mini|Katholische Kirche St. Georg in Geldern-Kapellen
St. Georg in Kapellen (an der Fleuth), einem Stadtteil von Geldern nordwestlich von Duisburg, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Maria Magdalena (Geldern). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Georg, einem der vierzehn Nothelfer, und gehört zum Kreisdekanat Kleve im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine dreischiffige Backsteinkirche im Stil der Gotik und hat 220 Sitzplätze.
Geschichte Der erste Sakralbau im Dorf Kapellen war eine Eigenkirche der Herren von Berenbroek, und die erste urkundliche Erwähnung als „ecclesia de Capella“ erfolgte um 1300. Dieses mittelalterliche Kirchspiel wurde vermutlich im 15. Jahrhundert von Menzelen St. Walburga sowie 1550 von Winnekendonk St. Urbanus abgetrennt.
St. Georg war 1804 bis 1821 (im Zuge der napoleonischen Verwaltungsordnung) eine Filiale der Kantonskirche St. Maria Magdalena (Geldern) und danach wieder selbstständig. Von St. Georg abgepfarrt wurden die neuen Pfarrrektorate Aengenesch Zur Schmerzensmutter (1921) und Hamb St. Antonius Abt (1958).
Baubeschreibung St. Georg ist eine Staffelhalle mit Querhaus aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Nach einem Brand 1692 wurde das völlig zerstörte Kirchengebäude wieder hergestellt. Nach Kriegsbeschädigungen im Zweiten Weltkrieg erfolgte 1959 der Wiederaufbau des Gotteshauses nach den Plänen der Architekten Baak und Brößkamp (Münster). Dabei wurde auch eine Sakristei hinzugefügt.
Die Kirche ist ein dreischiffiger Bau der Backsteingotik mit einem Kreuzrippengewölbe unter einem Satteldach. Der eingezogene Chor mit Fünfachtelschluss liegt im Osten, und der Fassadenturm im Westen hat ein kupfergedecktes Helmdach. Die 1959 angebaute eingeschossige Sakristei besitzt ein Parallelwalmdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus Naturschiefer. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1962, die (vermietete) Küsterei von 1962, der Kindergarten von 1957 sowie das 1800 eröffnete und 1980 umgebaute Pfarrheim.
Die Kirche steht mit der Denkmalnummer GE10023 in der Liste der Baudenkmäler in Geldern. St. Georg wurde 2024–25 gründlich renoviert und in einem Festgottesdienst am 30. März 2025 wieder eröffnet.
Strukturentwicklungen Am 26. August 2007 fusionierten die Pfarreien St. Georg (Kapellen) und St. Maria Magdalena sowie fünf weitere Gemeinden der Region Geldern zur neuen Großpfarrei St. Maria Magdalena, sodass St. Georg seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Gemeinde ist.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Kleve die Pfarreien St. Maria Magdalena (Geldern), St. Anna Issum (Sevelen), St. Dionysius (Kerken), St. Martinus (Rheurdt), St. Peter und Paul (Straelen) und St. Marien (Wachtendonk) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Gelderland“.
Glocken Im Fassadenturm von St. Georg hängen die folgenden drei Kirchenglocken aus Stahl:
Glocke 1: Schlagton: e1; Ø 136 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924 Glocke 2: Schlagton: g1; Ø 116 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924 Glocke 3: Schlagton: a1; Ø 102 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924.
Orgel Die Firma Romanus Seifert & Sohn (Kevelaer) baute 1985 für St. Georg eine Pfeifenorgel mit 17 Registern. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Georg (Kapellen) Website vom Kreisdekanat Kleve
Einzelnachweise
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