mini|Bessik Charanauli (2018) Bessik Charanauli (; * 11. November 1939 in Tianeti, Georgische SSR) ist ein georgischer Dichter, Schriftsteller und Literaturredakteur. Er gilt als eine der bedeutendsten Vertreter der modernen georgischen Lyrik; seine Dichtung hatte Anteil an der Erneuerung der georgischen Poesie durch freie Verse und einer nichttraditionalistischen Schreibweise. Seine Werke wurden auch ins Deutsche übersetzt.

Leben Charanauli wurde am 1939 in Tianeti geboren und studierte Philologie an der Staatlichen Universität Tbilissi, die er 1962 abschloss. Nach dem Studium arbeitete er von 1963 bis 1967 als Juniorredakteur beim Verlag „Literatur und Kunst“, von 1967 bis 1972 als Redakteur des Verlags „Sowjetisches Georgien“ und von 1972 bis 1999 in der Redaktion der Literaturzeitschrift Mnatobi, zunächst als Abteilungsleiter und später als stellvertretender Chefredakteur. Von 1999 bis 2001 leitete er den Verlag „Nakaduli“; 1993 wurde er mit einem Staatspreis ausgezeichnet. Seine literarische Tätigkeit begann 1954, als er Gedichte in der Zeitschrift Droscha veröffentlichte.

Wirken Charanaulis Lyrik setzte sich von tradierten sowjetisch-georgischen Erwartungen an Pathos und feste Formen ab und trug zur Etablierung des freien Verses in der georgischen Literatur bei. Zu seinen frühen und bedeutendsten Werken zählt Cheibari Todschina („Die behinderte Puppe“, 1973), das als wichtiger Schritt seiner Poetik gilt. Das umfangreiche Das Buch des Amba Besarion umfasst Versform und prosaische Einschübe und wurde in Georgien zu einem seiner zentralen Werke. In Frankreich erschien Le Livre d’Amba Besarion 2010 bei Quidam éditeur in einer Übersetzung aus dem Georgischen von Marie Frering und Omar Turmanauli. Auf Deutsch veröffentlichte der Dağyeli Verlag Sprich mir vor, Angelina! Fünf Poeme in der Übersetzung von Nana Tschighladse und der Nachdichtung von Norbert Hummelt sowie Das Buch des Amba Besarion in der Übersetzung von Julia Dengg. Für Das Buch des Amba Besarion erhielt Charanauli 2004 den Literaturpreis SABA in der Kategorie bester Gedichtband; 2012 wurde ihm der Literaturpreis Gala für Gedichte, Poeme (1954–2005) zugesprochen. Im Jahr 2016 gehörte er mit einem Gedichtband zu den Gewinnern des Preises Litera in der Kategorie bester Gedichtband. 2024 gewann er den Literaturpreis SABA in der Kategorie bester Gedichtband für Es Sakartweloa („Das ist Georgien“).

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Einzelnachweise

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