Iroro Tanshi (geboren 1984 oder 1985) ist eine nigerianische Ökologin und Naturschützerin. Ihr Forschungsschwerpunkt ist das Verhalten afrikanischer Fledermäuse. Sie ist Mitbegründerin der Small Mammal Conservation Organisation (SMACON), einer nigerianischen Nichtregierungsorganisation (NGO), bei der sie als Forschungsdirektorin im Bereich Artenschutz tätig ist.

Ausbildung Tanshi erwarb einen Bachelor-Abschluss in Umweltwissenschaften und einen Master-Abschluss in Umweltqualitätsmanagement an der University of Benin in Benin City. Anschließend studierte sie an der University of Leeds, wo sie einen Master-Abschluss in Biodiversitätsschutz erlangte, bevor sie bei dem Säugetierspezialisten Tigga Kingston an der Texas Tech University forschte und dort 2021 promovierte.

Karriere Tanshi entdeckte die einzige Population der Kurzschwanz-Rundblattfledermaus (Hipposideros curtus) in Nigeria, im Bereich des Afi Mountain Wildlife Sanctuary, und konnte diese vor dem Verschwinden retten. Die Art war 45 Jahre lang nicht mehr gesichtet worden und galt als ausgestorben. Tanshi schützte auch die größte Kolonie des Palmenflughunds (Eidolon helvum) in Nigeria durch eine Kampagne, die sich gegen Pläne der Regierung richtete, die zu einer großflächigen Vernichtung der von den Tieren genutzten Schlafbäume geführt hätten.

Ihre Kampagne „Null Waldbrände“, die die lokale Bevölkerung zum Schutz wichtiger Lebensräume dieser Fledermausarten einbezieht. Die Kampagne setzt auf Aufklärung in den Gemeinden, frühe Warnung vor Bränden, Schulungen für Landwirte und den Einsatz lokaler „Forest Guardians“, die in Risikotagen patrouillieren. Ziel ist, Wald- und Flächenbrände zu verhindern, bevor sie den Wald und die dort lebenden Arten erreichen. Im Rahmen des Projekts konnten größere Brände im Schutzgebiet wirksam durch die Gemeinschaftsbrigaden verhindert werden. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist, dass die Kampagne nicht nur dem Naturschutz dient, sondern auch die durch Brände bedrohten Felder der Anwohner schützt und deshalb die Zusammenarbeit vor Ort gut funktioniert.

Neben der Aufklärung der lokalen Bevölkerung über die Prävention von Waldbränden klärt die Kampagne auch über die Bedeutung von Fledermäusen in der Natur auf. In Nigeria werden Fledermäuse noch häufig mit Hexerei in Verbindung gebracht und gefürchtet. Tanshi und ihr Team suchen über verschiedene Medien den Dialog mit der Bevölkerung und konzentrieren sich dabei besonders auf Kinder. Es soll vermittelt werden, welch wichtigen Beitrag die Fledermäuse zu ihren Ökosystemen leisten, beispielsweise durch die Verbreitung von Samen des Sheanussbaums und die Bestäubung von Pflanzen.

Parallel zu ihrer Arbeit bei SMACON, lehrt Tanshi als Dozentin an der University of Benin.

Auszeichnungen Im Jahr 2020 gewann Tanshi als erste afrikanische Frau den Future for Nature-Preis der Future for Nature Foundation in Anerkennung ihrer Pionierarbeit bei der Entdeckung von Fledermausarten.

2021 erhielt Tanshi den vom britischen Whitley Fund for Nature vergebenen Whitley Award.

2026 wurde sie mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet.

Weblinks

Webpräsenz der Small mammal conservation organisation

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Einzelnachweise

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