Pauline Katharina „Katha“ Thoma (* 7. April 1895 in WaldfischbachEsther Wipfler: Frauen in Speyer, Speyer 1990.; † 1931 in Speyer) war eine deutsche Politikerin der Weimarer Republik, Frauenrechtlerin und Antiseparatistin. Sie engagierte sich besonders in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und setzte sich für die Gleichberechtigung von Frauen sowie gegen den pfälzischen Separatismus ein.

Leben

Herkunft und frühe Jahre

Katha Thoma wurde als Tochter des Regierungsbeamten Johann Baptist Thoma und der Gutsbesitzertochter Luise (von) Stein in Waldfischbach geboren.Eugen Thoma: Katha Thoma – Eine Heldin der Pfalz, Frankfurt/Main 1931/32. Nach dem Besuch der Höheren Mädchenschule in Kaiserslautern lebte sie ab 1912 in Speyer, wo sie als Geschäftsführerin in der Konditorei ihres Bruders Karl Thoma in der Maximilianstraße tätig war.

Politisches Engagement

1918 trat Thoma in die DDP ein und wurde bald zur Vorsitzenden der Ortsgruppe Speyer gewählt. Als Mitglied im Ausschuss des pfälzischen Landesverbands der DDP setzte sie sich für die politischen Rechte der Frau ein, insbesondere in sozialen, kulturellen und volkshygienischen Fragen. Ein zentrales Anliegen war für sie die Bekämpfung des Separatismus in der Pfalz, die damals unter französischer Besatzung stand.

Hambacher Fest 1922

Am 25. Mai 1922 hielt Thoma eine vielbeachtete Rede beim Hambacher Fest, in der sie an die Ereignisse von 1832 erinnerte und betonte:

Ihre Reden waren geprägt von patriotischen Appellen gegen die Abspaltung der Pfalz vom Deutschen Reich und richteten sich gegen die von Frankreich unterstützten separatistischen Bestrebungen.

Ausweisung 1923

Aufgrund ihrer politischen Haltung und ihrer öffentlichen Auftritte wurde Thoma von der französischen Besatzungsmacht als „Gefahr für die öffentliche Ordnung“ eingestuft. Am 7. Februar 1923 erließ die Interalliierte Rheinland-Oberkommission einen Ausweisungsbefehl gegen sie. Begründet wurde dies mit ihrer Teilnahme an „verbotenene[n] Kundgebungen“ und ihrer „Haltung, die die Sicherheit der Besatzungstruppen zu gefährden droht“. Thoma wurde an die Grenze des besetzten Gebiets im Bereich der Speyerer Brücke gebracht und lebte danach zeitweise in Heidelberg.

Während ihres Exils hielt sie Vorträge im unbesetzten Deutschland, unter anderem in Ostpreußen und Westfalen, um über die französische Besatzungspolitik aufzuklären. Nach der Rückkehr nach Speyer 1924 zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen und wegen innerparteilicher Konflikte aus der aktiven Politik zurück.

Tod und Vermächtnis

Katha Thoma starb 1931 in Speyer und wurde auf dem dortigen Friedhof beigesetzt. Ihre Reden und ihr Einsatz für die deutsche Einheit machten sie zu einer Symbolfigur des Widerstands gegen den Separatismus. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde ihr Wirken für propagandistische Zwecke instrumentalisiert, etwa in Kurt Kölschs Theaterstück Die Mütter (1935).

Rezeption

Thoma gilt als eine der ersten Frauen in der Pfalz, die sich öffentlich für politische Mitbestimmung und gegen die Besetzung des Rheinlands engagierten. Ihre antiseparatistischen Reden (z. B. „Rheinische Republik – Rheinische Demokratie“, 1922) dokumentieren ihren Einsatz für die nationale Einheit und die Rechte der Frau in der Weimarer Republik.

Werke (Auswahl) Rede zum 90. Jahrestag des Hambacher Festes, 1922 Die französische Ausweisungspolitik, ihre Vorgeschichte, ihre Ziele, 1923

Literatur Eugen Thoma: Katha Thoma – Eine Heldin der Pfalz. Frankfurt/Main 1931/32. Esther Wipfler: Katha Thoma – eine engagierte Antiseparatistin. In: Frauen in Speyer (1990), S. 308–317. Klaus Reimer: Rheinlandfrage und Rheinlandbewegung (1918–1933). Frankfurt/Main 1979.

Weblinks Katha Thomas Rede zum 90-jährigen Jubiläum des Hambacher Festes 1922 im Blog "Der Hambach-Blog – hambacherfest1832.blog"

Einzelnachweise

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