Der Anonymous Was A Woman Award ist ein US-amerikanischer Kunstpreis und ein Förderprogramm für weibliche Kunstschaffende ab 40 Jahren, das seit 1996 uneingeschränkte Stipendien an Personen an einem wichtigen Punkt ihrer künstlerischen Laufbahn vergibt. Das Programm entstand als Reaktion auf die Entscheidung des National Endowment for the Arts, die Förderung einzelner Kunstschaffender einzustellen. Sein Name bezieht sich auf eine Formulierung aus Virginia Woolfs Essay A Room of One’s Own und auf die kunsthistorische Unsichtbarkeit von Frauen in der Kunst, deren Werke als anonym überliefert wurden. Die New Yorker Fotografin und Philanthropin Susan Unterberg gründete und finanzierte das Programm.
Geschichte und Name Der Kunstpreis Anonymous Was A Woman existiert seit 1996 und wurde von Susan Unterberg gestiftet, um Künstlerinnen über 40 Jahren zu ermutigen, ihre künstlerische Laufbahn fortzusetzen. Im zweiten Jahr des Programms erhielten 1997 elf Künstlerinnen Schecks über jeweils 25.000 US-Dollar; die Förderung war der Versuch eines Ausgleichs der Benachteiligung von Frauen im Kunstbetrieb und des Wegfalls staatlicher Einzelstipendien. In älteren Darstellungen wurde das Programm als jährlich mit 25.000 US-Dollar dotierter Preis für zehn Künstlerinnen beschrieben. Abgerufen am 7. April 2013. Vor der Offenlegung von Unterbergs Rolle wurden die Mittel in Presseberichten anonymen Philanthropen mit Verbindung zur UJA-Federation of New York zugeschrieben.Anonymous Was a Woman Award 10 Women Artists with $25,000 Grants absolutearts world wide arts resources Abgerufen am 7. April 2013. Unterberg blieb mehr als zwei Jahrzehnte anonym, bevor sie 2018 ihre Rolle öffentlich machte, nachdem das Programm über 22 Jahre hinweg 5,5 Millionen US-Dollar an Künstlerinnen vergeben hatte. Ihr Schritt an die Öffentlichkeit zielte auf den sichtbareren Eintritt für Künstlerinnen, die Betonung der Bedeutung gegenseitiger Unterstützung von Frauen in der Kunst und die Ermutigung weiterer Förderer. Der Name des Programms leitet sich aus einer Zeile des Essays Ein Zimmer für sich allein der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf ab. Die Auswahlkomitees des Programms blieben auch nach der Offenlegung von Unterbergs Identität unbenannt, wodurch ein Teil der ursprünglichen Anonymität des Preises erhalten blieb.
Vergabe, Organisation und Dotierung Seit 2024 beträgt die Fördersumme 50.000 US-Dollar pro Person und wird jährlich an 15 Künstlerinnen vergeben. Das Programm richtet sich an Frauen, gender-nonkonforme und transsexuelle Kunstschaffende über 40 Jahren, die sich an einem kritischen Punkt ihrer künstlerischen Entwicklung befinden. Die Auszeichnung ist nicht bedarfsabhängig, sondern orientiert sich an bisherigen Leistungen, künstlerischer Entwicklung, Originalität und weiterem Potenzial. Direkte Bewerbungen sind ausgeschlossen, da die Auswahl ausschließlich über Nominierungen erfolgt. Zu den Nominierenden zählen Kunsthistorikerinnen, Kuratorinnen, Autorinnen und frühere Preisträgerinnen. Eine ältere Quelle nannte Lauren Katzowitz Shenfield als Direktorin des Programms.art daily Abgerufen am 7. April 2013.
