Die Kirche Sant’Agostino ist ein Sakralbau in Gubbio, der sich unmittelbar vor der Porta Romana befindet. mini|Außenansicht mini|Kloster mini|Innenansicht mini|Das Fresko „Das Jüngste Gericht“ von Ottaviano Nelli

Geschichte Die gotische Kirche, die an ein großes, noch heute bestehendes Kloster angrenzt, wurde 1251 begonnen und 1294 fertiggestellt.

Beschreibung Die Fassade stammt aus dem 18. Jahrhundert, die rechte Seite mit den Pfeilern, welche die Bögen stützen, hingegen aus dem 13. Jahrhundert. Auf der linken Seite führt ein Portal in den Kreuzgang, von dem aus man zu den verschiedenen Räumen des Klosters sowie zur permanenten Krippe gelangt. Der Innenraum besteht aus einem einzigen Schiff, das von Balken überspannt wird. Deren Struktur wurde im 16. Jahrhundert durch große Stützbögen verstärkt. Sie verfügt über einen quadratischen Chor und je sieben Seitenaltäre auf jeder Seite. Früher waren alle Wände mit Fresken verziert und hier und da sind noch heute Spuren davon zu sehen.

Die Kirche ist reich an Kunstwerken, von denen die meisten von der Malerfamilie Nucci aus Gubbio stammen. Am ersten Altar rechts befindet sich das Werk Martyrium des Heiligen Sebastian, das entweder Virgilio Nucci oder Leonardo Cungi zugeschrieben wird. Am zweiten Altar, an dem auch Spuren von Fresken aus dem 15. Jahrhundert aus der Werkstatt von Ottaviano Nelli zu sehen sind, befindet sich eine Grablegung Christi, die ebenfalls Virgilio Nucci zugeschrieben wird.

Am dritten Altar befindet sich die Madonna dell’Umiltà, Heilige und Seelen im Fegefeuer von Ottaviano Nelli, die im 17. Jahrhundert in Madonna della Grazia umbenannt wurde. Am vierten ist die Taufe des Heiligen Augustinus von Felice Damiani zu sehen. Das Werk ist signiert und datiert auf das Jahr 1594. Es ist in einer großartigen Architektur des 16. Jahrhunderts angesiedelt und zeigt eine Menschenmenge, die sich um die zentrale Szene drängt. In dieser Darstellung wird die große, präzise Darstellungsfähigkeit des Malers deutlich.

Der fünfte Altar ist hingegen mit einem Gemälde von Giovan Battista Michelini geschmückt, das die Apotheose des Heiligen Nikolaus von Tolentino darstellt. Es folgt eine Kapelle mit Fresken von Ottaviano Nelli und seiner Werkstatt, die den Hl. Christophorus, einen hl. Bischof und den Hl. Sebastian darstellen, und am Ende des Kirchenschiffs ein weiteres Werk von Virgilio Nucci, die thronende Madonna mit dem Kind zwischen den Heiligen Augustinus und Franziskus („Madonna di Montefiore“).

Vor der Hauptkapelle hängt ein geschnitztes Holzkreuz, das Ventura Merlini (ca. 1480–1500) zugeschrieben wird. Im Triumphbogen und im Inneren der Kapelle befindet sich der bedeutende Freskenzyklus von Ottaviano Nelli, ein grundlegendes Werk der umbrischen Spätgotik. Auf dem Triumphbogen ist das Jüngste Gericht dargestellt und im Inneren ist die Geschichte des Hl. Augustinus abgebildet.

Im linken Seitenschiff, von der Hauptkapelle aus gesehen, befindet sich ein weiteres Werk von Virgilio Nucci mit einer Mariä Himmelfahrt zwischen den Hl. Augustinus, Monika, Franziskus und Hieronymus, der Altar der Madonna del Soccorso mit einem Werk von Simone di Adriano und Antonio di Pietro Marini da Fermo aus den Jahren 1636–1638, das das Gemälde von 1485 umrahmt, sowie die Pier Angelo Basili zugeschriebenen Gemälde mit Augustinerheiligen und -seligen. Es folgt eine Kapelle mit einer Madonna mit Kind auf dem Thron zwischen den Hl. Johannes dem Täufer und Katharina von Alexandrien von Giovanni Maria Baldassini aus dem Jahr 1595, die Kreuzigung mit Heiligen von Felice Damiani und Werkstatt, signiert und datiert 1609, sowie ein weiteres Werk von Virgilio Nucci, Christus und die Samariterin am Brunnen, aus dem Jahr 1580.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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