Birkholz ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Mankmuß der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.Service Brandenburg: Auflistung als Gemeindeteil von Karstädt im Kommunalverzeichnis Brandenburg; Stand 14. Mai 2026.

Geografische Lage Birkholz liegt südwestlich der Kerngemeinde Karstädt und südwestlich von Mankmuß. Nordwestlich liegt der Gemeindeteil Mesekow, östlich liegt der Ortsteil Nebelin und südöstlich der Ortsteil Laaslich. Im Westen und Süden grenzt die Gemeinde Lanz an. Durch den Ort führt die Kreisstraße 7036. Östlich fließt die Elbe von Nordosten kommend in südlicher Richtung am Gemeindeteil vorbei. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund .Brandenburgviewer (Hrsg.): Birkholz, Stand 25. Mai 2026. Zwischen Birkholz und Nausdorf befand sich das etablierte Gasthaus Neukrug. Das Gebiet gehörte zum sogenannten ehemaligen Damerower Forst und war Teil der Waldfläche von Damerow. Etwa 0,6 Kilometer südwestlich der Neuen Brücke wurden archäologische Spuren einer alt- und jungslawischen Siedlung aus dem 9. bis 12. Jahrhundert nachgewiesen.Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA). Band 3; 2. (überarbeitete und wesentlich erweiterte) Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 57.

Geschichte Besitzgeschichte Die Besitzgeschichte von Birkholz beginnt vor 1340 mit den von Mintstedt, die bis 1477 über Birkholz samt Lehnschulzengut verfügten. Von 1477 bis 1496 befanden sich Ort und Gut im Besitz der von Quitzow zu Kletzke. In der Zeit von 1496 bis 1543 gehörte Birkholz den von Quitzow zu Eidenburg und zu Stavenow jeweils zur Hälfte über die Feldmark und das Lehnschulzengut. Von 1543 bis 1719 lag der Besitz allein bei den von Quitzow zu Eidenburg über denselben Umfang, wobei 1543 die von Quitzow zu Rühstädt anteilig beteiligt waren; seit 1565/1584 erstreckte sich ihr Besitz auch auf den Direktbesitz des Lehnschulzengutes. Von 1719 bis 1872 gehörte Birkholz zum Amt Eidenburg beziehungsweise seit 1767 zum Amt Eldenburg-Lenzen, das über Vorwerk und Kolonie verfügte. Daneben bestand nach der Vererbpachtung des Vorwerks im Jahr 1766 ein gesondertes Erbpachtgut, dessen Besitzer ebenfalls Einfluss ausübten; hierzu zählen 1851 die Erben von Kaphengst sowie 1857 und 1862 ein Besitzer namens Buls.

14. und 15. Jahrhundert Birkholz wurde im Jahr 1340 erstmals urkundlich als tho Berckholte erwähnt. Eine weitere Schreibweise war in Bercholte im Jahr 1398. Das Lehnschulzengut mit drei Hufen sowie (1398: zwei) Kossäten und dem gesamten Schulzenamt wurde durch Kersten Mintstedt an Claus Roleke und dessen Erben zu Mankmuß verliehen, nachdem diese es von Wernekens Kindern in Birkholz erworben hatten. 1398 wurde derselbe Zustand beschrieben; der Lehnschulzengutsbesitzer Ruleke wohnte weiterhin in Mankmuß, während das Dorf Birkholz vermutlich wüst gewesen war. 1477 wurde die wüste Dorfstätte durch die von Mintstedt an die von Quitzow verkauft. 1480 erschien der Lehnschulze Rulcke, wohnhaft zu Mankmuß, nunmehr durch die von Quitzow belehnt.

