Elisabeth Storp (* 21. Januar 1864 in Münster/Westfalen; † 27. Juni 1941Stadt Münster: Auskunft des Standesamtes vom 11. August 1999 betr. Reg.-Nr.: 1074/1941. in Münster/Westfalen) war eine deutsche Krankenschwester, Frauenrechtlerin und gehörte zur Frauengruppe um Agnes Karll, der Reformerin der Pflege in Deutschland.
Leben Elisabeth Storp war eine römisch-katholische Rotkreuzschwester. Sie absolvierte ihre Krankenpflegeausbildung im Viktoriahaus (Berlin). Hier sollte auf Anregung von Kronprinzessin Friedrich nach englischem Vorbild (Florence-Nightingale-Schule) ausgebildet werden.Anna-Paula Kruse: Berufskunde II: Die Krankenpflegeausbildung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1987, S. 55. Storp gehörte höchstwahrscheinlich dem „Carolahaus“ in Dresden, einem Rotkreuzmutterhaus, an. Diese Schwesternschaft nannte sich „Albertinerinnen“.Iris Schilke: Mitteilung des Vereins zur Erforschung der Dresdener Frauengeschichte e.V. vom 15. November 1999 Im Jahr 1902 verfasste Storp eine couragierte Broschüre mit dem Titel „Die soziale Stellung der Krankenpflegerin“. Es gelang ihr mit dieser Schrift die Öffentlichkeit auf die Problematik der Krankenpflege aufmerksam zu machen.Deutscher Berufsverband für Krankenpflege (DBfK) e.V.: Entwicklung, Zielsetzungen, Aktivitäten von 1903 bis 1983. Herausgegeben anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Deutschen Berufsverbandes. 3. Auflage 1989. Druckerei Henrich, Frankfurt/Main, S. 12 f. Storp wies auf den Mangel an qualifizierten Pflegerinnen hin und rief den „Allgemeinen Deutschen Frauenverein“ auf, sich mit der Angelegenheit der Krankenpflegerinnen zu befassen. Storp schlug eine Verstaatlichung der Pflegerinnenausbildung vor. Diese sollte drei Jahre dauern. Sie forderte zudem die Gründung eines Komitees, das die Verwirklichung dieser Ausbildung in die Wege leiten sollte. Sie wünschte die Anstellung der so ausgebildeten Krankenpflegerinnen auch in Krankenhäusern. Krankenpflege sollte sich ohne Mutterhäuser und Vereine völlig ungebunden entwickeln können. Für die zahlreichen in der häuslichen Pflege tätigen Krankenpflegerinnen sollte es eine Stellenvermittlung geben. Auch ein Erholungsheim sowie eine Verkürzung der Arbeitszeit schwebten Storp vor. Storps Forderungen gingen über diejenigen von Agnes Karll hinaus.Karin Wittneben: Elisabeth Storp. In: Horst-Peter Wolff (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte „Who was who in Nursing history“. Band zwei. Urban&Fischer, München/Jena 2001, S. 214 f.Magdalene Rübenstahl: «Wilde Schwestern» Krankenpflegereforum um 1900. Mabuse, Frankfurt am Main 1994 (2. Auflage 2003), S. 87. Agnes Karll, die als Reformerin der deutschen Krankenpflege bekannt wurde, nutzte die Gelegenheit und lud drei berufserfahrene Frauen, Elisabeth Storp, Marie Cauer und Helene Meyer zu einem ersten Treffen ein.Pflege-Bildung. Ein Video-Podcast rund um das Lernen im Pflegeberuf. Episode 119: Geschichte des DBfK. Prof. Dr. Roland Brühe im Gespräch mit Prof. Dr. Anja-Katharina Peters. Veröffentlicht am 10. Mai 2026 von Roland Brühe. (57 Min.), Marie Cauer Min. 8:58 f. Geschichte des DBfK Diese rührige Vierer-Frauengruppe entwarf eine Werbekampagne für die Sache der Pflege.Christoph Schweikardt: Die Entwicklung der Krankenpflege zur staatlich anerkannten Tätigkeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Martin Meidenbauer, München 2008, S. 159 f. C. Schweikardt: Entwicklung KP Im 2. Jahrgang 1902/1903 der von dem Mediziner und Hochschullehrer Martin Mendelsohn herausgegebenen Fachzeitschrift „Die Krankenpflege“ finden sich in der Rubrik „Berufliche Krankenpflege“ einschlägige Beiträge dieser Frauengruppe, so auch von Elisabeth Storp. In Heft drei umriss Elisabeth Storp ihre Vorstellungen von einer modernen Krankenpflege.Elisabeth Storp: Zur Pflegerinnenfrage. Die Krankenpflege 2, 1902–1903, Heft 3, S. 270–276. Die Redaktion der Zeitschrift schrieb dazu in einer Fußnote, dass der Verwirklichung der Forderungen von Storp große Schwierigkeiten