Bootz ist ein bewohnter Gemeindeteil im OrtsteilAuflistung als Gemeindeteil von Karstädt im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 14. Mai 2026 Garlin der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.
Geografische Lage Bootz liegt nordwestlich des Kernortes Karstädt. Unmittelbar benachbart sind Reckenzin und Streesow im Norden, Dallmin im Osten, Dargardt im Süden sowie Garlin im Westen. Durch den Ort verläuft die Bootzer Dorfstraße als wichtigste innerörtliche Verbindung. Eine überregionale Anbindung besteht über die nahegelegene L 133 in Garlin. Nordwestlich des Ortes verlaufen zudem die Bundesstraße 5 sowie die Bundesautobahn 14. Bootz liegt im Einzugsbereich der Löcknitz, in die im Gemeindegebiet kleinere Fließgewässer einmünden. Der Ort befindet sich in einer flachen Niederungslandschaft der Prignitz auf etwa . Das Gelände ist weitgehend eben und weist kein ausgeprägtes Gefälle auf.Bootz, Brandenburgviewer, abgerufen am 24. Mai 2026. In rund 900 Metern östlich befand sich eine altslawische, vermutlich auch jungslawische Siedlung aus dem 7. bis 11. Jahrhundert. Eine alt- und jungslawische Siedlung aus dem 8. und 9. sowie 11. und 12. Jahrhundert lag 700 Meter nordöstlich.Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (= Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 81
Geschichte und Etymologie Etymologie Bootz wurde erstmals 1487 als die Butze urkundlich erwähnt. Ein Beleg aus dem Jahr 1422 mit der Bezeichnung to Buttze dürfte hingegen ein Irrtum sein und sich aus Uenze beziehen. Der Name ist slawischen Ursprungs, seine Bedeutung bislang jedoch unklar.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 30, ISBN 3-937233-17-2.
Besitzgeschichte Die Besitzgeschichte von Bootz ist durch mehrere Teilungen und häufige Besitzerwechsel gekennzeichnet. Ein erster Anteil befand sich vor 1487 bis 1679 im Besitz der Familie von Muntte zu Seetz und Gartin, die über die Hälfte des Ortes verfügte und für die Jahre 1487, 1646 und 1679 belegt ist. Im Jahr 1699 ging dieser Anteil an die Familie von Karstedt zu Seetz und Garlin über, die ihn bis 1759 hielt. Anschließend folgte von 1759 bis 1762 die Familie von Platen daselbst, die seit 1761 auch im Besitz des zuvor der Familie von Winterfeld gehörenden Rittergutes Garlin nebst Bootz war (vgl. zweiter Anteil). Von 1762 bis 1790 befand sich der Besitz bei der Familie Sauerland, die das Rittergut Garlin sowie die Feldmark beziehungsweise das Vorwerk Bootz innehatte. Es folgten kurze Besitzzeiten verschiedener Adelsfamilien: von 1790 bis 1791 die Familie von Guretzky, von 1791 bis 1792 die Familie von Kröcher auf Lohm sowie von 1792 bis 1793 die Familie von Krosigk. Von 1793 bis 1872 befand sich das Rittergut Bootz schließlich im Besitz der Familie von Petersdorff. Ein zweiter Anteil geht auf einen Rittersitz zu Garlin zurück, der sich vor 1473 bis 1617 im Besitz der Familie von Didde zu Gartin und Werle befand und neben dem Rittersitz selbst auch einen Anteil an der Feldmark Bootz umfasste, was für das Jahr 1617 belegt ist. Im selben Jahr, 1617, gelangten das Gut Garlin und die 1/2 Feldmark Bootz an die Familie von Muntte, die den Besitz bis 1625 hielt. Von 1625 bis 1761 war dieser Anteil im Besitz der Familie von Winterfeld zu Streesow und Garlin. Im Jahr 1761 wurde der Besitz an die Familie von Platen veräußert und damit mit dem ersten Anteil vereinigt.
15. bis 17. Jahrhundert Im Mittelalter war das Dorf Bootz bereits vorhanden, lag jedoch 1487 wahrscheinlich wüst; in diesem Zusammenhang ist eine Wiese belegt, die Statstede genannt wurde. Im Jahr 1617 wird die Feldmark Bootz erwähnt, die von den Gütern in Garlin genutzt wurde. 1626 umfasste das Gut der Familie von Winterfeld zu Garlin den Acker auf der Feldmark Bootz, Hütung, Fischerei in der Löcknitz sowie Wiesen, darunter die bereits erwähnte Wiese Statstede.
18. Jahrhundert In der Mitte des 18. Jahrhunderts bestanden Ausbaupläne: 1747/1750 war die Anlage von vier Kossäten- und vier Büdnerstellen vorgesehen, wofür 1754 die Familie von Winterfeld Kapital aufnahm; der Aufbau wurde jedoch nicht verwirklicht. 1772 ist ein Vorwerk Bootz nachgewiesen, das nach der Besitzvereinigung von 1762 unter Sauerland entstanden war; betrieben wurde Ackerbau in neun Schlägen einschließlich der Dorfstätte Bootz. Für 1791 sind ein Büdner, ein Hausmann und zwei Verwalter sowie insgesamt sieben Feuerstellen überliefert.
19. Jahrhundert Um 1801 bestand ein Gut mit einer Kolonie, in der ein Büdner, drei Einlieger und ein Förster lebten; auch hier werden sieben Feuerstellen genannt. Zum Gut gehörte zudem der Ritteracker von Garlin. 1819 ist ein Pachtschäfer belegt, und 1828 wurde das Gut als landtagsfähiges Rittergut geführt. 1846 werden für das Gut zehn Wohnhäuser angegeben, 1860 für Gut und Kolonie zusammen sechs Wohn- und zehn Wirtschaftsgebäude.Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (=Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 82
20. Jahrhundert Die Zahl der Häuser ging bis 1900 auf fünf zurück. Der zum Kreis Westprignitz gehörende Gutsbezirk Bootz wurde am 30. September 1928 in die Gemeinde Garlin eingegliedert.Amtsblatt der Regierung Potsdam 1928, S. 305
In der Nachkriegszeit setzte die Kollektivierung der Landwirtschaft ein: 1959 entstand eine LPG vom Typ I mit dem Namen Waldfrieden, die neun Mitglieder und 67,72 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche umfasste. 1960 bestand eine LPG Typ I mit 40 Mitgliedern und 228,20 Hektar Nutzfläche, die 1968 an die LPG Typ III 8. März in Garlin angeschlossen wurde. Im Jahr 1995 wurde Bootz ein Ortsteil von Garlin.
Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Bootz von 1772 bis 1991 Jahr 1772 1791 1801 1817 1837 1858 1871 1895 1925 1991 Einwohner 25 30 58 54 75 70 68 71 64 50
Kultur und Sehenswürdigkeiten Das Wohnhaus und zwei Wirtschaftsgebäude in der Bootzer Parkstraße 5 steht unter Denkmalschutz.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Karstädt (Prignitz) Kategorie:Ort im Landkreis Prignitz Kategorie:Gutsbezirk (Preußen) Kategorie:Ersterwähnung 1487