mini|Das Volkshaus zwei Tage nach dem Brand vom 25. April 2021 Das Volkshaus Weißwasser ist ein Gebäude des Architekten, Poelzig-Schülers und Bauhaus-Meisters Emil Lange. Das Volkshaus wurde zwischen 1928 und 1930 als Haus der Glasmacher in der Glasmacherstadt Weißwasser/Oberlausitz errichtet.
Geschichte Entwicklung Das Volkshaus entstand ab 1928 im Auftrag der Gewerkschaft als Gewerkschaftshaus. Der Bau wurde aus den Beiträgen der über 4000 Mitglieder finanziert.Volkshaus bei iku – Industrie. Kultur. Sachsen.
Als Architekt konnte der ehemalige Bauhausmeister und -syndikus Emil Lange gewonnen werden. Lange war durch seine Zusammenarbeit mit Hans Poelzig und Walter Gropius ein erfahrener Baumeister der Moderne. Das Volkshaus ist der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen.
Ab 1953 war es das FDGB-Kulturhaus der Chemiearbeiter.Volkshaus Weißwasser bei Kultur. Landschaft. Digital. Jahrzehntelang war das Kulturhaus kultureller Mittelpunkt der Stadt. Hier fanden Jugendweihen, Tanzveranstaltungen, Familienfeiern und Konzerte statt. Seit 2004/2005 ist das Volkshaus aus baulichen Gründen geschlossen.
Großbrand Am 25. April 2021 zerstörte ein Großbrand große Teile des Ensembles. Jugendliche hatten im Gebäude gezündelt. Der rechte Flügel mit dem historischen Tanzsaal brannte komplett aus.Bilderstrecke: Erst verlassen, dann verbrannt: Seltene Einblicke ins Volkshaus auf tagesschau.de vom 1. Juli 2024Regina Weiß, Christian Köhler: Wie hat das Volkshaus Feuer gefangen? In: Lausitzer Rundschau vom 26. April 2021
Seitdem ist das Ensemble eine Brandruine und für die Öffentlichkeit gesperrt. Ein Förderverein und die Interessengemeinschaft „Freunde des Volkshauses“ setzen sich für die Erhaltung des Kulturhauses ein. Im April 2026 starteten beide Initiativen eine gemeinsame Aufräumaktion im angrenzender Lindengarten.Ole Rockrohr: Gemeinsame Putzaktion trotz ungewisser Zukunft In: Lausitzer Rundschau vom 10. April 2026, S. 13.Aline Nickel: Von Glasmachern einst finanziert, von der Stadt im Stich gelassen? In: Lausitzer Rundschau vom 13. April 2026, S. 14.
Entwürfe Auf Einladung des Bau- und Wirtschaftsausschusses Weißwasser stellte im Mai 2026 die angehende Architektin Nicole Knauer ihre Diplomarbeit mit dem Titel Die Revitalisierung des Volkshauses als multifunktionales Kultur- und Bürgerhaus vor. Knauer hatte sich zum Abschluss ihres Architekturstudiums an der TU Dresden bewusst eine praktische Aufgabe mit Heimatbezug gesucht. Auf ihre Anfrage an verschiedene Rathäuser meldete sich als erstes Weißwasser. Knauers Entwurf sieht vor, das Hauptgebäude zu erhalten, spätere Anbauten hingegen zurückzubauen. Das Gebäudeensemble wird verschiedenartig genutzt und beherbergt unter anderem das Bürgerbüro, das Standesamt, Gästewohnungen und im wiederaufgebauten Tanzsaal das Glasmuseum.Thomas Schulz: Neue Zukunftspläne für die Ruine, doch es droht Streit In: Lausitzer Rundschau vom 21. Mai 2026, S. 15.
Literatur Stefan Nolte, Hendrik Scheel, Neufert-Bau Weißwasser e.V.: Modellfall Weißwasser oder Das Masz aller Dinge. Eine Stadtverwandlung zum Bauhaus-Jubiläum. Dessau 2021.
Weblinks
Denk mal mit Leben – Förderverein Volkshaus Weißwasser Knut-Michael Kunoth: Der „hohle Vogel“ Volkshaus Weißwasser soll wieder leben auf Radio Lausitz vom 14. Oktober 2021
Einzelnachweise
Volkshaus Volkshaus Volkshaus Kategorie:Bauwerk der Neuen Sachlichkeit in Sachsen Kategorie:Kulturzentrum (Sachsen) Kategorie:Erbaut 1928