entgegenstehen werden. Mit Unterstützung des Theologen Friedrich Zimmer, dem Gründer des Evangelischen Diakonievereins in Berlin-Zehlendorf, gelang es im Oktober 1902 auf der Generalversammlung des „Bundes deutscher Frauenvereine“ einen Antrag im Storp'schen Sinne zur Diskussion einzubringen. Der Antrag war von der Frauenrechtlerin Elsbeth Krukenberg vorbereitet worden. Agnes Karll, der später eine entscheidende Rolle bei der Gründung des B.O.K.D. zugesprochen werden sollte, agierte zu diesem Zeitpunkt allenfalls im Hintergrund und musste zu einer Teilnahme an der Wiesbadener Generalversammlung gesondert aufgefordert werden. Eine vehemente Gegnerin des Wiesbadener Antrags war die Münchener Rotkreuzoberin Clementine von Wallmenich. Am 11. Januar 1903 kam es zur Gründung der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (B.O.K.D. Vorläuferorganisation des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe). Es kam in der Folgezeit, trotz der Generalversammlung in Wiesbaden, nie zu einem engeren Kontakt zwischen dem B.O.K.D. und dem Bund deutscher Frauenvereine (BDF). Allerdings wurden später, im Jahr 1916, drei Landesgruppen der B.O.K.D. (Baden, Sachsen, Württemberg) ein dem BDF angeschlossener Verband.Elisabeth Altmann-Gottheiner (Hrsg. und Bearb. im Auftrag des Bundes Deutscher Frauenvereine): Heimatdienst im ersten Kriegsjahr. Jahrbuch des Bundes Deutscher Frauenvereine 1916. Teubner, Leipzig/Berlin 1916. Elisabeth Storp war Vorsitzende der sächsischen Landesgruppe des B.O.K.D. bis zum Jahr 1928. Ihre Nachfolgerin wurde Oberin Köllner. Die sächsische Landesgruppe hatte 1927 insgesamt 287 Mitglieder. Die Zahl sank bis zum Jahr 1931 auf nur noch 158 Mitglieder. Storp lebte in Dresden in der Sedanstrasse 17.Stadtwiki Dresden: Elisabeth Storp Die von Storp geforderte dreijährige Krankenpflegeausbildung konnte erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg realisiert werden. Elisabeth Storp war nicht verheiratet.
Veröffentlichung Elisabeth Storp: Zur Pflegerinnenfrage. Die Krankenpflege 2, 1902–1903, Heft 3, S. 270–276.
Literatur Elisabeth Altmann-Gottheiner (Hrsg. und Bearb. im Auftrag des Bundes Deutscher Frauenvereine): Heimatdienst im ersten Kriegsjahr. Jahrbuch des Bundes Deutscher Frauenvereine 1916. Teubner, Leipzig/Berlin 1916. Charlotte Herder: Kleine Schwester im großen Krankenhaus. Herder, Freiburg i. Br. 1955. Anna Sticker: Agnes Karll. Die Reformern der deutschen Krankenpflege. Aussaat, Wuppertal 1977. Anna-Paula Kruse: Berufskunde II: Die Krankenpflegeausbildung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1987. Horst-Peter Wolff: Vergleichende Geschichte der medizinischen Berufsbildung. Recom, Basel/Eberswalde 1994. Magdalene Rübenstahl: «Wilde Schwestern» Krankenpflegereforum um 1900. Mabuse, Frankfurt am Main 1994 (2. Auflage 2003). Stadt Münster: Auskunft des Standesamtes vom 11. August 1999 betr. Reg.-Nr.: 1074/1941. Ruth Elster: Der Agnes-Karll-Verband und sein Einfluß auf die Entwicklung der Krankenpflege in Deutschland. Ein Beitrag zur Geschichte der Pflegeberufe und eines Berufsverbandes. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2000 (2. Auflage 2013), ISBN 3-933050-48-0. Karin Wittneben: Elisabeth Storp. In: Horst-Peter Wolff (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte „Who was who in Nursing history“. Band zwei. Urban&Fischer, München/Jena 2001, S. 214 f. Christoph Schweikardt: Die Entwicklung der Krankenpflege zur staatlich anerkannten Tätigkeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Martin Meidenbauer, München 2008, S. 159 f. C. Schweikardt: Entwicklung KP
Videopodcast Pflege-Bildung. Ein Video-Podcast rund um das Lernen im Pflegeberuf. Episode 119: Geschichte des DBfK. Prof. Dr. Roland Brühe im Gespräch mit Prof. Dr. Anja-Katharina Peters. Veröffentlicht am 10. Mai 2026 von Roland Brühe. (57 Min.), Marie Cauer Min. 8:58 f. Geschichte des DBfK
Weblinks Stadtwiki Dresden: Elisabeth Storp
Einzelnachweise
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