miniatur|Pitre de Lisle du Dréneuc Pitre de Lisle du Dréneuc, auch de Lisle du Dreneuc und de Lisle du Dréneuf, (* 24. April 1846 in Nantes; † 12. Februar 1924 ebenda) war ein französischer Archäologe und Konservator. Mit vollem Namen hieß der Vicomte Pierre-René, genannt Pitre, de Lisle du Dreneuc. Er interessierte sich vor allem für megalithische Kulturdenkmale.

Leben Pitre de Lisle du Dréneuc war der fünfte Sohn des Ehepaars Pierre de Lisle du Dreneuc und Renée Arsène Bureau. Die Familie de Lisle besaß zeitweise das Herrenhaus von Le Fief in der Nähe von Sautron. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt. Seine größte Aktivität fiel in die Zeit von 1880 bis 1892. Einige der von ihm damals entdeckten Megalithanlagen sind mittlerweile nicht mehr vorhanden, beispielsweise ein Dolmen in Corsept. Pitre de Lisle du Dréneuc arbeitete nach den Methoden seiner Zeit und war sich seiner Grenzen bewusst. In ihrem biographischen Aufsatz über de Lisle du Dréneuc konstatierte Marie-Hélène Santrot, die Arbeiten des Archäologen zeugten von Respekt vor dem Vorgefundenen, Genauigkeit der Beschreibung und dem Bewusstsein, dass seine Interpretationen auch überholt werden könnten. Er habe sich als Glied einer langen Kette von Forschern gesehen.

Nachdem am 10. September 1882 Fortuné Parenteau gestorben war, trat die Société archéologique alsbald zu einer Sitzung zusammen, in der sie Pitre de Lisle du Dréneuc zu Parenteaus Nachfolger als Kurator des archäologischen Museums des Departements bestimmte. Er hatte zunächst die Aufgabe, die Sammlungen im musée de l’Oratoire und Parenteaus Sammlung zu katalogisieren. Danach sollte er ein Inventar der Sammlung des Briten Charles Seidler erstellen.

Von 1882 bis in sein Todesjahr war Pitre de Lisle du Dréneuc Konservator am archäologischen Museum in Nantes; ab 1899 auch Konservator am Musée Dobrée, dessen Generalkatalog er im Jahr 1906 veröffentlichte. Er war Korrespondent des Ministeriums für öffentliche Bildung und Vizepräsident der Société archéologique et historique de Nantes et de Loire-Atlantique.

Das von ihm 1882 herausgegebene Dictionnaire Archéologique De La Loire-inférieure (époques Celtique, Gauloise Et Gallo-romaine) wurde noch 2019 nachgedruckt. Er publizierte zahlreiche Arbeiten, unter anderem über bronzezeitliche Funde in der Bretagne, aber beispielsweise auch eine Note sur une chanson Bretonne du dialecte de Batz.

1873 veröffentlichte er den Aufsatz Stations paléolithiques et néolithiques de la Loire-Inférieure. Der erste Teil seiner Arbeit Caractères particuliers des antiquités primitives de la Bretagne kam 1881 heraus.

1882 wurde La Bretagne primitive, études archéologiques gedruckt. Aus demselben Jahr stammt die Arbeit Fouilles du tumulus de La Roche (Donges, Loire-Inférieure). Bis 1885 arbeitete er an seinem Projekt L’Inventaire archéologique de la Loire-Inférieure, das aber unvollendet blieb.

Bretagne : des Gaulois vénètes de la Grande Brière et du théâtre de la bataille navale de Brutus dans la Cornouailles stammt aus dem Jahr 1886. Im selben Jahr veröffentlichte er auch Bretagne : Les triangles de menhirs de la Loire-Inférieure und Fouilles des dolmens du Grand-Carreau-Vert en Saint-Michel-Chef-Chef (Loire-Inférieure).

1896 veröffentlichte er seine Étude sur les Paysages et Monuments de Bretagne. Drei Jahre zuvor war bereits L'Hermine et ses Origines erschienen.

1889 berichtete er über Nouvelles découvertes d'idoles de l'Amazone. miniatur|Eine Dolmen-Zeichnung de Lisles aus dem Jahr 1892 1892 publizierte er die Recherches archéologiques sur les origines de Nantes. 1894 veröffentlichte er die Arbeit Les tombeaux des ducs de Bretagne. Aus dem Jahr 1896 stammt Bretagne : étude sur "Paysages et monuments" de M. Jules Robuchon. 1897 veröffentlichte er die Arbeit Légendes et chansons du pays d'Auverné, Loire-Inférieure.

1914 wurde Épée gauloise trouvée au Pont de l'Ouen (Loire-Inférieure), 3° période du Hallstatt, VIIe-VIe siècle avant J.-C. publiziert.

Eine Straße in Nantes ist nach dem Vicomte benannt.

Er war mit Adrienne, geb. Espitalié La Peyrade, verheiratet. Der Sohn Guy schlug eine militärische Laufbahn ein und starb 1916 im Ersten Weltkrieg vor Verdun. Insgesamt hatte das Paar acht Kinder. In den letzten Jahren seines Lebens verschlechterte sich seine Gesundheit. Er starb in seinem Geburtshaus, 20 avenue de l'Éperonnière, in Nantes und wurde in zahlreichen Nachrufen geehrt. Sein Nachfolger wurde Georges Durville.

Literatur Marie-Hélène Santrot: Fortuné Parenteau (1814-1882) et Pitre de Lisle du Dreneuc (1846-1924) collectionneurs et conservateurs passionnés. In: Annales de Bretagne et des Pays de l'Ouest 118-3, 2011, S. 151–242 (Digitalisat).

Einzelnachweise

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