Udo Böttcher (* 1964 in Gera) ist ein deutscher Unternehmer und Gründer der Böttcher AG, deren Vorstandsvorsitzender er ist. Durch seine Nähe zur AfD und zum BSW sorgte er 2025 für mediale Aufmerksamkeit. In seiner Jugend war er einer der erfolgreichsten Kunstturner der DDR.

Leben Böttcher wurde in Gera geboren und war schon als Kind ein sportliches Naturtalent. Während seiner Schulzeit begann Böttcher mit dem Kunstturnen und besuchte ab der fünften Klasse die berühmte Jugendsportschule in Jena. In seiner Jugend wurde er einer der erfolgreichsten Kunstturner der DDR. Seinerzeit galt er als eines der größten Nachwuchstalente des DDR-Turnsports und wurde bei den Jugendspielen mehrfach ausgezeichnet. Sein Trainer war Dieter Petersdorf.

Dort gewann er insgesamt neun Gold-, acht Silber- und drei Bronzemedaillen. 1982 siegte er bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft in Ulaanbaatar, Mongolei, am Barren. Aufgrund seiner sportlichen Leistungen wurde er zudem als Hoffnungsträger für die DDR-Nationalmannschaft gehandelt. Nachdem er 1986 jedoch eine schwere Knieverletzung erlitt, musste er seine Karriere als Sportler beenden. Seine große Chance, bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul teilzunehmen, konnte er daher nicht mehr nutzen.

In den 1990er Jahren gründete Böttcher in Jena die Firma Böttcher AG, die vor allem Produkte für Büro- und Handelsbedarf sowie Gartenprodukte vertreibt.

2011 spendete er Nikolai Andrianow aus Russland, dem mit 15 Olympia-Medaillen der erfolgreichsten Turner aller Zeiten, eine größere Geldsumme und dessen Leiden zu erleichtern. Andrianow litt jahrelang an der unheilbaren Krankheit Multisystematrophie, die ihn bewegungsunfähig machte. Kurz vor der offiziellen Geldübergabe verstarb Andrianow im März 2011.

Im Jahr 2025 sorgte sein Unternehmen durch eine Großspende von 999.990 Euro an die AfD für mediale Aufmerksamkeit, die von seinem ehemaligen Aufsichtsratschef Jan Winter getätigt wurde. Böttcher selbst wies allerdings darauf hin, dass er von dieser Spende nichts gewusst habe. Da seine Aussagen als widersprüchlich eingestuft wurden, wurde der Verdacht geäußert, es könne sich um eine Strohmann-Spende handeln und Böttcher habe sehr wohl Bescheid gewusst. Dennoch forderte er das Geld anschließend zurück, was sich rechtlich allerdings als schwierig darstellt. Im Nachgang wurden die Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft eingestellt.

Böttcher fiel zudem mehrfach durch inzwischen aber offenbar gelöschte Postings auf Facebook und WhatsApp auf, in denen er die AfD-Vorsitzende Alice Weidel für ihre Politik lobte. Entsprechend bescheinigten insbesondere Der Spiegel und Die Zeit ihm und seinem Unternehmen trotz öffentlicher Distanzierung eine erkennbare Nähe zur AfD.

Privates Böttcher ist seit 1989 mit Petra Böttcher verheiratet.

Quellen und Einzelnachweise

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