16. Jahrhundert 1530 bestand derselbe Zustand; der Lehnschulze Jacob Röle zu Mankmuß war zugleich mit der Aufsicht über das Gehölz auf der Feldmark Birkholz betraut. 1544 wurden Feldmark und Dorfstätte genannt; die von Quitzow gestatteten den von Möllendorf zu Gadow die Weide auf Birkholz, 1554 ebenso den von Kapelle zu Mankmuß. 1565 verkauften die Brüder und Vettern Röhle dem Dietrich von Quitzow erblich den vierten Teil des Lehnschulzengutes im Felde Birkholz mit sämtlichem Zubehör, darunter Äcker, Wiesen, Holzflecken und Fischereirechte. 1566 veräußerten Claus und Hans Röhle sowie Claus Rohle zu Seedorf ihren Anteil; von Quitzow besaß damit die Hälfte. 1575 ließ von Quitzow auf seinem Anteil eine Meierei errichten; nach längerem Streit kam es zu einem Vergleich mit den Anteilseignern aus der Familie Rule zu Mankmuß, der in einer Teilung der Hufen und Wiesen einschließlich der beiden Kossätenländereien bestand. Die jeweiligen Schulzen aus der Familie Rule behielten Holzungs- und Fischereirechte. 1579 wurde ein weiteres Viertel, 1582 und 1584 die restlichen Anteile durch die Role zu Mankmuß an von Quitzow verkauft. 1588 bestanden ein Vorwerk und eine Schäferei in Mischwaldlage.

17. Jahrhundert Um 1621/1632 bestanden Vorwerk und Schäferei sowie das vermutlich wüst gefallene Lehnschulzengut; genannt wurden ferner ein Vogt, ein Häker mit zwei Knechten, ein Schäfer und ein Kuhhirt. 1662 war das Vorwerk wahrscheinlich wieder bewohnt. 1692 erhielt von Quitzow zu Eidenburg die Konzession zur Anlage einer Glashütte auf dem ruinierten und verwachsenen Vorwerk, ohne dass nähere Angaben überliefert wurden. 1695 dienten drei Hufner aus Blüthen dem Vorwerk Birkholz.Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I: Veröffentlichungen des BLHA. Band 3, 2. Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4, S. 58.

18. Jahrhundert 1704 wurden ein Pachtschäfer und ein Schäferknecht genannt, 1719 eine Schäferei mit einem Pachtschäfer. 1734 lebten fünf Häusler, ein Schäfer, ein Hirt und drei Mägde im Ort; 1737 wurde das Vorwerk erwähnt. 1744 bestand ein Vorwerk mit Molkenhaus bei den Kuhkoppeln sowie eine Schäferei; die landwirtschaftliche Nutzung umfasste 75 Morgen Acker, 1340 Morgen ein- und zweischürige Wiesen sowie 3 Morgen Gartenland, mit Schwerpunkt auf Viehzucht. Nach der Teilung der Waldfläche von Damerow wurde das Amtsdrittel dem Vorwerk Birkholz zugeschlagen. 1764 bestand ein Plan zur Ansiedlung von Kolonisten aus der Grafschaft Falkenstein, Nassau, der Kurpfalz und Zweibrücken; zugleich nutzten Gemeinden aus Boberow, Blüthen, Ferbitz und Meilen Pachtwiesen. 1765 waren 13 Bauern- und 6 Büdnerstellen geplant, tatsächlich wurde nur eine angesetzt. Das Vorwerk wurde 1766 vererbpachtet. 1791 bestand ein königliches Vorwerk mit sieben Hausleuten, einem Gutsbesitzer und einem Verwalter bei zwölf Feuerstellen.

