übernahm: Onda Nova (1983), ein Film über eine Frauenfußballmannschaft sowie Gastauftritten von Regina Casé und Caetano Veloso, und Estrela Nua (1984/1985), der mit dem APCA-Preis ausgezeichnet und beim Festival de Gramado gezeigt wurde.
Neben seiner Arbeit beim Film übernahm Garcia auch Aufgaben für das Fernsehen. 1984 drehte er Werbefilme für Globotec, und als Co-Regisseur zusammen mit Roberto Talma entstand die TV-Serie Uma Mulher do Mundo. 1988 gründete er zusammen mit Alexandre Oliveira die Produktionsfirma Estúdio Contato.
Sein bekanntester Film als Soloregisseur war O Corpo (1991), basierend auf der Erzählung „A Via Crucis do Corpo“ von Clarice Lispector, mit Marieta Severo, Cláudia Jimenez und Antônio Fagundes in den Hauptrollen. Der Film wurde beim Festival de Brasília und beim Festival Internacional de Cine de Cartagena ausgezeichnet. Einen weiteren Langfilm drehte Garcia mit Minha Vida em Suas Mãos (2000/2001), produziert von und mit der Schauspielerin Maria Zilda Bethlem in der Hauptrolle.
Nach dem Erfolg von O Corpo wandte Garcia sich auch dem Theater zu. Er inszenierte das einzige Theaterstück von Clarice Lispector, A Pecadora Queimada e os Anjos Harmoniosos, in zwei Aufführungen: erstmals 1992 im Rahmen der Jornada Sesc de Teatro im Teatro Sesc Consolação in São Paulo und ein zweites Mal 2005 im Freien im Botanischen Garten von Rio de Janeiro. Diese zweite Inszenierung war sein letztes Werk.
Garcia starb kurz nach der Saison am 22. Dezember 2005 in Rio de Janeiro an einem Herzinfarkt, den er am 19. Dezember erlitten hatte. Er wurde auf dem Friedhof von Morumbi, in seiner Heimatstadt São Paulo, beerdigt.
Filmografie Kurzfilme Hoje tem futebol (1976) Marilyn Tupi (1977) A bola na escola (1979)
Langfilme O Olho Mágico do Amor (1981, gemeinsam mit Ícaro Martins) Onda Nova (1983, gemeinsam mit Ícaro Martins) Estrela Nua (1984/1985, gemeinsam mit Ícaro Martins) O Corpo (1991) Minha Vida em Suas Mãos (2000/2001)
Theater A Pecadora Queimada e os Anjos Harmoniosos (1992 und 2005)
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Brasilianer Kategorie:Geboren 1955 Kategorie:Gestorben 2005 Kategorie:Mann