Die Schienenbusse des Typs VG waren Dieseltriebwagen, die 1933 als Einrichtungswagen in vier Exemplaren entstanden. Sie wurden von dem französischen Unternehmen Renault gebaut und waren zuerst bei der État und ab 1937 auf der Bahnstrecke Mamers–Saint-Calais (MStC) eingesetzt. Der letzte Wagen wurde bis 1956 ausgemustert. Eine Weiterentwicklung des Wagens ist der Renault Bauart ZO, der als Zweirichtungswagen verwendet werden konnte.Foto eines Renault ZO auf louisrenault.com
Geschichte
In der allgemeinen Entwicklung von Motortriebwagen für den Betrieb auf schwach ausgelasteten Strecken ab der Weltwirtschaftskrise beteiligte sich auch Renault an der Entwicklung von Fahrzeugen. Die Bauart VG war ein Einrichtungswagen. Er wurde zuerst in zwei Exemplaren, bei dem bei einem das Stirnende nach Versuchen im Windkanal herabgezogen wurde, gebaut.W. Hamacher: Die Bedeutung der Schienentriebwagen für die französische Eisenbahn in Verkehrstechnik Heft 13, 1933 Im gleichen Jahr wurden zwei weitere Wagen für die État hergestellt und die Serie vorläufig als ZZ 24013–24016 bezeichnet. 1933 wurde ein Fahrzeug auf dem Bahnhof Paris-Saint-Lazare ausgestellt. Stationiert waren alle Wagen zunächst in dem Depot Dinan. Ab 1934 wurden sie in den Depots von Gisors und Le Mans und ab 1935 in Châteaubriant eingesetzt.Loïc Fieux et Jean-Hubert Lavie, VG : née pour l'aérodynamisme, in Loco Revue, Nr. 639, September 2000, S. 64–65
1937 erwarb die Bahnlinie Mamers – Saint-Calais (MStC) die Triebwagen ZZ 24002–24004. Der vierte Wagen verblieb 1938 bei den SNCF. Im Tausch wurde dieser Wagen gegen einen beschädigten Triebwagen der MStC ausgewechselt, der 1939 verschrottet wurde. 1953 wurden sie in die Reserve gesetzt und 1956 wurde der ZZ 24003 als letzter aus dem Betrieb genommen.
Technische Merkmale mini|links|Maßskizze der Triebwagen Renault VG Die Fahrzeuge entstanden durch Überarbeitung und Weiterentwicklung des Renault Bauart TE.Foto des Renault Typ TE auf louisrenault.com Der Wagenkasten wurde nach Versuchen und Optimierungen im Windkanal strömungsgünstiger gestaltet. Er erhielt eine abgerundetere Linie des Kastens mit den besonderen Merkmalen eines fast flugzeugähnlich gestalteten Hecks und herabgezogenen Fahrzeugschürzen, die fast das gesamte Fahrwerk verdeckten. Außerdem wurde der Wagenkasten, besonders der hintere Überhang, verlängert. Er besaß Puffer aus gebogenen Blattfedern.Foto des Renault VG auf louisrenault.com
Gegenüber dem Renault Bauart TE konnte die Motorleistung durch Vergrößern der Zylinderbohrungen von 115 auf 125 mm um 20 PS vergrößert werden, damit konnte der Wagen in der Ebene eine Geschwindigkeit von 100 km/h, auf einer Steigung von 15 ‰ noch 60 km/h erreichen. Vom direkt angeschlossenen Getriebe wurde mit einer langen Gelenkwelle die hintere Fahrzeugachse angetrieben. Der Wagen war als Einrichtungswagen konzipiert. An der Fahrzeugspitze war der Motor platziert. Der Fahrzeugführer hatte seinen Platz links davon, rechts war das Postabteil. Im Fahrgastabteil waren die 34 Sitzplätze bis auf die vier vorderen in Fahrtrichtung angeordnet. Der Einstiegsraum war vom Fahrgastraum nicht abgegrenzt. Im Fahrzeugheck war der Gepäckraum sowie ein Abort.
Bei diesem Wagen wurde zum ersten Mal die Anwendung der Magnetschienenbremse erwähnt. Dadurch sollte eine zu starke Abnützung der Radreifen bei mechanischer Bremsung verhindert werden.
Literatur
W. Hamacher: Neue Schienentriebwagen der Französischen Staatsbahn. In: Verkehrstechnik, Heft 13, 1933, Seite 327 ff.
Weblinks
Internetseite über Schienenbus-Betrieb bei der PLM mit Erwähnung von Renault-Triebwagen auf trainconsultant.com Internetseite über Schienenbusbetrieb in Frankreich mit Erwähnung der Renault-Triebwagen auf trainconsultant.com Internetseite über Renault-Verbrennungsmotortriebwagen mit Erwähnung des Renault VG auf louisrenault.com
Einzelnachweise
Kategorie:Verbrennungsmotortriebwagen Kategorie:Schienenfahrzeug (Renault) Kategorie:Triebfahrzeug (Chemins de fer de l’État)