19. Jahrhundert 1801 wurde ein Erbpachtvorwerk mit neun Einliegern sowie einem Förster bei zwölf Feuerstellen genannt. 1819 bestand weiterhin das Erbpachtvorwerk mit einem Pachtschäfer. 1846 wurden elf Wohnhäuser verzeichnet, außerdem das Kruggut Neuer Krug, das zu Birkholz gehörte. 1852 wurde die Feldmark als zur Hälfte sandig, zur Hälfte moorig und insgesamt wenig ertragreich beschrieben; betrieben wurden Koppelwirtschaft und Viehzucht bei teils ein- und zweischürigen Wiesen sowie Nadel- und Weichholzbeständen. Die ehemalige Frachtstraße von Berlin nach Hamburg verlief dort in schlechtem Zustand. 1857 erhielt der Gutsbesitzer Buls (etwaig Bules/Bulss) die Genehmigung zum Bau eines Ziegelofens mit Trockenscheune, 1869 zusätzlich zum Bau eines Drainofens. 1860 bestand das Vorwerk mit dem zugehörigen Anteil der Damerower Waldfläche aus neun Wohn- und zwölf Wirtschaftsgebäuden; nahebei lag das Gasthaus Neuer Krug mit zwei Wohn- und einem Wirtschaftsgebäude. Die eigene Gerichtsbarkeit des Gutsbezirkes ging um 1872 an den Staat über. Noch 1879 hieß der Gutsherr Bules, Gut Birkholz war damals nicht kreistagsfähig und bestand in der Fläche von 981 ha.Paul Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. Mit Angabe der Besitzungen, ihrer Größe (in Culturart), ihres Grundsteuer-Reinertrages, ihrer Pächter, Industriezweige und Poststationen. I. Das Königreich Preußen. I. Lieferung: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung Rudolf Stricker, Berlin 1879, PDF, S. 276–277. Zum Gut gehörte zu jener Zeit eine Ziegelei. 1896 war A. Bulss der Gutsbesitzer in Birkholz. Die Poststation des Ortes war in Lanz.Paul Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche. Mit Angabe sämmtlicher Güter, ihrer Qualität, ihrer Größe (in Culturart); ihres Grundsteuerreinertrages; ihrer Besitzer, Pächter, Administratoren etc.; der Industriezweige, etc. I. Das Königreich Preussen. I. Lieferung: Provinz Brandenburg. 3. Auflage, Nicolaische Verlags-Buchhandlung, Berlin 1896, S. 232–233.

20. Jahrhundert 1900 wurden zehn Häuser gezählt. Das Gut derer von Maltzahn war stabil 1042 ha groß.Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. Handbuch der Königlichen Behörden. 2. Auflage, In: Niekammer`s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 184–185. Herr von Maltzahn fand 1912 Aufnahme im Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen.Rudolf Martin: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen. 1912. Verlag W. Herlet GmbH, Berlin 1912, S. 849. Der zum Kreis Westprignitz gehörende Gutsbezirk Birkholz mit der Försterei Neukrug wurde – nachdem diese 1860 noch ein selbständiges Etablissement gewesen war – am 30. September 1928 mit der Gemeinde Mankmuß vereinigt.Sonderausgabe des Amtsblatts für den Regierungsbezirk Potsdam. 1928. Nr. 5, A. W. Hayn`s Erben, Potsdam 27. September 1928, S. 305. Am fiskalischen, kirchlichen oder gar privaten Besitz ergaben sich daraus keine Änderungen, lediglich war juristisch betrachtet der Gutsbezirk für sich keine eigenständige Ortschaft mehr. 1931 bestanden Birkholz und das Forsthaus als Wohnplätze.Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des BLHA. Band 3; 2. Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4, S. 56. Das Rittergut in Birkholz beinhaltete bei der amtlichen Erfassung von 1928/1929 erneut gesamt 1042 ha, davon waren 511 ha Forsten.Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg: Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts mit Angabe der Gutseigenschaft, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. 4. (vermehrte und verbesserte) Auflage, In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adressbücher. Band VII, Selbstverlag von Niekammer’s Adressbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 145. Die letzte Gutsherrschaft übte aus Karl Freiherr von Maltzahn (1856–1932), respektive als Verwalter sein Schwiegersohn, verheiratet mit Anna-Marie Baronin von Maltzahn (1895–1938), Hans von Podbielski (1894–1944), Sohn des Politikers Victor von Podbielski und Bruder des Victor von Podbielski jun. Alle weiteren Angehörigen des Gutsbesitzers, wie seine Ehefrau Alice geb. Brandt von Lindau-Schmerwitz (1869–1953) und die anderen vier TöchterVgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1912. Jahrgang 62, Justus Perthes, Gotha 1911, S. 488. blieben im Osten Deutschlands.

1931 wurden Birkholz und das Forsthaus als Wohnplätze der Gemeinde Mankmuß geführt, ebenso 1939 und 1946. Das Gut der Familie von Maltzahn wurde 1945/1946 enteignet.Vgl. u. a. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel) 1956. Band II, Band 13 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, , S. 303.