Ausstellungen und Rezeption Zum 25-jährigen Bestehen des Programms zeigte das Grey Art Museum der New York University im Jahr 2025 die Ausstellung Anonymous Was A Woman: The First 25 Years, die Werke von 41 der ersten 251 ausgezeichneten Künstlerinnen präsentierte. Zur Ausstellung erschien die Begleitpublikation Anonymous Was A Woman: The First 25 Years. Die Ausstellung wurde als Beleg dafür gewertet, dass das Programm über seine finanzielle Förderung hinaus zur Sichtbarkeit von Künstlerinnen in der US-amerikanischen Kunstgeschichte beigetragen habe. Im selben Jahr zeigte das Kreeger Museum in Washington, D.C., eine weitere Ausstellung unter Bezug auf Anonymous Was A Woman, die Arbeiten von Jae Ko, Linn Meyers, Joyce J. Scott und Renée Stout umfasste.
Preisträgerinnen
1996 Rachel Berwick Gina Lamb Claudia Matzko Robin Mitchell Jeanne Silverthorne Shellburne Thurber Deborah Willis Lucy Winer Lynne Yamamoto Kim Yasuda 1997 Tomie Arai Gretchen Bender Nancy B. Davidson Cheryl Donegan Cheryl Dunye Judy Glantzman Maria Elena Gonzalez Kathy Grove Maren Hassinger Mary Lucier Joyce Scott 1998 Polly Apfelbaum Cindy Bernard Ellen Driscoll Jeanne Dunning Nene Humphrey Joan Jonas Sermin Kardestuncer Lisa Lewenz Ann Messner Shelly Silver 1999 Beth B Sheila Batiste Ginny Bishton Nancy Burson Judy Fox Judith Linhares Ruth Marten Renée Stout Steina Vasulka Cecilia Vicuña 2000 Laura Aguilar Chakaia Booker Margaret Honda Mildred Howard Liz Larner Beverly McIver Catherine Murphy Judith Joy Ross Ritsuko Taho Kukuli Velarde
2001 Judith Barry Nao Bustamante Marta Chilindron Anne Chu Laura Letinsky Yong Soon Min Maria Nordman Clarissa Sligh Mierle Laderman Ukeles Jan Yager 2002 Lutz Bacher Beverly Buchanan Kathy Butterly Pat de Groot Kimsooja Alison Knowles Deborah Luster Sana Musasama Connie Samaras Gail Wight 2003 Meg Cranston Nancy Davenport Nancy Dwyer Maria Elena Gaitan Gillian Jagger Nina Katchadourian Melissa W. Miller Joan Nelson Frances Reid Hanneline Rogeberg 2004 Janet Biggs Moyra Davey Liz Deschenes Jessica Diamond Joy Garnett Elizabeth Lyons Sarah McEneaney J. Morgan Puett Alison Saar Carmelita Tropicana 2005 Nancy Chunn Deborah Hoffman Sharon Horvath Zoe Leonard Judy Linn Senga Nengudi Carolee Schneemann Valeska Soares Kathryn Spence Meg Webster
2006 Xenobia Bailey Frances Barth Judith Bernstein Ellen Bruno Terry Evans Mary Heilmann An-My Lê Howardena Pindell Martha Rosler Marie K. Watt 2007 Miriam Beerman Lois Conner Petah Coyne Agnes Denes Diane Edison Paula Hayes Joan Semmel Jill Slosburg-Ackerman Leslie Thornton Carrie Mae Weems 2008 KayLynn Deveney Lesley Dill Gail Dolgin Rochelle Feinstein Beryl Korot Catherine Lord Lorraine O'Grady Christy Rupp Nancy Shaver Frances Stark 2009 Ida Applebroog Phyllis Bramson Patricia Cronin Taylor Davis Elana Herzog Andrea Modica Carrie Moyer Kelly Reichardt Kay Rosen Penelope Umbrico 2010 Maureen Connor Samm Kunce Louise Lawler Elizabeth LeCompte Suzanne McClelland Joyce Pensato Laura Poitras Victoria Sambunaris Arlene Shechet Eve Sussman
