Nielęgowo () war ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Seine Ortsstelle liegt im Gebiet der Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.
Geographische Lage Die Ortsstelle von Nielęgowo liegt am Ostufer des Flüsschens Brzeźnica () im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 14 Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 19 Kilometer südöstlich der heutigen Kreismetropole Elbląg.
Geschichte Der seinerzeit Vysen genannte Ort wurde genannt, als am 8. November 1310 Sieghard von Schwarzenberg, Komtur zu Christburg, Land nach Kulmer Recht verlieh.Horst Zlomke: Mehlend. Auszug aus „Das Kirchspiel Königsblumenau“. Chronik, Geschichte und BerichteGeschichtliches Orts-Verzeichnis: Mehlend Spätere Ortsbezeichnungen war Ehlendt, auch: Elend, nach 1785 Mehlend.Dietrich Lange: Mehlend, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Der Ortsname fand sich auch 1437 im Zinsbuch des Deutschen Ordens.
Im Jahre 1654 wurde Georg Friese als Besitzer des 150 Hektar großen Gutes erwähnt, 1774 war Johann Rapelius sein Besitzer, ihm folgte später Ferdinand Speiser.
Elendt wurde im Jahre 1785 als cöllmisches Gut mit vier Feuerstellen genannt, im Jahre 1820 ebenso bei sieben Feuerstellen und 38 Einwohnern.
Als Gutsbezirk kam Mehlend im Jahre 1874 zum neu errichteten Amtsbezirk Königlich Blumenau im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg.Rolf Jehke: Amtsbezirk Königlich Blumenau/Königsblumenau
Frau Haaselau war im Jahre 1903 Besitzerin auf Mehlend, ihr folgte Herr Raikowski.
Am 30. September 1928 verlor der Gutsbezirk Mehlend seine Eigenständigkeit. Er wurde in die Landgemeinde Königlich Blumenau (ab 1931: Königsblumenau) eingemeindet. Besitzer auf Mehlend waren in dieser Zeit und bis 1945 die Eheleute Flora Grundwaldt und Fritz Nelson.
Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen kam, erhielt Mehlend die polnische Namensform „Nielęgowo“. Das Dorf wurde aber bald aufgelassen, so dass es heute nicht mehr existiert und als in Kwietniewo aufgegangen gilt. Seine Ortsstelle liegt im Gemeindebereich von Rychliki im Powiat Elbląski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Der Mehlender Flüchtlings-Gutstreck erreichte das Gut Wentkau bei Dirschau. Die Flucht der Gutsfamilie Nelson endete schlussendlich in Südschweden, wo sie sich niederließ.
Religion Melend war in den Sprengel Königsblumenau der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Blumenau-Heiligenwalde im Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470 außerdem in die römisch-katholische Pfarrei Christburg im Dekanat Stuhm im damaligen Bistum Ermland eingegliedert.
Verkehr Mehelnd resp. Nielęgowo liegt an Landwegverbindungen, die von Rychliki nach Powodowo bzw. von Dymnik nach Wysoka führen.
Von 1893 bis 1945 war Blumenau resp. Königsblumenau die nächste Bahnstation. Sie lag am Abschnitt Elbing–Miswalde der Bahnstrecke von Elbing über Osterode i. Ostpr. nach Hohenstein.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Rychliki Kategorie:Wüstung in Polen