Der Syrien-Maushamster (Calomyscus tsolovi) ist ein äußerst seltener oder bereits ausgestorbener Vertreter der Maushamster (Calomyscidae), der in Syrien endemisch war. Benannt ist die Art nach dem bulgarischen Zoologen und Mammalogen Zolo Peschew (1922–2009).
Merkmale Der Syrien-Maushamster erreichte eine Kopf-Rumpf-Länge von 66 bis 75 mm, eine Schwanzlänge von 55 bis 66 mm, eine Ohrlänge von 12 bis 14 mm und eine Hinterfußlänge von 13 bis 17 mm. Daten zum Körpergewicht sind nicht dokumentiert.
Der Syrien-Maushamster war die kleinste Art der Maushamster und die einzige Art, bei der der Schwanz nicht so lang oder länger war als die Kopf-Rumpf-Länge.
Ein Sexualdimorphismus wurde weder für Körper- noch für Schädelmaße festgestellt, abgesehen von geringfügigen Unterschieden in der Länge der Nasenbeine. Die Condylobasallänge betrug 19,3 bis 21 mm, die Jochbogenbreite 10,8 bis 12,1 mm.
Der Rücken war bräunlich-grau gefärbt. Die Haare waren an der Basis hellgrau, im mittleren Bereich ocker-gelb und an den Spitzen dunkler braun. Die Bauchseite war weiß, mit klar abgegrenztem Übergang zur Rückenfärbung. Der Schwanz war einfarbig und nur spärlich mit kurzen braunen Haaren bedeckt, endete jedoch in einer gut entwickelten Haarquaste. Die Füße waren weiß mit kurzen und dünnen Zehen.
Systematik Der Syrien-Maushamster wurde 1991 von Danielo Peschew als Unterart des Zagros-Maushamster (Calomyscus bailwardi) in der Fachzeitschrift Mammalia erstbeschrieben, seine geringe Körpergröße und der kurze Schwanz unterscheiden ihn deutlich von allen anderen beschriebenen Arten der Maushamster. Aufgrund morphologischer Unterschiede und seiner Verbreitung wurde er später als eigene Art anerkannt. Der Karyotyp ist unbekannt, molekulargenetische Daten liegen nicht vor, und phylogenetische Verwandtschaftsbeziehungen sind ebenfalls unbekannt. Die Art war monotypisch.
Verbreitung und Lebensraum Die Art ist nur von 14 Exemplaren (sieben Weibchen, sieben Männchen) bekannt, die Zolo Peschew 1982 in der Umgebung der Dörfer Thafas und Hammer 18 km nordwestlich von Darʿā in Syrien gesammelt hatte. Der bevorzugte Lebensraum des Syrien-Maushamsters waren die steinigen Wüstenregionen Südwestsyriens.
Lebensweise Die Lebensweise des Syrien-Maushamsters ist nicht studiert.
Gefährdung und Schutz Der Syrien-Maushamster wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als „Data Deficient“ (unzureichende Datenlage) eingestuft.
Die Syrien-Maushamster ist die einzige Art der Maushamster, die auf der Arabischen Halbinsel vorkommt. Untersuchungen im Norden Jordaniens konnten keine Maushamster nachweisen.
Es sind keine Schutzmaßnahmen bekannt, und über Lebensraumansprüche oder Bedrohungen ist praktisch nichts bekannt. Seit 1982 wurde die Art nicht mehr nachgewiesen und könnte möglicherweise ausgestorben sein.
Literatur
C. William Kilpatrick: Family Calomyscidae (Brush-tailed Mice) In: Handbook of the Mammals of the World. Volume 7: Rodents II., Lynx Edicions, Barcelona, 2017. ISBN 978-84-16728-04-6, S. 155
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maushamster Kategorie:Neuzeitlich ausgestorbenes Säugetier