2011 Eleanor Antin Linda Besemer Dara Birnbaum Andrea Bowers Ann Hamilton Yoko Inoue Jungjin Lee Mary Miss Sheila Pepe Judith Shea 2012 Ann Agee Andrea Fraser Mary Kelly Jae Ko Judy Pfaff Betye Saar Lorna Simpson Jessica Stockholder 2013 Alice Aycock Uta Barth Diana Cooper Suzan Frecon Katy Grannan Jane Hammond Sharon Hayes Suzanne Lacy Liza Lou Sarah Oppenheimer Yvonne Rainer Mickalene Thomas 2014 Janine Antoni Nicole Eisenman Harmony Hammond Kira Lynn Harris Lynn Hershman Leeson Hilja Keading Elizabeth King Beverly Semmes Elise Siegel Marianne Weems 2015 Donna Dennis Wendy Ewald Simone Forti Rachel Harrison Pam Lins Jennifer Montgomery Dona Nelson Lisa Sanditz Lisa Sigal Julianne Swartz
2016 Shiva Ahmadi Laura Anderson Barbata Tania Bruguera Sonya Clark Simone Leigh Medrie MacPhee Eiko Otake Rona Pondick Lourdes Portillo Shinique Smith 2017 Nancy Bowen Martha Diamond Stefanie Jackson Marisa Morán Jahn Jennie C. Jones Amalia Mesa-Bains Amy Sherald Michelle Stuart Mia Westerlund Roosen Carrie Yamaoka 2018 Dotty Attie María Magdalena Campos-Pons Patty Chang Beverly Fishman Kate Gilmore Heather Hart Deborah Roberts Rocío Rodríguez Michèle Stephenson Betty Tompkins 2019 Elia Alba Marsha Cottrell Torkwase Dyson Heide Fasnacht Nona Faustine Rhodessa Jones Jennifer Wen Ma Amie Siegel Diane Simpson Karina Aguilera Skvirsky 2020 D.Y. Begay Linda Goode Bryant Barbara Chase-Riboud Elena del Rivero Chitra Ganesh Karen Gunderson Virginia Jaramillo Claudia Joskowicz Karyn Olivier Juana Valdés
2021 Nanette Carter Oletha DeVane Adama Delphine Fawundu Anita Fields Coco Fusco Renée Green Judithe Hernández Suzanne Jackson Autumn Knight Adia Millett Anna Sew Hoy Julie Tolentino Dyani White Hawk Marian Zazeela 2022 micha cárdenas Syd Carpenter Yreina D. Cervántez Donna Conlon Abigail DeVille Leslie Hewitt Mary Lovelace O’Neal Wendy Red Star Beatriz Santiago Muñoz Mira Schor Coreen Simpson Jaune Quick-to-See Smith Ka-Man Tse Philemona Williamson Shirley Woodson 2023 Carolina Caycedo Liz Collins Steffani Jemison Stanya Kahn Barbara Kasten Athena LaTocha Candice Lin Suchitra Mattai Dindga McCannon linn meyers Erika Ranee Amanda Ross-Ho Drew Shiflett Cauleen Smith Saya Woolfalk 2024 Erica Baum Mary Enoch Elizabeth Baxter Mary Lee Bendolph Natalie Bookchin Rashida Bumbray Mary Ellen Carroll Robin Hill Joyce Kozloff Jen Liu Gladys Nilsson Liz Phillips Liliana Porter Shirley Tse Takako Yamaguchi Constantina Zavitsanos 2025 Candida Alvarez Ambreen Butt JoAnne Carson Cecelia Condit Lola Flash Sonya Kelliher-Combs Michelle Marcuse Park McArthur Nicole Miller Narcissister Dhara Rivera Linda Stark Kunié Sugiura Hồng-Ân Trương Paula Wilson
Literatur
Weblinks Offizielle Website von Anonymous Was A Woman The Feminist Art Project im Webarchiv Website von Susan Unterberg
Einzelnachweise
Kategorie:Kunstpreis (Bildende Kunst) Kategorie:Kulturpreis (Vereinigte Staaten) Kategorie:Frauen und Kunst Kategorie:Frauenförderpreis Kategorie:Erstverleihung 1996