Das Arrondissement de Niaguis in Senegal ist eines von den zwei Arrondissements, in die das Département Ziguinchor als Teil der Region Ziguinchor gegliedert ist. Das Arrondissement umfasst drei Gemeinden (Communes). Die Unterpräfektur als Sitz des Arrondissements liegt in der Gemeinde Niaguis.
Geografie Das Arrondissement liegt im Südwesten Senegals und der Casamance und hat eine Fläche von 438,20 km². Es umfasst den Osten des Départements von dem Casamance-Strom im Norden bis zur Grenze zwischen Guinea-Bissau und Senegal im Süden. Im Westen schließt das Arrondissement das Umfeld der Nationalstraße N 4 gerade noch mit und umschließt das Stadtgebiet von Ziguinchor. Im Osten folgt die Grenze einem Intermittierenden Gewässer, dessen Talweg von der Staatsgrenze im Süden zum Casamance-Strom im Norden führt. Im Unterlauf nimmt dieses Gewässer den Charakter eines Bolongs an, der dem Gezeitenstrom des Atlantik unterliegt. Und der geht von der über 71 Kilometer entfernten Mündung des Casamance-Stromes aus, flutet durch die bis zu tausend Meter breite amphibische Uferzone des Wasserlaufs hin und her und hat sie mit vielen Verzweigungen ausgewaschen, eingebettet in eine unwegsame Watt- und Mangrovenlandschaft.OpenStreetMap: Arrondissement de NiaguisEntfernungen messen mit Google Maps Ein weiterer derartiger Bolong teilt das Arrondissement in eine Ost- und eine Westhälfte, der Marigot de Guidel.Marigot de Guidel bei Geonames
Geschichte Wegen der Nähe der Grenze zwischen Guinea-Bissau und Senegal hatte der bewaffnete Casamance-Konflikt der 1990er und 2000er Jahre auch Einfluss auf die Dörfer im Arrondissement. Besonders die Menschen im Süden, in der Gemeinde Boutoupa-Camaracounda, hatten schwer zu leiden. Die Bewirtschaftung kultivierten Landes wurde teilweise wegen der Gefahr durch Landminen unmöglich und die Tierhaltung kam wegen häufiger Viehdiebstähle zum Erliegen. Die Bevölkerung verarmte durch häufige Raubüberfälle und wurde auf engstem Raum konzentriert. Der Verkauf lokaler Produkte und die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln war behindert. Einige Schulen und Gesundheitseinrichtungen mussten geschlossen werden. Die Bevölkerung aller 24 Dörfer der Gemeinde war von Vertreibung betroffen. Sieben der Dörfer waren 2010 wieder besiedelt. In anderen Dörfern begannen die Vertriebenen erst um 2010 in ihre Heimat zurückzukehren, während neun Dörfer vorerst aufgegeben wurden (Baraka Patata, Baraka Pakao, Bilasse, Bindialoum Baïnouck, Bindialoum Manjaque Boffa, Boussoloum, Niaféna und Santhiaba Manjaque).USAID:
In den meisten Dörfern der Gemeinde Niaguis waren die Menschen von dem Konflikt weniger betroffen. Die Bewirtschaftung kultivierten Landes wurde teilweise wegen der Gefahr durch Landminen unmöglich und die Tierhaltung kam wegen häufiger Viehdiebstähle zum Erliegen. Als Nahrungsquelle musste verstärkt auf Fischfang ausgewichen werden. Vertriebene Bevölkerungsgruppen mussten in der Gemeinde untergebracht werden.USAID:
In der Landgemeinde Adéane hatte der bewaffnete Konflikt zu einer massiven Vertreibung der Bevölkerung geführt, sowohl innerhalb der Gemeinde selbst als auch in Nachbarländer wie Guinea-Bissau. Das in einem Waldgebiet gelegene Dorf Bissine wurde von seinen Bewohnern vollständig verlassen und war zehn Jahre später kaum noch vom umgebenden Wald zu unterscheiden. Auch die sechs Weiler Diagnon Faticounda, Kagnaka, Adéane Koubone, Baghagha Faticounda, Sindone Ndambou und Sindone tranquille waren verschwunden. Die Dörfer Diagnon, Adéane, Baghagha und Sindone mussten teilweise geräumt werden. Die Landwirtschaft als einst wichtigster Erwerbszweig wurde massiv beeinträchtigt. Viele Ackerflächen konnten aufgrund der Gefahr durch Landminen nicht mehr bewirtschaftet werden.USAID:
Bevölkerung Die Daten des Arrondissements und seiner Gemeinden (Communes) sind der Fläche und den letzten Volkszählungen nach wie folgt zusammengestellt:Citypopulation: Senegal: Gemeindegliederung - ANSD: Rapport Projection de la Population du Senegal 2023–2073 (RGPH-5 2023) Region Ziguinchor Seite 27–28 der PDF-Datei 3,42 MB
Commune Flächekm² Einwohner2013 Einwohner2023 Adéane 177,00 17.580 19.728 Boutoupa-Camaracounda 316,90 5.149 8.682 Niaguis 161,60 10.501 21.671 Arrondissement 655,50 33.230 50.081
Verkehr Die Nationalstraße N 6 durchquert das Arrondissement in West-Ost-Richtung auf dem Weg von Ziguinchor über Kolda und die Gambia-Brücke von Gouloumbou zu dem 300 Kilometer entfernten Tambacounda. Sie folgt dabei zunächst weitgehend dem Südufer des Casamance-Stromes. Die N 4 erschließt die Dörfer im Westen des Arrondissements zwischen Ziguinchor und dem Grenzübergang von Mpack. Durch das Arrondissement führen ansonsten nur Schotterpisten.
Weblinks Niaguis, third-order administrative division bei Geonames
Einzelnachweise
Kategorie:Arrondissement (Senegal) Kategorie:Region Ziguinchor