Susanne Jicha (* 10. September 1889 in Winterberg/Vimperk; † 30. Mai 1932 in Frankfurt am Main) war eine Opernsängerin und Sopranistin.
Leben Die Sängerin wurde am 10. September 1889 in Winterberg als Susanna Emma Elisabeth Jicha, Tochter des Anton Jicha, Elfenbeinwarenfabrikant, und dessen Ehefrau Anna Emlie Bertha, geb. Lindenberg, geboren. Die väterlichen Vorfahren stammten aus Graubünden in der Schweiz, die mütterlichen aus Stettin, damals in Deutschland.Taufeintrag im Archiv Třeboň
Schon in der Kindheit zeigte sich bei Susanne das Talent für Musik und Theater. Die Eltern schickten ihre Tochter zunächst auf die Handelsschule in Pilsen, dann sollte sie bei Verwandten in Deutschland für die kaufmännische Praxis weitergebildet werden. Diese Tätigkeit lag der Tochter jedoch nicht, sie strebte den Beruf einer Sängerin an.
Nach langem Zögern entschlossen sich schließlich die Eltern, ihre Tochter zu Marie Nedbal, der Schwester des Komponisten Oskar Nedbal, nach Prag zur Ausbildung zu bringen. Die erfahrene Lehrerin erkannte Susannes Talent und riet zu einer Ausbildung als Opernsängerin.
Bereits mit 19 Jahren debütierte sie am Prager Nationaltheater als "Milada" in der Oper Dalibor von Friedrich Smetana mit großem Erfolg. Nach Vollendung ihrer Studien erhielt sie 1912 ein Engagement am Deutschen Theater in Prag. Als erste größere Rolle sang sie die „Carmen“ in Bizets gleichnamiger Oper. Mit besonderer Liebe und tiefer Einfühlung sang sie die Mozartopern: den "Bastien" in Bastien und Bastienne, den "Cherubin" in Figaros Hochzeit u. ä. Eine Glanzrolle ihrer ersten Bühnenjahre war der „Rosenkavalier“. Bald aber wurden ihrer Kunst die großen dramatischen Gestalten dieser Opern anvertraut, sie sang die "Gräfin" in Figaros Hochzeit oder die "Marschallin" im Rosenkavalier.
Susanne Jicha heiratete 1918 den Prager Urologen Dr. Götzl, trat aber als Künstlerin weiter unter ihrem Mädchennamen auf. Ihre mehrjährigen Studien bei Lilli Lehmann, die mit einem zeitweiligen Aufenthalt in Berlin verbunden waren, verband sie in herzlicher Freundschaft mit der großen Künstlerin. In ihrer Nähe reifte Susanne Jicha zu der großen Wagner-Sängerin, zu der überwältigenden Ausdruckskünstlerin heran, als die sie die Gestalten der "Brünnhilde", "Kundry", "Salome", "Elektra", "Fidelio" und "Isolde" „erlebnistief und menschlich ergreifend verkörperte“. Eine ihrer letzten Partien war die "Jenufa" aus der gleichnamigen Oper von Janáček.
1928 heiratete sie in zweiter Ehe in Prag Hans Wilhelm Steinberg, den musikalischen Leiter des dortigen Deutschen Theaters. In der Rolle der "Isolde" aus Wagners Oper Tristan und Isolde verabschiedete sich Susanne Jicha 1930 von der Musikbühne und folgte ihrem Ehemann Hans Wilhelm Steinberg nach Frankfurt am Main.
Susanne Jicha verzichtete in der Folgezeit zugunsten ihres Ehemanns auf die eigene Karriere als Sängerin. Ihrem Ehemann war sie nunmehr Gefährtin, Freundin und Beraterin. Sie begleitete ihn auch auf seinen ausgedehnten und strapaziösen Konzertreisen. Doch litt sie seit längerer Zeit an einem tückischen Nierenleiden. Bei einem Aufenthalt in Russland erlitt sie einen Zusammenbruch, von dem sie sich nicht mehr erholen sollte. Sie starb am 30. Mai 1932 in Frankfurt am Main. Susanne Jicha ruht auf dem Waldfriedhof Frankfurt-Oberrad.Maria Waldeck: Susanne Jicha, in Zs. Waldheimat 9. Jg. 1932, Nr. 11Friedrich C. Stumpfi: „Opernsängerin Susanne Jicha“, in Fritz Pimmer, Winterberg im Böhmerwald, Freyung 1987
Literatur Maria Waldeck: Susanne Jicha, in Zs. Waldheimat 9. Jg. 1932, Nr. 11 Friedrich C. Stumpfi: „Opernsängerin Susanne Jicha“, in Fritz Pimmer, Winterberg im Böhmerwald, Freyung 1987, S. 341f.
Weblinks
Bedeutende Frauen des deutschsprachigen Prags: Susanne Jicha(-Götzl-Steinberg) Webseite der Stadt Vimperk Taufeintrag im Archiv Trebon Nachruf 1932 Bilddokumente
Einzelnachweise
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