Das Kärlingerhaus (auch Funtenseehaus) ist eine Alpenvereinshütte der Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins im Berchtesgadener Land. Die Schutzhütte liegt am Funtensee im Steinernen Meer in den Berchtesgadener Alpen in einer Karsthochfläche im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich in der Kernzone des Nationalparks Berchtesgaden. Zur Höhenlage gibt es unterschiedliche Angaben von Landesamt für Vermessung und Geoinformation, München: Alpenvereinskarte Bayerische Alpen, Blatt BY21, Nationalpark Berchtesgaden, Watzmann, Maßstab 1:25 000, herausgegeben vom Deutschen Alpenverein, 1. Ausgabe 2010, ISBN 978-3-937530-46-8., oder oder . Am 24. Dezember 2001 wurde unterhalb des Kärlingerhauses mit −45,9 Grad Celsius die bisher tiefste Temperatur in Deutschland gemessen.

Geschichte Bereits im Jahre 1879 hatte man wenige Meter oberhalb der heutigen Stelle eine Funtensee-Hütte errichtet, die am 14. August 1879 in den Besitz der 1875 gegründeten Sektion Berchtesgaden des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins kam und die in der Folge Bergsteigerstützpunkt wurde. In den Monaten zuvor war die Hütte schon von etwa 70 Touristen genutzt worden.. In: Theodor Trautwein (Red.): Mittheilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Band VI (Jahrgang 1880). Verlag des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins in Wien, Wien 1880, S. 51 f.

1889 wurde, bei über 400 Übernachtungen, die Hütte zu klein, und man beschloss, den bestehenden Bau etwas unterhalb des Standplatzes wiederzuerrichten und zu erweitern. Nach Fertigstellung 1890 durfte das Haus in den Jahren 1891 sowie 1893 unter anderem Prinzregent Luitpold von Bayern (1821–1912) als hohen Gast begrüßen.

Ab 1901 war die Enge des Hauses erneut Anlass, einen Neubau aufzuführen. Dieser wurde anstelle einer früheren Forstamtshütte ab 1903 erbaut, und Ende November 1904 stand das zweistöckige Schlafhaus äußerlich vollkommen fertig da. 1910 wurde das Funtenseehaus nach dem Sektionsvorsitzenden Kajetan Kärlinger in Kärlingerhaus umbenannt.

Im Jahr 2004 feierte man das 125-Jahr-Jubiläum des Hauses.

Seit Herbst 2024 wird das Kärlingerhaus umfassend saniert. Die Arbeiten sollen drei Jahre dauern und 2 Millionen Euro kosten.Generalsanierung des Kärlingerhauses – Umfangreiche Bauarbeiten im Schutzhaus am Funtensee, dav-berchtesgaden.de vom 31. März 2025

Zugänge Von Sankt Bartholomä am Königssee (, erreichbar mit Boot oder über den Rinnkendlsteig) über das Schrainbachtal, die Saugasse und den Oberlahner; leicht, Gehzeit: 4 Stunden Von der Bootsanlegestelle Saletalm () am Südende des Königssees über den Sagerecksteig und den Grünsee; schwierig, Gehzeit: 4,5 Stunden Ebenfalls ausgehend von der Saletalm über den Obersee, Fischunkel, Röthsteig, Wasseralm und Grünsee; schwierig, Gehzeit: 7,5 Stunden Von Ramsau aus (Wimbachbrücke) über das Wimbachtal und Trischübel, Sigeret und Bärengraben; schwierig, Gehzeit: 6,5 Stunden Von Maria Alm über das Riemannhaus; mittel, Gehzeit: 5,5 Stunden Von der Gotzenalm über Landtal, Wasseralm und Grünsee; mittel, Gehzeit: 6,5 Stunden Talorte sind Schönau am Königssee (mit dem nächstgelegenen Bahnhof in Berchtesgaden), Ramsau oder Maria Alm. Die Boote über den Königssee verkehren zur Saison alle 20 bis 30 Minuten, Tagesgäste sollten sich unbedingt über die Rückfahrt des letzten Bootes informieren.

Aufgrund der fehlenden Zufahrtswege erfolgt die Versorgung der Hütte mittels einer wöchentlichen Belieferung per Hubschrauber.

Übergänge Wasseralm () über Grünsee, Schwarzensee und Halsköpfl, mittel, Gehzeit: 3,5 Stunden über Stuhljoch und Funtenseetauern, Kletterstellen im Schwierigkeitsgrad II, Gehzeit: 6 Stunden über Totes Weib, Niederbrunnsulzenscharte und Blaue Lacke, schwierig, Gehzeit: 4,5 Stunden Riemannhaus () über Salzburger Kreuz, mittel, Gehzeit: 2,5 Stunden Ingolstädter Haus () über Hirschsattel, mittel, Gehzeit: 2,5 Stunden Peter-Wiechenthaler-Hütte () über Hirschsattel und Weißbachscharte, mittel, Gehzeit: 4,5 Stunden Wimbachgrieshütte () über Bärengraben, Sigeret und Trischübelpass, schwierig, Gehzeit: 3,5 Stunden

Gipfelbesteigungen Feldkogel (), leicht, Gehzeit: 1 Stunde Funtenseetauern (), Kletterei im Schwierigkeitsgrad II auf der UIAA-Skala, nicht gesichert, Gehzeit: 3½ Stunden Schönfeldspitze () über Buchauerscharte, Schwierigkeitsgrad II, gesichert, Gehzeit: 4 Stunden Schottmalhorn () über verschiedene Kletterrouten, Schwierigkeitsgrad II und höher Viehkogel () über Viehkogeltal, Südwestflanke, leicht, Gehzeit: 2 Stunden Großer Hundstod () über Ingolstädter Haus, mittel, Gehzeit: 4½ Stunden

Skitouren Das Kärlingerhaus ist auch im Winter ein bedeutender Stützpunkt. Im Winterraum können bis zu 20 Personen übernachten. Bekannte Skitouren wie zum Beispiel die Große Reibn führen am Kärlingerhaus vorbei. Weitere Tourenmöglichkeiten führen auf umliegende Gipfel und ins Steinerne Meer.

Bilder

Literatur und Karten Christine Grassl: 125 Jahre Kärlingerhaus am Funtensee. – Von der Jagdhütte zum Alpenvereinshaus. In: DAV Panorama – Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins, 2/2004, , S. 62–66. (PDF; 428 KB, abgerufen am 27. Dezember 2016).

Sektion Berchtesgaden im Deutschen Alpenverein (Hrsg.): 125 Jahre Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins 1875–2000. 2000, S. 67–76 (PDF, 17 MB). Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt BY 21, Nationalpark Berchtesgaden, Watzmann. ISBN 978-3-937530-95-6. Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 10/1, Steinernes Meer. ISBN 978-3-948256-03-6.

Weblinks

Hüttenwebsite Seite des Kärligerhauses auf der Website der Sektion Berchtesgaden

Einzelnachweise

Kategorie:Alpenhütte in Deutschland Kategorie:Schutzhütte in den Berchtesgadener Alpen Kategorie:Bauwerk in Schönau am Königssee